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Tonart | Beitrag vom 18.04.2016

Reihe "Swinging London"Wie London zur Hauptstadt der Popkultur wurde

Beatle-Star John Lennon bei einem Gastauftritt in der Fernsehshow "Not only ... but also". (Imago / United Archives International)
Swinging London: Beatle John Lennon bei einer Fernsehaufzeichnung. (Imago / United Archives International)

Vor 50 Jahren prägte das "Time"-Magazin den Begriff "London – The Swinging City" und lieferte damit auch die Umschreibung dafür, warum London damals der Hotspot der Popkultur wurde. Die Tonart befragt in einer kleinen Reihe wichtige Akteure der damaligen Zeit.

"London – The Swinging City" - vor 50 Jahren titelte das "Time"-Magazin mit diesen Worten, und ein Begriff, der Popgeschichte schrieb, war geprägt: Die Beatles und die Rolling Stones, The Who und The Kinks brachten das Nachkriegs-Großbritannien genauso durcheinander wie die geometrischen Haarschnitte von Vidal Sassoon, Pop Art und Op Art, Twiggy und Anita Pallenberg, und natürlich die Erfindung des Minirocks.

Das alles vor der Kulisse einer grauen Stadt, in der noch bis Mitte der 50er-Jahre Lebensmittel rationiert waren und Bombenkrater klafften.

Umso plötzlicher kam Mitte der 60er-Jahre der Konsum-Boom, und als Hintergrund dazu noch der Profumo-Skandal und der Lady Chatterley-Prozess – die Gesellschaft stand Kopf, das Establishment sah auf einmal sehr nackt aus.

Für einen kurzen Moment verbündeten sich die Working-Class-Jugend, Jungadel, die Kunstszene und Teile der Unterwelt, und in London explodierte eine von den Konventionen der Vätergeneration befreite Popkultur.

In einer kleinen Serie schauen wir diese Woche in der "Tonart am Nachmittag" zurück auf die Stadt, die so plötzlich erblühte und zu einer Hauptstadt der Popkultur wurde. Wir haben Zeitzeugen getroffen und erzählen von den Clubs, Läden und Galerien, die zu Keimzellen des "Swinging London" wurden.

Wir schauen auf die Musik, auf die Frauen, die wichtige Akteurinnen dieser neuen Zeit waren, und auf die Drogen, die nicht zuletzt Kunst, Musik und Mode der Zeit beeinflusst haben.

Die Reihe im Überblick:

Montag, 18. April 2016:
Wie eine graue Stadt erblühte
Großbritannien in der Nachkriegszeit: Rationiertes Essen bis 1954 und endlose Austerität. Umso plötzlicher kam Mitte der Sixties der Konsum-Boom, und als Hintergrund dazu noch der Profumo-Skandal und der Lady Chatterley-Prozess – die Gesellschaft stand Kopf, das Establishment sah nackt aus. Für einen kurzen Moment verbündeten sich Working Class-Jugend, Jungadel, die Kunstszene und Teile der Unterwelt, und in London explodierte eine von den Konventionen des Entertainment befreite Popkultur.

Dienstag, 19. April 2016:
Die Geburt Londons als Metropole der Popmusik
Die Stones, Pink Floyd, The Kinks, Julie Driscoll, The Small Faces: Wie ein Sound entstand, der die Gesellschaft veränderte.

Mittwoch, 20. April 2016:
Die Clubs, die Läden, die Galerien
Von den Folkies in Les Cousins über die Mods im Flamingo oder im Scene Club, die Popstars im Speakeasy, im Scotch of St. James und im Bag O'Nails, Live-Lokale wie das Marquee, Klooks Kleek oder das unterirdischen Teenager-Mekka Tiles bis hin zum Pioniergeist des 1966 ins Leben gerufenen wöchentlichen UFO Club – das Nachtleben der Mittsechziger in London erfüllte die Wünsche einer nach Farbe hungernden Nachkriegsgeneration. Nicht selten ganz ohne Alkohol.

Donnerstag, 21. April 2016:
Es wird psychedelisch - Die Rolle der Drogen
Die mittleren Sixties sind der Punkt, an dem zwei Drogenkulturen einander die Hand reichen: Die Amphetamine der Mods, die nächtelanges Tanzen ermöglichten, abgelöst von damals noch sanftem Haschisch und purem LSD. Im Swinging London trifft die aufgeputschte Energie des Speed auf den Bewusstseinsschock der psychedelischen Erfahrung.

Freitag, 22. April 2016:
Mehr als Musen – wie Frauen die neue Ära prägten
Die legendären Frauen des Swinging London sind vor allem als Musen in Erinnerung, wie die Models Veruschka und Twiggy oder  Anita Pallenberg und Marianne Faithfull. Doch dieses Gedächtnis mag wieder einer männlich geprägten Geschichtsschreibung geschuldet sein: Auch sie haben die Ära nicht nur duch ihre gutes Aussehen, sondern auch durch ihre Kreativität geprägt. Genauso wie Künstlerinnen aus den verschiedensten Bereichen: Die Pop-Art-Mitgründerin Bridget Riley, die Designerinnen Mary Quant und Barbara Hulanicki, die Schauspielerinnen Sarah Miles und Rita Tushingham, die Schriftstellerin Margaret Forster und als eine der tatsächlich wenigen Musikerinnen Julie Driscoll.

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