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Freitag, 15.12.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Riga: Demonstration für Restaurierung von Wagnersaal

Der Saal ist seit fast einem Jahrzehnt geschlossen

Mehrere Dutzend Menschen haben in Riga für die Restaurierung des Wagnersaals in der lettischen Hauptstadt demonstriert. Auszüge aus Richard Wagners Oper Tannhäuser singend zogen sie einem Bericht des lettischen Rundfunk zufolge mit Plakaten durch die Innenstadt. Mit ihrem Protest wollten die Wagnerianer nach eigenen Angaben die staatliche Immobilienverwaltung davon überzeugen, das renovierungsbedürftige Gebäude als Konzert- und Aufführungsraum wiederherzustellen. Ehe er als Opernkomponist bekannt wurde, war Wagner von 1837 bis 1839 als Kapellmeister in Riga am städtischen Deutschen Theater. In dem mehrfach umgebauten Gebäude in der heute nach ihm benannten Straße ist seit Ende der 1980er Jahre der Wagner-Konzertsaal. Der Bau in der Altstadt von Riga ist in schlechtem Zustand und seit fast einem Jahrzehnt geschlossen.

Neues Stadtmuseum eröffnet in Frankfurt am Main

Historisches Museum wird zu "Stadtmuseum für das 21. Jahrhundert"

Nach zehn Jahren Planung und Bau wird das neue Stadtmuseum in Frankfurt am Main eröffnet. Laut Museumsdirektor Jan Gerchow ist ein "Museumsquartier" mit fünf Gebäuden für 75 Millionen Euro entstanden. "Das Historische Museum Frankfurt ist von einem Fachmuseum für Geschichte zu einem Stadtmuseum für das 21. Jahrhundert verwandelt worden", sagte Gerchow. Während des Baus kam eine Mole des Mainhafens aus der Stauferzeit zum Vorschein, die in das Museum integriert wurde. Konzipiert hat das Ensemble das Stuttgarter Büro Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten.

Geraubte Altarbilder kehren nach Österreich zurück

Die Gemälde wurden bei zwei Sammlern im italienischen Ferrara sichergestellt

Acht gotische Altarbilder, die 1986 und 1987 aus zwei Kirchen in Österreich geraubt worden waren und in Italien wieder aufgetaucht sind, kehren nun zurück.
Die italienischen Behörden übergaben Wiens Botschafter beim Heiligen Stuhl, Alfons M. Kloss, und der Diözesankonservatorin von Gurk-Klagenfurt, Rosmarie Schiestl, in Rom acht Tafelbilder mit zwölf Motiven. Sie stammen aus der Wallfahrtskirche Bad Sankt Leonhard in Kärnten sowie der Pfarrkirche von Hallstatt in Oberösterreich. Die für Kunstraub spezialisierte Einheit der Carabinieri hatte die Gemälde bei zwei Sammlern in Ferrara sichergestellt; österreichische Kunstexperten identifizierten sie als die damals gestohlenen. Die jetzt sichergestellten Gemälde aus Bad Sankt Leonhard wurden um 1513 von Malern der sogenannten Judenburger Werkstatt geschaffen; Kunsthistorikerin Schiestl bewertet sie als Meisterwerke.

Chemie-Nobelpreis würdigt neue Mikroskopie-Technik

Preis geht an Forscher Jacques Dubochet, Joachim Frank und Richard Henderson

Für die Entwicklung einer neuen Mikroskopie-Technik, die winzige Biomoleküle im Detail sichtbar macht, bekommen drei Forscher den Nobelpreis für Chemie. Der Schweizer Jacques Dubochet, der Deutsch-Amerikaner Joachim Frank und der Brite Richard Henderson hätten die Biochemie mit der Kryo-Elektronenmikroskopie (Kryo-EM) in eine neue Ära geführt, heißt es von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm. "Sie haben eine komplett neue Welt für uns geöffnet", urteilte Nobel-Juror Peter Brzezinski. Die Technik werde in den kommenden Jahren unter anderem die Entwicklung von Medikamenten revolutionieren, sind Experten überzeugt. Sie ist eine Weiterentwicklung der Elektronenmikroskopie, die bereits Anfang der 1930er Jahre erfunden wurde. Lange Zeit glaubte man, dass diese sich nur für unbelebte Materie eigne, weil der starke Elektronenstrahl biologisches Material zerstört. Dass dies ein Irrtum ist, bewiesen die drei diesjährigen Preisträger. Das Preisgeld von neun Millionen Schwedischen Kronen (rund 940 000 Euro) teilen sich die drei Preisträger zu gleichen Teilen. Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Neue Islam-Akademie an Frankfurter Goethe-Universität

Akademie soll den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken

An der Frankfurter Goethe-Universität entsteht eine "Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft". Sie soll die Position islamisch-theologischer Studien im deutschen Wissenschaftssystem und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin mitteilte. Es fördert die Akademie nach eigenen Angaben in den nächsten fünf Jahren mit 8,5 Millionen Euro. Weitere 2,8 Millionen Euro kämen von der Stiftung Mercator. Koordinator des Akademieprojekts ist Bekim Agai, Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart an der Goethe-Universität und Geschäftsführender Direktor des standortübergreifenden Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen.

Nagano und Delnon bleiben bis 2025 in Hamburg

Kent Nagano bleibt Generalmusikdirektor, Georges Delnon Intendant

Dirigent Kent Nagano soll bis Sommer 2025 Hamburger Generalmusikdirektor bleiben. Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper habe eine Verlängerung seines Vertrages um weitere fünf Jahre beschlossen, teilte die Kulturbehörde mit. Gleiches gelte für Intendant Georges Delnon. Beide hatten mit der Spielzeit 2015/16 ihren Einstand gegeben. Das Orchester leitet Nagano seit 2006, bis 2013 war er Generalmusikdirektor in München. Der Schweizer Delnon war vor seiner Arbeit als Intendant in der Hansestadt Direktor am Theater Basel.

Zadie Smith: "Kontext in Rassismus-Debatten beachten"

"Dinge haben unterschiedliche Bedeutungen zu unterschiedlichen Zeiten"

In vielen derzeitigen Diskussionen über Rassismus wird nach Meinung der britischen Autorin Zadie Smith ("Zähne zeigen") der historische Kontext vernachlässigt. "Dinge haben unterschiedliche Bedeutungen zu unterschiedlichen Zeiten", sagte die 41-Jährige zum Auftakt des Literaturfestivals Lit.Cologne Spezial in Köln. Den Kontext auszuklammern, sei schlichtweg dumm, kritisierte sie. Als Beispiel dafür nannte sie eine Diskussion in den USA über eine Darbietung von Fred Astaire aus dem Filmmusical "Swing Time" von 1936. Der berühmte Tänzer tritt darin mit schwarz geschminktem Gesicht auf. Nach Meinung von Smith ist diese Szene nicht als rassistisch zu bewerten, sondern im Gegenteil als Hommage an eine große schwarze Tanztradition. Dies werde an kleinen Details deutlich, etwa dadurch, dass sich Astaire keine wulstigen roten Lippen geschminkt habe und nicht mit den Augen rolle.

Der Komponist Klaus Huber ist tot

Er starb bereits am Montag im Alter von 92 Jahren

Klaus Huber war einer der letzten Großen der modernen Zwölftonmusik. Jetzt ist der Schweizer Komponist, Dirigent und Geiger an seinem Zweitwohnsitz in der italienischen Provinz Perugia gestorben. Ausgangspunkt seines musikalischen Schaffens war die Serielle Musik in der Nachfolge Anton Weberns. Ab den 1980er Jahren befasste sich Klaus Huber ausführlich mit der arabischen Musik und ihrer Theorie. Nach einer Ausbildung als Lehrer studierte Huber zwischen 1947 und 1955 Musiktheorie, Komposition und Violine in Zürich. In den 1950er Jahren gelangte er zu internationaler Bekanntheit und wurde in der Folge mehrfach prominent ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem renommierten Musikpreis der Ernst von Siemens Stiftung. Viele seiner Schüler sind heute selbst international erfolgreiche und bekannte Komponisten, darunter Brian Ferneyhough, Wolfgang Rihm, Toshio Hosokawa und Younghi Paag-Phan, seine spätere Ehefrau.

Kate Winslet spielt im neuen "Avatar"-Film mit

Erste Zusammenarbeit von Regisseur James Cameron und Winslet seit 20 Jahren

Oscarpreisträgerin Kate Winslet ("Der Vorleser") wird nach übereinstimmenden US-Medienberichten eine Rolle in der Fortsetzung des 3D-Fantasy-Spektakels "Avatar" übernehmen. Das sagte Regisseur James Cameron (63) dem Online-Portal "Deadline". "Kate und ich versuchen seit 20 Jahren wieder etwas zusammen zu machen", sagte der Kanadier demnach. Ihre damalige Zusammenarbeit an dem Erfolgsfilm "Titanic" sei eine der ergiebigsten Erfahrungen seiner Karriere gewesen. Er könne es kaum erwarten zu sehen, wie Winslet die Figur "Ronal" zum Leben erwecken werde. Die erste von vier "Avatar"-Fortsetzungen soll im Dezember 2020 in die Kinos kommen.

Literaturfestival: Erste Lit.Ruhr startet

Nick Hornby, Zadie Smith und Donna Leon lesen im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet startet das neue Literaturfestival Lit.Ruhr. Die Veranstaltungen sollen ein breites Publikum ansprechen. Fast die Hälfte aller Termine richtet sich an Kinder und Jugendliche und findet am Vormittag statt. Für die erste Ausgabe des Festivals haben die Veranstalter mehrere bekannte Autoren wie Nick Hornby ("About a boy"), Zadie Smith ("White Teeth") oder die Krimiautorin Donna Leon ("Commissario Brunetti") verpflichten können. Bis zum 8. Oktober sind in Essen, Dortmund, Duisburg und Bochum knapp 80 Veranstaltungen geplant, wie der Trägerverein lit mitteilte. Der Verein organisiert auch das etablierte Literaturfestival Lit.Cologne in Köln. Eine Lit.Ruhr soll es auch 2018 und 2019 geben, bevor über eine Fortsetzung entschieden wird.

Yahoo: Hackerangriff im Jahr 2013 größer als gedacht

Internetkonzern räumt neue Zahlen ein

Danach waren von dem Datendiebstahl alle drei Milliarden Nutzerkonten betroffen. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Yahoo noch von gut einer Milliarde gesprochen. Einen derart umfangreichen Datenklau hat es noch nie gegeben. Das Unternehmen ergänzte aber, zu den gestohlenen Informationen gehörten keine Klartext-Passwörter sowie keine Zahlungsdaten. Viele der drei Milliarden Nutzerkonten seien zwar eröffnet, aber nur kurz oder gar nicht genutzt worden. Mit dem Hackerangriff soll sich nun der US-Senat beschäftigen. Eine Anhörung dazu sei noch für diesen Monat geplant, sagte Senator John Thune, der dem Wirtschaftsausschuss vorsitzt.

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Fazit

Kunsthalle MannheimEin neues Haus für die Kunst
Besucher betrachten am 15.07.2017 in Mannheim durch ein Panoramafenster des Neubaus der Kunsthalle den Mannheimer Wasserturm.  (dpa / picture-alliance / Uwe Anspach)

Es gibt sie noch, die Großprojekte, die wie geplant zum Abschluss kommen. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Kunsthalle Mannheim fertig gestellt. Mehr als 50 der 68 Millionen Euro Baukosten wurden gespendet. Die Architektur wurde von Künstlern beeinflusst.Mehr

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