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Tonart | Beitrag vom 05.06.2015

"Re-Sound Beethoven"Vitale und vollblütige Interpretationen

Von Gerald Felber

Beethoven-Statue (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Beethoven heute so erleben wie zu seinen Lebzeiten? Das versucht die Wiener Akademie (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

"Re-Sound Beethoven" ist Beethoven pur, im wahren Wortsinne: Die Aufführungen und CDs sind ein historisch orientiertes Klangerlebnis mit den Instrumenten und Spielweisen wie zu Zeiten des Klassikers. Etwas ganz Besonderes für Puristen.

Martin Haselböck: Organist, Dirigent, Theaterproduzent und vor 30 Jahren auch Begründer des Orchesters Wiener Akademie, mit dem er seither schon viele aufregende Projekte abgewickelt hat. Nun aber gibt es sogar für ihn und seine Musiker noch einmal etwas völlig Neues. 

"Re-Sound Beethoven", das meint ein historisch orientiertes Klangerlebnis, das nicht nur die Instrumente und Spielweisen zu Zeiten des Klassikers berücksichtigt, sondern auch die räumlichen Umstände früher oder idealer Weise sogar der allerersten Aufführungen. 

Und dennoch kann man selbst bei den endlos hin- und herinterpretierten Beethoven-Sinfonien Neues wollen und versuchen, ohne dabei in falschen Dogmatismus zu verfallen. Haselböck und sein Ensemble haben für diese Herangehensweise den denkbar besten Unterstützer – den Komponisten selbst.

Die ersten beiden Sinfonien sind bereits erschienen

Der Große Musikvereinssaal, Heimstatt zum Beispiel der Wiener Philharmoniker, ist auch die Stammspielstätte der Wiener Akademie. Und wenn es nun von diesem eher romantisch-weichklanglich geprägten Raum in ganz andere Umfelder geht, dann ändert sich nicht nur für die Ohren, sondern auch im Gesamterlebnis manches – zumal bei einem Spektakel wie beispielsweise der eher berüchtigten als berühmten Schlachtensinfonie Beethovens. Martin Haselböcks Beschreibung der – in diesem Falle noch bevorstehenden – Aufführung darf man da durchaus schon einiges Vorab-Gaudium entnehmen. 

Erklungen aber ist beispielsweise schon die "Eroica", und zwar in zwei verschiedenen Sälen mit grundlegend differierenden Besetzungen: der kleinen, nur reichlich 30 Musiker (und übrigens auch entsprechend wenige Zuhörer) umfassenden der Subskriptions-Uraufführung und dann jener der Folgeaufführungen mit der mehr als doppelten Anzahl von Mitwirkenden.

Bereits erschienen sind die beiden ersten Sinfonien, eingespielt im fast kirchenhalligen Landhaussaal des Palais Niederösterreich, einem bis heute auch optisch mitreißendem Barockraum, wo Beethoven zu Lebzeiten alle seine Sinfonien dirigiert oder zumindest gehört hat. Weil sich aber der Raumeindruck auf einer CD naturgemäß zwar durchaus klangprofilierend, aber eher indirekt niederschlägt, macht es umso mehr Spaß, festzustellen, dass die Interpretationen Martin Haselböcks und seines Orchesters Wiener Akademie auch unabhängig von solchen äußeren Faktoren kraftvoll zupackend, vital und vollblütig daherkommen. 

Mehr zum Thema:

Mission Beethoven  - Die Bonner Festspielhausdebatte
(Deutschlandfunk, Dossier, 05.06.2015)

Musikforschung - Wenn Pygmäen Beethoven hören
(Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 05.02.2015)

Tonart

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