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Donnerstag, 14.12.2017
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. November 2017

Privatsammlung zu Mörike geht nach Marbach

Klaus Berge sammelte drei Jahrzehnte zu dem Dichter

Eine Privatsammlung über den Lyriker Eduard Mörike (1804-1875) hat das Deutsche Literaturarchiv erworben. Der Sammler Klaus Berge hatte drei Jahrzehnte Handschriften, Erstausgaben, Grafiken und Gegenständliches von und zu Eduard Mörike und dessen Umkreis zusammengetragen, wie das Literaturarchiv in Marbach mitteilte. Der gebürtige Ludwigsburger Mörike arbeitete auch als evangelischer Pfarrer, tat sich mit dem Beruf aber schwer. Mörike verfasste zwar auch einen Roman, Novellen und Märchen, aber seine heutige Bedeutung verdankt er vor allem lyrischen Texten. Zu Lebzeiten fand er wenig Anerkennung.

Missbrauchsvorwürfe gegen Nick Carter

Popsängerin beschuldigt Backstreet-Boys-Sänger der Vergewaltigung

US-Popsängerin Melissa Schuman hat dem einstigen Backstreet-Boys-Kollegen Nick Carter vorgeworfen, sie vor rund 15 Jahren vergewaltigt zu haben. Carter wies die Anschuldigungen zurück. "Ich bin schockiert und betrübt über die Vorwürfe von Frau Schuman", sagte der heute 37-Jährige. Der damals 22 Jahre alte Carter habe die damals 18-jährige Schumann während gemeinsamer Dreharbeiten in seine Wohnung eingeladen, schrieb die frühere Sängerin der Girl-Band Dream in ihrem Blog. Dort habe er sie schließlich im Schlafzimmer gegen ihren Willen entjungfert.

Sanierung der Friedenskirche von Sanssouci beginnt

Mehrere Dachbereiche und der Glockenturm werden restauriert

Die evangelische Friedenskirche im Potsdamer Park Sanssouci wird saniert. Zum Baustart will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen Fördervertrag übergeben, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit. Für die von erheblichen Schäden gezeichneten Kirche stünden bis Herbst 2018 rund 200.000 Euro zur Verfügung. An der Kirche im Unesco-Weltkulturerbe sind Dachbereiche und der Glockenturm beschädigt. Beim Start der Spendenkampagne für das Denkmal Anfang 2015 wurde der Sanierungsbedarf an der Friedenskirche auf rund 6,3 Millionen Euro geschätzt.

"In aller Freundschaft"-Hauptdarsteller ist tot

Dieter Bellmann starb mit 77 Jahren

Der Schauspieler Dieter Bellmann, Hauptdarsteller der ARD-Serie "In aller Freundschaft", ist tot. Der 77-Jährige sei am Montag gestorben, teilten der MDR und die Filmproduktionsgesellschaft Saxonia Media in Leipzig mit. Bellmann stand in der TV-Serie seit 1998 von der ersten Folge an als Professor Simoni vor der Kamera. Die letzte Folge mit ihm wurde am 10. Oktober 2017 im Ersten gezeigt. Der 1940 in Dohna bei Pirna geborene Bellmann besuchte die Leipziger Schauspielschule und gehörte dreißig Jahre zum Ensemble des dortigen Schauspielhauses.

Filmproduzent und Schauspieler Berling ist tot

Fassbinder-Produzent wurde 83 Jahre alt

Der deutsche Filmproduzent, Schauspieler und Schriftsteller Peter Berling ist tot. Er sei im Alter von 83 Jahren in Rom gestorben, teilte seine Agentur mit. In der italienischen Hauptstadt lebte Berling seit Ende der sechziger Jahre. Berling wurde 1934 geboren und studierte unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in München. Als Produzent arbeitete er für den Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Berling spielte unter anderem in "Der Name der Rose" und "Gangs of New York" mit. In Rom wirkte er vor allem als Schriftsteller und schrieb Romane.

Umstrittenes Achenbach-Bild wird versteigert

Uecker-Werk wird auf bis zu 800.000 Euro geschätzt

Ein umstrittenes Kunstwerk aus dem ehemaligen Privatbesitz des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach wird versteigert. Die aus Nägeln geschlagene Doppelspirale "Both" von Günther Uecker soll am 29. November im Kölner Auktionshaus Van Ham zu einem Schätzwert von 600 000 bis 800 000 Euro aufgerufen werden. Um die Rückgabe des gepfändeten Kunstwerks hatte Achenbachs Ex-Frau Dorothee Achenbach vergeblich vor Gericht gekämpft, die Besitzansprüche geltend machte. Helge Achenbach hatte das Werk 2011 gekauft. 2015 war er wegen Millionen-Betrugs an dem Aldi-Erben Berthold Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das seinerzeit auf 500 000 Euro geschätzte Uecker-Werk wurde durch die Familie Albrechts zur Absicherung von Schadensersatzansprüchen gepfändet.

Justus Frantz verliert Fingerkuppe

Der Dirigent und Pianist bangt um seine Karriere

Justus Frantz bangt um seine Karriere. Der Pianist und Dirigent der "Philharmonie der Nationen" hat sich in seinem Haus in Hamburg-Pöseldorf die Fingerkuppe an einer Brotschneidemaschine abgetrennt, wie sein Management mitteilte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. In einer Notaufnahme wurde die Fingerkuppe wieder angenäht - ob der 73jährige wieder Klavierspielen kann, ist jedoch ungewiss. "Es gibt nur eine 50:50-Chance, dass Nerven und Knochen wieder richtig zusammenwachsen, sagen die Ärzte", erklärte der Musiker. 1986 hatte Frantz das Schleswig-Holstein Musik Festival gegründet. Bekannt wurde er auch durch Fernsehsendungen, darunter "Achtung, Klassik!" im ZDF.

Russischer Opernsänger Hvorostovsky gestorben

Der Starbariton wurde 55 Jahre alt

Der russische Opernstar Dmitri Hvorostovsky ist im Alter von 55 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Dies teilte seine Familie auf Facebook mit. Hvorostovsky sei ohne Schmerzen in London verstorben. "Die Wärme seiner Stimme und seine Energie werden immer bei uns sein", hieß es. Hvorostovsky wurde im sibirischen Krasnojarsk geboren, wo er auch Gesang studierte. Er trat zuerst als Heavy-Metal-Sänger in Erscheinung und debütierte dann am Opernhaus seiner Heimatstadt. Danach trat der Bariton an den wichtigen Operhäusern der Welt auf, neben der "Met" in New York und der Mailänder Scala war er oft an der Wiener Staatsoper zu hören. Vor mehr als zwei Jahren wurde bei dem russischen Starsänger mit den markanten weißen Haaren ein Hirntumor entdeckt, dem er nun erlag.

Holocaust-Mahnmal vor Höcke-Wohnhaus

Zentrum für politische Schönheit fordert Kniefall von AFD-Politiker

Die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat auf dem Nachbargrundstück des Wohnhauses von Björn Höcke (AfD) im thüringischen Bornhagen eine Nachbildung des Holocaust-Mahnmals errichtet. Die 24 massive Stelen sind bereits gebaut, für weitere werden noch Spender gesucht. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag hatte das originale Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Die für ihre öffentlichkeitswirksamen Aktionen bekannten Berliner Aktivisten mieteten sich in Höckes Nachbarhaus ein und beobachteten ihn über zehn Monate. Die Überwachung begründet die Gruppe damit, dass der thüringische Verfassungsschutz Höcke trotz seiner Kontakte zur NPD nicht observiere. Ihr Angebot: Wenn Höcke vor den Denkmal auf die Knie fällt und für die deutschen Verbrechen um Verzeihung bittet, werden alle Unterlagen geschreddert.

Sänger und Schauspieler David Cassidy gestorben

Star aus "Die Partridge Familie" wurde 67 Jahre alt

Der Schauspieler und Sänger David Cassidy ist tot. Er starb im Alter von 67 Jahren in einem Krankenhaus in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf Cassidys Sprecherin berichten. Der frühere Teenieschwarm war vor wenigen Tagen mit Organversagen in die Klinik eingeliefert worden. Cassidy war in den 70er Jahren mit der Fernsehserie "Die Partridge Familie" international bekannt geworden. Auch die Musik aus der Serie wurde zum Welterfolg. Später trat David Cassidy unter anderem am Broadway und in Las Vegas auf. Anfang des Jahres hatte er erklärt, sich wegen einer Demenzerkrankung von der Bühne zurückzuziehen.

Wien: Phileas beschenkt Museum Moderner Kunst

17 Werke international erfolgreicher, österreichischer Künstler gehen ans Mumok

Phileas, eine philanthropische Organisation mit Sitz in Wien, schenkt dem Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (mumok) 17 Kunstwerke österreichischer Künstler, die 2017 auf den wichtigsten internationalen Biennalen vertreten waren. Die internationale Präsenz österreichischer Künstler soll so verstärkt werden. In diesem Jahr unterstützte Phileas in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt Österreich die Beteiligung sechs zeitgenössischer Künstler auf internationalen Biennalen. Die Organisation erwarb nach den Ausstellungen die Arbeiten, um sie einer öffentlichen Sammlung in Österreich zu schenken. In diesem Zusammenhang konnte Phileas im Laufe des Jahres 17 Kunstwerke erwerben, die dem mumok geschenkt werden sollen.

Frankreich: Premier verbietet "Pünktchen-Wörter"

Keine gender-neutralen Konstruktionen in offiziellen Texten

Nach Diskussionen über geschlechtergerechte Sprache hat Frankreichs Premier Edouard Philippe ein Machtwort gesprochen: Pünktchen-Wörter hätten in offiziellen Texten nichts zu suchen. Feministinnen hatten vorgeschlagen, mit Pünktchen versehene Begriffe wie "député.e.s" (Parlamentarier*innen) oder "électeur.rice.s" (Wähler*innen) zu verwenden. Mit einem Rundschreiben an die Ministerien wies der Premier die Beamten an, keine gender-neutralen Konstruktionen zu verwenden. Der Streit war nach der Veröffentlichung eines ersten Schulbuchs mit geschlechtsneutralen Ausdrücken entbrannt. Die Académie française als oberste Hüterin des Französischen hat sich gegen die "inklusive Sprache" ausgesprochen. Premier Philippe wolle "die Debatte beenden", hieß es.

De-Chirico-Gemälde in Südfrankreich gestohlen

Gemälde aus Museum im südfranzösischen Béziers entwendet worden

Das Werk des italienischen Künstlers Giorgio de Chirico habe einen "unschätzbaren" Wert, teilte die Staatsanwaltschaft in Béziers mit. Das Gemälde sei aus dem Museum für Schöne Künste im Zentrum der Stadt verschwunden. Die Komposition mit Selbstporträt gehörte demnach zur privaten Sammlung des französischen Widerstandskämpfers Jean Moulin, der aus Béziers stammt.

Märchenoper "Gänseliesel" wiederentdeckt

Noten auf einem Dachboden der Unibibliothek Kassel entdeckt

Die verschollen geglaubte Märchenoper "Gänseliesel" ist wiedergefunden worden. Das Stück der Komponistin Luise Greger galt seit Jahrzehnten als verschollen. Eine Bibliothekarin sei auf das handgeschriebene Bündel in einem Stapel Drucknotenblätter aufmerksam geworden. Die Notenblätter kamen wahrscheinlich als Geschenk in die Bibliothek. "Sie stammen womöglich von einem verstorbenen Musiklehrer oder Musiker der Stadt Kassel", sagte Brigitte Pfeil, Leiterin der Sondersammlung der Universitätsbibliothek. Durch den Fund könne die Oper, die 1933 in Baden-Baden uraufgeführt wurde, nun komplett rekonstruiert werden, hieß es.

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Fazit

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Beim Internationalen Festival des neuen lateinamerikanischen Kinos in Havanna herrscht großer Andrang. Die Filme sind ein Fenster zur Welt und gleichzeitig ein Spiegel der kubanischen Gesellschaft. Deutschland ist bei der 39. Ausgabe mit besonderen Filmen vertreten.Mehr

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