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Samstag, 18.11.2017

Hörspiel / Archiv | Beitrag vom 18.06.2017

Reihe: Vielstimmig | Kommunikationsversuche und Small-TalkDie Auswanderer | Gespräche an Tischen

Von Ernst Jandl | Jan Rys

Der österreichische Schriftsteller und Dichter Ernst Jandl in den 70-er Jahren. (picture alliance / dpa / Porträtdienst)
Der österreichische Schriftsteller und Dichter Ernst Jandl in den 70-er Jahren. (picture alliance / dpa / Porträtdienst)

In den beiden Hörspielen von Ernst Jandl und Jan Rys wird mit Sprache jongliert und experimentiert.

Die Auswanderer
Ein groteskes Spiel um die Jahrhundertwende

Von Ernst Jandl

"Die Auswanderer" ist ein Sprachexperiment, das ein um 1900 erschienenes Schulbuch nutzt, eine Sammlung von Musteraufsätzen. Phonetik und Semantik verschmelzen, es entstehen neue Satz- und Sinngebilde. Dann verlässt ein Schiff den Hafen. "Die Fahne flatterte, die Auswanderer guckten auf die Wellen."

Von Ernst Jandl
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
Mit: Kurt Lieck, Ingeborg Wellmann, Margot Leonard, Josef Meinertzhagen, Marianne Mosa, Michael Thomas, Heinz Schacht, Hansjörg Felmy, Maria Krasna, Alois Garg, Alwin Joachim Meyer, Bettina Dorn, Cay-Michael Wolf
Produktion: WDR 1970
Länge: 17'50

Ernst Jandl, 1925 geboren in Wien, wo er im Jahr 2000 verstarb. Schrieb Lyrik, Hörspiele und anderes. Gewann zahlreiche Preise, so etwa 1984 den Büchner-Preis oder 1995 den Hölderlin-Preis. Schrieb u.a. die Hörspiele "Das Röcheln der Mona Lisa" (BR/HR/NDR 1970), "Die Humanisten" (WDR 1977) oder "Aus der Fremde" (HR/WDR 1980). Hörspiele gemeinsam mit Friederike Mayröcker u.a. "Der Gigant" (WDR 1969), "Spaltungen" (WDR/SWF 1970) sowie "Fünf Mann Menschen" (SWF 1968), das 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde. Jandl wurde 1989 mit dem Frankfurter Hörspielpreis für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. 

Gespräche an Tischen
(Kunstkopfproduktion)

Von Jan Rys

Gemächliches Treiben in einem Wiener Kaffeehaus. Es knüpft sich ein Netz aus Konversationsfetzen um Geld, Liebe, Sportwagen, versetzt mit allerlei Affronts.

Regie: Ulrich Gerhardt
Mit: Christine Merthan, Walter Riss, Dolores Schmidinger, Brigitte Neumeister, Susi Nicoletti, Bernd Spitzer, Stephan Paryla, Jane Tilden, Carl Bosse, Kurt Sowinetz, Otto Ambros, Grete Zimmer, Heinz Marecek, Eva Kerbler, Rudolf Rösner, Martha Wallner, Fred Liewehr
Ton: Michael Redlich, Michael Sprock
Produktion: RIAS Berlin/ORF 1974
Länge: 41'13

(Wdh. v. 09.06.1975)

Jan Rys, 1931 in Ostrava, war tschechisch-österreichischer Hörspielautor, Lyriker, Maler und Übersetzer. Gründete 1970 mit dem ORF u.a. das "Internationale Hörspielzentrum". Rys verfasste insgesamt über 50 Hörspiele wie "Grenzgänger" (NDR 1960), "Franta" (BR/RB/SWF 1965) oder "Empfang in einem besetzten Haus" (SFB/WDR 1977). Der Autor starb 1986 im Burgenland.

Hörspiel

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