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Tonart | Beitrag vom 25.05.2018

Protest mit Bassmusik"Klar ist, dass die AfD gegen alles steht, wofür wir sind"

Rosa Rave im Gespräch mit Andreas Müller

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Diese Plakate hängen bei einem Pressegespräch des Bündnisses "Stoppt den Hass - Stoppt die AfD" an einer Wand.  (dpa / Paul Zinken)
Plakate bei einem Pressegespräch des Bündnisses "Stoppt den Hass - Stoppt die AfD" in Berlin (dpa / Paul Zinken)

"Für uns ist die AfD eine organisierte Nazi-Partei", sagt Rosa Rave im Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Im Bündnis "Reclaim Club Culture" hat er eine Parade mit Musik gegen die bevorstehende AfD-Demo in Berlin organisiert: "AfD wegbassen".

"Wir sind queer, wir sind laut, wir sind anders", sagt Rosa Rave im Gespräch im Deutschlandfunk Kultur. Rosa Rave ist vom Bündnis "Reclaim Club Culture". Dass die Alternative für Deutschland (AfD) den Berliner Club "Berghain" schließen lassen wollte, sei nicht der Grund für den Protest gegen für Sonntag angekündigte AfD-Demo. "Ganz klar ist, dass die AfD gegen alles steht, wofür wir sind", sagt Rosa Rave.

Mit Plakaten protestieren verschiedene politische Gruppen vor dem Haus der Bundespressekonferenz gegen die geplante Großdemonstration der AfD 27.05.2018, wo die AfD gerade eine Pressekonferenz gibt.  (dpa / Wolfgang Kumm)Mit Plakaten protestieren verschiedene politische Gruppen vor dem Haus der Bundespressekonferenz gegen die geplante Großdemonstration der AfD 27.05.2018, wo die AfD gerade eine Pressekonferenz gibt. (dpa / Wolfgang Kumm)

"Hauptsache es knallt – Keine halben Sachen, AfD wegbassen", heißt die Veranstaltung vom Bündnis "Reclaim Club Culture". Die AfD hat die Clubkultur-Szene - abgesehen vom Berghain - nicht direkt angegriffen. Aber: "Wir sind davon natürlich auch bedroht, wenn eines Tages die AfD die Macht übernehmen sollte, dann würden nicht nur unsere Clubs geschlossen werden, sondern es wäre auch mit unserer Version von einem freien und selbstbestimmten Leben sehr schnell vorbei", sagt Rosa Rave.

Wie politisch kann Clubmusik sein?

Die Clubszene war kaum politisch, auch die Loveparade, die zwar als Demonstration gemeldet war, lief unter dem Slogan: "Friede, Freude, Eierkuchen". Wie politisch kann diese Szene sein? "Wir finden das wichtig, uns politisch klar zu positionieren – gerade in dieser Zeit", sagt Rosa Rave. In den Clubs sei viel geredet worden in den letzten Wochen. "Wir hoffen, dass wir auch darüber hinaus einen Impuls in die Gesellschaft setzen können, sich einfach eine vernünftige Meinung zu bilden und sich eindeutig gegen Rechts zu positionieren."

Teilnehmer des Bündnisses "Stoppt den Hass - stoppt die AfD" informieren Journalisten über ihre Proteste gegen die geplante AfD-Demonstration "Zukunft Deutschland" am 27.05.2018 in Berlin.  (dpa / Paul Zinken)Teilnehmer des Bündnisses "Stoppt den Hass - stoppt die AfD" informieren Journalisten über ihre Proteste gegen die geplante AfD-Demonstration "Zukunft Deutschland" in Berlin. (dpa / Paul Zinken)

Das Bündnis erkläre sich auch solidarisch mit "allen Leuten, die an dem Tag auf der Straße sind und hoffen ganz stark, dass der Aufmarsch der AfD so  nicht stattfinden kann". Der AfD soll der Raum genommen werden: "Dass hier kein rassistischer Mob durch die Straßen läuft". Die Erfahrung zeige: "Da wo tagsüber Nazis aufmarschieren, da werden nachts Leute verfolgt und verprügelt".

Die AfD - eine Nazi-Partei?

"Für uns ist die AfD eine organisierte Nazi-Partei", sagt Rosa Rave. "Wenn Sie sich mal umgucken, was für Leute da arbeiten, dann sind das organisierte Holocaust-Leugnerinnen, da sind Nazi-Schläger, die vorbestraft sind."* 

Die "Paar Anzugträger bei der AfD" würden dem Ganzen einen "bürgerlichen Anstrich" verpassen. "Aber wir möchten Sie ganz deutlich auffordern, sich davon nicht täuschen und nicht blenden zu lassen." Das Bündnis rechne mit 14.000 Menschen, die an der Veranstaltung teilnehmen. "Dazu kommen noch die ganzen anderen Bündnisse, die natürlich auch mit uns gemeinsam gegen Nazis demonstrieren." (orm)


* In einer früheren Version war das Zitat an dieser Stelle ausführlicher. Die Änderung erfolgte aus redaktionellen Gründen.

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