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Kompressor | Beitrag vom 14.03.2017

Projekt "Forget Winnetou" gegen Klischees"Die Ureinwohner kommen nicht zu Wort"

Red Haircrow im Gespräch mit Gesa Ufer

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Film, Filmrolle, Kino, Filmprojektor, Zelluloid (dpa / picture alliance )
Das Filmprojekt "Forget Winnetou" will Stereotype über Indianer richtigstellen. (dpa / picture alliance )

Red Haircrow ist der Sohn eines amerikanischen Ureinwohners und will mit Stereotypen von den sogenannten Indianern aufräumen. Dafür hat er das Filmprojekt "Forget Winnetou" mit gestartet. Anfangen müsse man bei Karl Mays Winnetou-Darstellung.

Als Sohn eines native American ist Red Haircrow enttäuscht von der neuen Winnetou-Verfilmung. Der Autor und Psychologie ist einer der Initiatoren des Filmprojektes "Forget Winnetou". Sein Anspruch sei es, Stereotype über die sogenannten Indianer richtigzustellen.

Das Projekt sei angelegt als eine Dokumentation zu den Problemen von Kolonialismus und Rassismus. "Beide Themen durchziehen die Gestalt Winnetous, wie Karl May sie geschaffen hat, geradezu unlösbar, obwohl es nicht seine Absicht gewesen sein mag", erklärte Red Haircow am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

"Erneut ist sehr viel falsch dargestellt worden"

Die von RTL produzierte Winnetou-Neuverfilmung habe ihn enttäuscht. "Erneut ist sehr viel falsch dargestellt worden über den Stamm, dem Winnetou angehören soll, und auch über andere Nationen Amerikas." Da man heute so viel mehr wisse über die Apachen, hätte man doch vieles richtig stellen müssen, betonte Red Haircrow.

Ein Beispiel: "Sie lassen die Apachen in einer Sprache sprechen, die überhaupt nichts mit ihnen zu tun hat. Es ist die Sprache der Dakota-Einwohner." Das sei so als würde man Deutsche in einer Dokumentation über Deutschland Finnisch sprechen lassen.

Die Ur-Einwohner haben keine Stimme

Was Karl May angeht, so sehe er ihn als Produkt seiner Zeit. "Er hat die Informationen, die ihm verfügbar waren, verarbeitet. Und er hat seine Bewunderung für die Ur-Bewohner Amerikas unter Beweis gestellt."

Wenn man allerdings heute seine Werke lese, müsse man feststellen, dass er ein sehr eurozentrisches Bild zeichne. "Was aus heutiger Sicht vollständig fehlt, ist, dass die Ur-Einwohner Amerikas selbst zu Wort kommen. Es fehlt ihnen ihre Stimme. Das ist es, was wir auch den Machern des Filmes vorwerfen."


Hören Sie hier die Langfassung des Gesprächs mit Red Haircrow (engl.):

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