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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.11.2017

Rimskij-Korsakows Oper "Schneeflöckchen"Tugan Sokhiev im Bolschoj Theater

Aufzeichnung aus Moskau

Chefdirigent Tugan Sokhiev bei einer Pressekonferenz am 17.6.2015 im Bolschoi Theater in Moskau (picture alliance / dpa / Mikhail Metzel)
Der russische Dirigent Tugan Sokhiev (picture alliance / dpa / Mikhail Metzel)

Ein Märchen mit Dorfbewohnern, Naturgottheiten und Waldgeistern, bunt wie ein Folklore-Bilderbogen: Rimskij-Korsakows Oper "Schneeflöckchen" spielt in einer imaginären Vergangenheit jenseits konkreter Zeiten – und kann gerade deswegen immer und überall verstanden werden.

Auch, wenn das Handlungsumfeld dabei über weite Strecken idyllisch wirkt: das Geschehen selbst ist es in Alexander Ostrowskis Märchenerzählung und dem ihr folgenden Libretto nicht – denn am Ende muss nicht nur die zarte Titelheldin sterben, sondern hinterlässt auch in ihrem kleinen Dorf einige Verwirrung. Die Entdeckung der Liebe und ihrer Verwicklungen steht gleichnishaft für das Ausgeliefertsein der Menschen an nicht wirklich beherrschbare Elementarmächte – eine Erfahrung, die jeder Einzelne selbst im virtuell geprägten 21. Jahrhundert immer wieder machen muss.

Anders, als es der Titel suggeriert, spielt sich die zart-lyrische Tragödie nicht zwischen Weihnachten und Fasching, sondern vor allem im Frühling und Sommer ab – was erklärbar macht, dass die Moskauer Aufzeichnung im Juni entstanden ist; auch in dieser Dimension ist das Stück also quasi "zeitlos". Am Pult des Bolschoj-Orchesters steht dabei zumindest für die Berliner Konzerthörer ein guter Bekannter: Tugan Sokhiev, der vor seiner Berufung auf die Chefposition des größten russischen Opernhauses einige Spielzeiten lang das Deutsche Symphonie-Orchester in der Bundeshauptstadt leitete.

Bolschoj Theater Moskau
Aufzeichnung vom 15. Juni 2017

Nikolaj Rimskij-Korsakow
"Schneeflöckchen", Oper in einem Prolog und vier Akten
Libretto: der Komponist nach dem gleichnamigen Märchen von Alexander Ostrowski

Olga Seliverstova, Sopran - Schneeflöckchen
Alexandra Kadurina, Alt - Lel, ein Hirte
Anna Nechaeva, Sopran - Kupawa, ein junges Mädchen
Elchin Azizov, Bariton - Misgir, ein Kaufmann
Bogdan Volkov, Tenor - Zar Berendej
Agunda Kulaeva, Mezzosopran - Frühlingsfee
Gleb Nikolsky, Bass - König Frost
Roman Muravitsky, Tenor - Bakula, ein Häusler
Marina Lapina, Mezzosopran - Bakulas Gattin
Vladimir Komovich, Bass - Bermata, Bojar und Vertrauer des Zaren
Marat Gali, Tenor - Waldgeist
Vadim Babichuk, Tenor - Erster Bote
Valery Gilmanov, Bass - Zweiter Bote
Nikolai Kazansky, Bass - Maslenitsa, eine Strohpuppe
Eleonora Gvozdkova, Mezzosopran - Diener des Zaren
Chor und Orchester des Bolschoj-Theaters
Leitung: Tugan Sokhiev

Konzert

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