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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Mai 2017

Rekordpreis für Basquiat-Gemälde

Japanischer Sammler zahlt 110 Millionen Dollar

Ein Werk des Malers und Graffiti-Künstlers Jean-Michel Basquiat hat bei einer Versteigerung eine Rekordsumme erzielt. Der bunte Totenkopf aus dem Jahr 1982 wurde für umgerechnet fast 100 Millionen Euro von einem japanischen Milliardär erworben. Nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's ist das der höchste Preis, der je für das Werk eines US-Künstlers bei einer Versteigerung gezahlt wurde. Das Gemälde im Graffiti-Stil soll in einem Museum in der japanischen Stadt Chiba ausgestellt werden. Basquiat war Ende der 80er im Alter von 27 Jahren an einer Überdosis Heroin gestorben.

Gedächtniskirche soll nationales Denkmal werden

Experten vermissen Engagement des Bundes für das Berliner Gebäude

Die Berliner Gedächtniskirche soll ein nationales Kulturdenkmal werden. Das fordert Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. Als Mahnmal gegen den Krieg und ein Zeugnis der Architektur-Moderne kümmere sich die Bundeskulturpolitik nicht ausreichend um das Gebäude. Rund 1,3 Millionen Menschen besuchen jährlich dieses Wahrzeichen Berlins. Mit dessen Instandhaltung sei die Gemeinde überfordert. Das Kirchenensemble besteht aus der Ruine des Kirchturms und drei weiteren Gebäuden, die nach dem Krieg durch den Architekten Egon Eiermann hinzugefügt wurde. Experten unterstützen die Forderung, die Kirche zu einem nationalen Kulturdenkmal zu machen. Seit zwei Jahren macht sich ein Beirat Gedanken über die Zukunft der Kirche. Zu dem Gremium gehört neben anderen der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse.

Abkommen soll illegalen Kunsthandel erschweren

Sechs Staaten unterzeichnen Übereinkommen des Europarats in Nikosia

Bei einem Ministertreffen des Europarats in der zyprischen Hauptstadt Nikosia haben sechs Staaten ein Abkommen unterzeichnet, das strafrechtliche Maßnahmen zum Kampf gegen den Schmuggel von Kulturgütern zur Finanzierung von Terroraktivitäten vorsieht. Es handelt sich um Armenien, Griechenland, Mexiko, Portugal, San Marino und Zypern. Der zyprische Außenminister Ioannis Kasoulides sprach von einem "großen Schritt nach vorne zum Schutz unseres kulturellen Erbes". Er rief alle Staaten auf, das Abkommen so bald wie möglich zu unterzeichnen und durch ihre Parlamente ratifizieren zu lassen. Das Übereinkommen tritt in Kraft, wenn mindestens fünf Staaten es ratifizieren. Beitreten können nicht nur die 47 Europaratsländer, sondern alle Staaten weltweit. Die Experten im Europarat hoffen nicht zuletzt auf einen Beitritt der USA, wo die Strafverfolgung für die Einfuhr von Kulturgütern lasch gehandhabt wird. Der Text ergänzt andere internationale Verträge wie etwa die Konvention der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) zum Schutz des Kulturerbes. Einigen Experten zufolge ist der illegale Kunsthandel die drittgrößte Einnahmequelle des organisierten Verbrechens - nach dem Schmuggel mit Drogen und Waffen.

Buhrufe bei Premiere von Netflix' "Okja" in Cannes

Wegen technischer Probleme wurde zudem die Vorführung unterbrochen

Buhrufe und technische Probleme haben die umstrittene Vorführung des Netflix-Films "Okja" im Wettbewerb des Festivals von Cannes überschattet. Schon zu Beginn der Vorführung buhten Zuschauer, als das Netflix-Logo auf der Leinwand erschien.Dann wurde die Pressevorführung für mehrere Minuten unterbrochen, weil der Vorhang im Festivalpalast einen großen Teil der Leinwand verdeckte. Im Wettbewerb von Cannes sind zwei Filme des Streamingdienstes Netflix vertreten: Neben "Okja" vom südkoreanischen Regisseur Bong Joon Ho ist auch "The Meyerowitz Stories" des US-Regisseurs Noah Baumbach im Rennen um die Goldene Palme. Die Nominierung zweier Filme eines Streaming-Dienstes hatte im Vorfeld eine Kontroverse ausgelöst. Der spanische Regisseur und diesjährige Jurypräsident Almodóvar hatte sogar gefordert, dass der Gewinner der Goldenen Palme in den Kinos zu sehen sein müsse. Dies ist für die Netflix-Wettbewerbsfilme zunächst nicht geplant. Am Abend sollte "Okja" im offiziellen Festivalprogramm gezeigt werden.

Dobschall wird Leiter des Bereichs Orchester

Das teilte der Norddeutsche Rundfunk mit

Achim Dobschall wird zum 1. September neuer Leiter des Bereichs Orchester, Chor und Konzerte im Norddeutschen Rundfunk (NDR). Der Manager des NDR Elbphilharmonie Orchesters werde Nachfolger von Andrea Zietzschmann, die als Intendantin zu den Berliner Philharmonikern geht, teilte der NDR mit. "Achim Dobschall hat als Orchestermanager seit rund 15 Jahren die Entwicklung des NDR Sinfonieorchesters zum NDR Elbphilharmonie Orchester entscheidend mitgeprägt", sagte Intendant Lutz Marmor. "Ich bin mir sicher, dass er die Aufgaben als Leiter eines Bereichs mit vier Musikensembles hervorragend meistern wird."

Dr. Oetker entdeckt weitere Raubkunst

Bislang gab es drei Funde in der Kunstsammlung des Familienunternehmens

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker hat in seiner Kunstsammlung ein weiteres Werk als NS-Raubkunst ermittelt und entschädigt die Erbengemeinschaft der früheren Besitzerin finanziell. Es handelt sich um einen Silberbecher in Form einer Windmühle aus dem 17.Jahrhundert. Das Kunstwerk war auf der Kunstmesse in Maastricht ausgestellt und dann 2009 von der Kunstsammlung in Bielefeld gekauft worden. 2011 hatte die Erbengemeinschaft der früheren Besitzerin Emma Ranette Budge eine Suchmeldung veröffentlicht. "Das Kuratorium der Kunstsammlung begrüßt heute die Übereinkunft mit der Erbengemeinschaft Emma Ranette Budge", heißt es in einer Pressemitteilung. Das Kunstwerk bleibt demnach in der Sammlung. Die Aufarbeitung der Herkunft der Werke aus der Oetker-Sammlung war im Frühjahr 2015 in Auftrag gegeben worden. Bislang gibt es drei Funde. Die Privatsammlung ist maßgeblich von Rudolf-August Oetker (1916-2007), dem Enkel des Firmengründers, aufgebaut worden. Die Suche nach unrechtmäßig durch die Nazis enteigneter Kunst in der eigenen Unternehmenssammlung gilt als beispielhaftes Engagement.

Deutsch-französischer Jugendliteraturpreis verliehen

"Ideenreich, verrückt, poetisch" und "lustig und liebevoll", urteilt die Jury

Die Stuttgarter Autorin Angela Mohr und die aus dem französischen Aix-les-Bains stammende Autorin Muriel Zürcher haben den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis in Saarbrücken erhalten. Mohr wird für ihren Jugendroman "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen" ausgezeichnet. Zürcher für "Robin des graffs". Die Poesie des Romans von Mohr habe die Jury gefangen genommen, betonte Jurymitglied Stefan Hauck. "Ideenreich, verrückt, poetisch entfaltet sich hier eine mitreißende, abenteuerliche Geschichte über Fragen, Krisen, überwindbare Ängste und Lebensmut". Über Zürchers Roman urteilte die Jury: "Fernab von Vorurteilen treffen hier zwei Schicksale auf unterwartete, lustige und liebevolle Weise aufeinander." Die Vergabe des seit 2013 existierenden Preises liegt bei der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse. Die beiden Preisträger erhalten jeweils 6.000 Euro. Und auch die Übersetzer bekommen Geld: jeweils 2.000 Euro.

Gilbert & George stellen in Berliner Kirche aus

Die Künstler lehnen die Kirche ab, zeigen aber dort ihre "Sündenbock-Serie"

Obwohl die britischen Künstler Religion für Humbug halten und die Kirche ablehnen, zeigen sie zum Reformationsjubiläum eine Ausstellung in der Berliner St.Matthäus-Kirche. Ihnen "gehe es um den großen Gegenwartskonflikt, den Krieg der Religionen", sagte das Künstlerduo. "Allein die Idee, dass man jemanden nicht heiraten kann, der einer anderen Religion angehört, ist lächerlich. Religion nimmt uns die Freiheit." Und so setzen sie sich in großformatigen Fotomontagen aus ihrer "Sündenbock-Serie" von 2013 radikal und provokativ mit den Themen Religion, Fundamentalismus und Terrorismus auseinander. Der Kirchenverantwortliche, Pfarrer Christhard-Georg Neubert von der Stiftung St. Matthäus, hält die Ausstellung für richtig und wichtig. Die Ausstellung läuft im Rahmen des Projekts "Luther und die Avantgarde" vom 19. Mai bis 17. September. Auf Initiative der Bonner Stiftung für Kunst und Kultur setzen sich zahlreiche zeitgenössische Künstler mit den Ideen des großen Reformators auseinander. In Wittenberg sind die Arbeiten von 66 internationalen Künstlern zu sehen, darunter Ai Weiwei, Markus Lüpertz und Jonathan Meese.

Autorin Emmanuèle Bernheim ist tot

Französische Schriftstellerin starb mit 61 Jahren

Die Französische Autorin Emmanuèle Bernheim ist tot. Das teilt der Carl Hanser Verlag mit. Bernheim veröffentlichte mehrere Romane. Ihr 1993 mit dem Prix Médicis ausgezeichnetes Buch "Sa Femme" wurde in 25 Sprachen übersetzt. Zudem war Bernheim als Drehbuchautorin tätig. Mehrfach arbeitete sie mit dem Filmemacher François Ozon zusammen - besonders erfolgreich war der Film „Swimming Pool". Zuletzt erschien 2013 ihr Buch "Tout s’est bien passé", ("Alles ist gutgegangen") ein literarischer Erfahrungsbericht über Sterbehilfe, in dem sie über den selbstbestimmten Tod ihres hochbetagten Vaters schreibt. Am 10. Mai erlag Emmanuèle Bernheim mit 61 Jahren einem Krebsleiden.

Literaturportal für geflüchtete Autoren gegründet

"Weiter Schreiben" ermöglicht Veröffentlichungen in Deutschland

Unter dem Titel "Weiter Schreiben" bietet ein neues Literaturportal geflüchteten Schriftstellern die Möglichkeit, ihre Werke in Deutschland zu veröffentlichen. Dabei bilden sie mit namhaften deutschen Kollegen jeweils ein Tandem, um gemeinsam an den Texten und Übersetzungen zu arbeiten. Beteiligt sind etwa Svenja Leiber, Tanja Dückers, Monika Rinck und David Wagner. Die Initiatorinnen Annika Reich und Ines Kappert stellten das Projekt am Donnerstagabend in Berlin vor. "Wir haben mit Autorinnen und Autoren aus Krisengebieten gesprochen und sie gefragt, was sie sich wünschen. Die Antwort war: Weiter schreiben", berichtete Reich. Getragen wird das Projekt von der Initiative "Wir machen das" und dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung. Es soll vor allem eine Plattform für die geflüchteten Autoren sein, um auch in der Fremde wieder Kontakt zu Kollegen und Verlagen zu bekommen. Die ersten Texte, etwa von dem bekannten jemenitischen Dichter Galal Alahmadi, sind bereits veröffentlicht. Bis Ende des Jahres sollen es mehr als 40 Beiträge sein (www.weiterschreiben.jetzt).

Remarque-Friedenspreis an Asli Erdogan

Die türkische Journalistin und Schriftstellerin war unlängst in der Türkei inhaftiert

Eine scharfe Kritikerin des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bekommt in diesem Jahr den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. Die türkische Journalistin und Schriftstellerin Asli Erdogan werde vor allem für die aktuelle Essaysammlung "Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch" über die Auswirkungen des Putsches im vergangenen Jahr in der Türkei ausgezeichnet, sagte der Jury-Vorsitzende, Universitätspräsident Wolfgang Lücke. Asli Erdogan war in jüngster Zeit unter anderem wegen ihres Einsatzes für Kurden inhaftiert. Mittlerweile sei sie wieder frei, dürfe das Land aber nicht verlassen. Der mit 5.000 Euro dotierte Sonderpreis geht an die pro-europäische Initiative "Pulse of Europe", "eine wunderbare Bewegung, die ein derzeit dringend notwendiges Signal für Europa aussende", so Lücke. Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erinnert an das pazifistische Engagement des in Osnabrück 1898 geborenen Schriftstellers.

Treffen von Europarats-Außenministern auf Zypern

Kulturgut soll ein Thema in Zypern sein

Die Außenminister der 47 Mitgliedstaaten des Europarats treffen sich am heutigen Freitag auf Zypern. Dort können sie die Konvention gegen den illegalen Handel mit Kulturgut zu unterzeichnen. Diese war Anfang Mai vom Europarat angenommen worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte die Konvention als "wichtiges Signal" bezeichnet, denn damit werde der Schutz von Kulturgut auf internationaler Ebene gestärkt. Die Vereinbarung sei zudem eine "bedeutsame Bestätigung" für das deutsche Kulturgutschutzgesetz, das seit August 2016 gilt. Das europäische Abkommen legt fest, welche Straftaten im Rahmen des illegalen Handels mit Kulturgütern verfolgt werden. Dazu zählen u.a. die Zerstörung von Kulturgütern, rechtswidrige Ausgrabungen sowie der illegale Erwerb und die vorsätzliche Fälschung von Dokumenten. Die Konvention des Europarates tritt in Kraft, wenn fünf Staaten die Konvention unterzeichnet. Auch Staaten, die nicht Mitglied des Europarates sind, können nach Zustimmung des Europarates der Konvention beitreten.

Sydneys Oper wird gründlich renoviert

Kosten werden auf 190 Millionen Euro geschätzt

Das Sydney Opera House, das Opernhaus von Sydney, wird zum ersten Mal seit der Eröffnung 1973 gründlich renoviert. Vor allem die Akustik soll verbessert werden. Die Arbeiten an einem der berühmtesten Gebäude der Welt sollen nächste Woche beginnen, sechs Jahre dauern und an die 275 Millionen australische Dollar (etwa 190 Mio Euro) kosten. Zum Auftakt wird der zweitgrößte Saal, das Joan-Sutherland-Theater mit 1500 Plätzen, überarbeitet und Mitte 2019 soll die Renovierung des großen Konzertsaals mit fast 2700 Plätzen folgen. Auch ein deutsches Ingenieurbüro ist beteiligt. Aktuell hat die Oper pro Jahr 8,2 Millionen Besucher. Damit ist sie Australiens Sehenswürdigkeit Nummer eins. Mehr als 1,5 Millionen sahen sich vergangenes Jahr aber auch die Vorstellungen an.

Glocke der Thomaskirche muss saniert werden

Sogar Luther soll ihr Geläute in Leipzig gehört haben

Das historische Glockengeläut in der Leipziger Thomaskirche muss saniert werden. Probleme machten das Alter der Technik und eine falsche Aufhängung der größten Glocke, sagte die Geschäftsführerin des Fördervereins Thomaskirche-Bach 2000, Helke Rubitzsch. Der Verein, die Kirchgemeinde und Studenten der Leipziger Handelshochschule bereiten gemeinsam eine Spendenaktion vor. Die Kosten der Sanierung werden auf 300 000 Euro . Die größte Glocke 'Gloriosa' sei 540 Jahre alt. "Wir gehen davon aus, dass sogar Luther sie noch gehört hat", sagte Rubitzsch. Die anderen Glocken stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Steinmeier besucht Warschauer Buchmesse

Deutschland ist Gastland der Veranstaltung

Bundespräsident Steinmeier und sein polnischer Kollege Duda besuchen heute gemeinsam die Warschauer Buchmesse. So soll ein Zeichen für die kulturelle Verbundenheit beider Länder gesetzt werden. "Worte bewegen" ist das Motto des deutschen Messestands. Das deutsch-polnische Verhältnis ist seit dem Regierungsantritt der Partei Recht und Gerechtigkeit PiS im Jahr 2015 angespannt. Regierungschefin Szydlo wird ebenfalls mit Steinmeier zusammentreffen. Sie hatte die deutsche Flüchtlingspolitik besonders laut kritisiert.

Europäischer Medienpreis für Rolf-Dieter Krause

Langjähriger Brüssel-Korrespondent erhält Karlsmedaille

Der frühere Leiter des ARD-Studios Brüssel Rolf-Dieter Krause hat den europäischen Medienpreis bekommen. Der Fernsehjournalist habe über viele Jahre mit kritischem Urteilsvermögen und profunder Sachkenntnis die teils komplexen Sachverhalte der europäischen Politik nachvollziehbar erläutert, hieß es in der Begründung zur Wahl. Mit der Karlsmedaille für europäische Medien werden Menschen und Institutionen aus dem Medienbereich ausgezeichnet, die in besonderer Weise zur europäischen Einigung und Identität beigetragen haben.

Feierliche Rückgabe von Gebeinen an Neuseeland

Sterbliche Überreste der Maori waren 1896 ins Bremer Übersee-Museum gelangt

Eine Delegation des Te Papa Museum aus Wellington hat in Bremen Gefäße mit den Überresten von Maori und Moriori in Empfang genommen. Das Bremer Übersee-Museum gab die Sammlungsobjekte bei einer feierlichen Zeremonie nach den Riten der Ureinwohner Neuseelands zurück. 1896 waren rund 44 Gebeine nach einer Forschungsreise nach Bremen gelangt. "Dies entsprach dem Sammlungsverhalten und dem anthropologischen Interesse jener Zeit" erläuterte Wiebke Ahrndt, von der Arbeitsgruppe Human Remains beim Deutschen Museumsbund. Das neuseeländische Te Papa Museum war im Juli 2013 mit einem Rückgabegesuch an das Bremer Museum herangetreten. Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) sagte bei der Veranstaltung: "Aus heutiger Sicht widerspricht der Erwerb solcher Sammlungen der Menschenwürde. Wir haben die Verantwortung, dieses Unrecht nun zu beenden, wiedergutmachen lässt es sich nicht." Deshalb habe der Senat der Rückgabe zugestimmt.

Grüne fordern bessere Absicherung für Künstler

Kontroverse in Plenarsitzung zur Kulturförderung

Im Bundestag haben sich die Grünen für eine bessere soziale Absicherung von Künstlern eingesetzt. Als Freiberufler fielen viele Kultur- und Kreativschaffende oft durch das soziale Raster und seien überproportional häufig von Altersarmut bedroht, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Ulle Schauws am Donnerstag in der Plenardebatte zur Kulturförderung. "Existenzängste sind gerade für Kreative Gift", sagte sie, und forderte: "Schluss mit der brotlosen Kunst, Zeit für soziale Absicherung. Die Unionsabgeordnete Ute Bertram nannte die Grünen-Vorschläge einen "Kulturverhinderungsantrag". Kunst brauche Freiheit statt mehr Reglement. SPD-Kulturexperte Siegmund Ehrmann sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern im Kulturbereich zu stärken, um die mangelnde Abstimmung zu verbessern.

Brahms-Preis für Herbert Blomstedt

Die Interpretationen des 89-jährigen Dirigenten gelten als zeitlos

Der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt wird mit dem Brahms-Preis ausgezeichnet, wie die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein mitteilte. Der "Grandseigneur des Taktstocks" begeistere seit mehr als sechs Jahrzehnten mit herausragenden dirigentischen Leistungen das Konzertpublikum, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird Blomstedt am 10. Juni in der St.Bartholomäus-Kirche in Wesselburen überreicht. Weitere Preisträgern des Brahms-Preises waren unter anderen Leonard Bernstein, Sabine Meyer und Anne-Sophie Mutter. Herbert Blomstedt ist seit 2016 Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie.

Regisseur Farhadi erhält Oscar in Cannes

Aus Protest gegen das US-Einreiseverbot war der Iraner nicht nach Los Angeles gereist

Mit dreimonatiger Verspätung hat der iranische Regisseur Asghar Farhadiden seinen Oscar der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Cannes entgegengenommen. Farhadiden hatte die Auszeichnung im Februar mit seinem Film "The Salesman" in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" gewonnen. Der Oscar-Zeremonie war er aus Protest gegen das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Menschen aus mehreren islamischen Staaten ferngeblieben. Farhadi lobte Cannes, die Stadt sei " ein Ort, wo die Kulturen miteinander reden". "The Salesman» erzählt die Geschichte eines Paares, das in einer Theatergruppe Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" aufführt.

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