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Tonart | Beitrag vom 29.01.2015

Prita GrealyAls One-Woman-Show in Europa unterwegs

Von Jutta Petermann

Die Singer/Songwriterin Prita Grealy (Glenn Stephenson)
Prita Grealy hat Berlin zu ihrem Hauptquartier gemacht. Von hier aus bricht sie zu Konzerttourneen auf. (Glenn Stephenson)

Die australische Singer-Songwriterin Prita Grealy hat Berlin zu ihrem Hauptquartier gemacht. Von dort aus organisiert sie ihre Konzerte in ganz Europa. Die Erfahrungen, die sie als Kneipenmusikerin in Pubs in Australien gesammelt hat, helfen ihr dabei.

Prita Grealy: "Das deutsche Publikum ist manchmal ruhiger, aber die Leute sind so respektvoll, sie hören wirklich zu und klatschen zwischen den Stücken und Du fühlst Dich wie 'Oh sie verstehen Dich wirklich'."

So warmherzige Reaktionen auf ihre Songs hat die 36-jährige Prita Grealy in ihrer australischen Heimat eher selten erlebt. Dort ist die Singer-Songwriterin jahrelang mit und ohne Band auf Tour gewesen auf der westlichen Seite des Kontinents von Perth aus, von wo sie stammt, hoch zu den kleineren Städten in den Norden. Teilweise acht Stunden monotone, schweißtreibende Autofahrten, nur um vor 30 Leuten zu spielen, für die die Musik im Pub nicht die Hauptattraktion war und die vor allem Cover berühmter Songs hören wollten.

"Cover-Band-Auftritte finden in der Regel in ziemlich lauten Pubs statt, vor vielen Leuten, die trinken und Spaß haben, aber nicht unbedingt zuhören oder sie wollen AC/DC hören oder Nirvana und ich musste immer lachen, Hey ich bin Singer-Songwriterin und ich bin eine One-Woman-Band und ihr wollt das ich Hardrock spiele? Es war irgendwie lustig, aber auch ein gutes Training, um eine bessere Show zu liefern."

Berlin hat für sie die optimale Lage

Weil sie immer schon gerne reiste und sich dabei vor allem in Berlin wohlfühlte, hat es Prita Grealy vor drei Jahren dorthin verschlagen. Außerdem ist die geografische Lage im Herzen Europas optimal für die dunkelhaarige Frau mit den strahlenden türkisfarbenen Augen. Gerade mal zwei Stunden Flug und man ist in London, wenige Stunden bequem im klimatisierten Zug fahren und man ist wahlweise in Estland, Belgien oder der Schweiz.

Genau das richtige, wenn man wie Prita eine sehr nüchtern-realistische Vorstellung davon hat, wie man sich ein Publikum erspielt.

"Es ist doch einfach so, dass ein Großteil des potentiellen Publikums in entlegeneren Gebieten wohnt. Wenn Du zu ihnen reist, ist es einfacher, als wenn sie zu Dir kommen sollen. Du wirst bekannter, wenn Du Dich auf die Straße begibst, unterwegs bist, wenn Du zu den Leuten gehst, dorthin wo sie sind, zu ihnen in ihre Heimatstädte. Manchmal ist Dein Auftritt der einzige an dem Abend in dem Ort und wenn es eine kleine Stadt ist, dann kommen alle zu Dir, das ist ein großartiger Weg, um mehr Publikum zu bekommen."

Prita tourt sozusagen sternförmig, kommt bald nach den Auftritten in ihr Hauptquartier zurück, hoch oben in einem der Hochhäuser am Spittelmarkt im Berliner Stadtteil Mitte, wo sie mit ihrem kubanischen Lebensgefährten wohnt. Die Australierin hat gerne den Überblick und auch leichtes Gepäck, weshalb sie schon einige Zeit ohne Band unterwegs ist und als One-Woman-Show auftritt.

"Für vier bis fünf andere Leute zu organisieren und zu planen, sodass jeder genug Arbeit hat, das hat mir zu viel Kopfschmerzen bereitet. Ich bevorzuge meine eigenen Touren zu planen oder einfach zu meinem Agenten Ja zu sagen und alles, was ich tun muss, ist meine eigenen Sachen zu packen und los."

Obwohl sie als einzelne Musikerin mit Gitarre unterwegs ist, hat ihr Mix aus HipHop/Soul und Folk einen vollen Sound und Groove dank eines Loop-Pedals, das ihr auf der Bühne zu Füßen liegt. Ein kleines Gerät zum Anschließen ans Mikro, mit dem sie ihre Stimme beim Auftritt in Echtzeit aufnehmen und vervielfachen kann und von dem aus sie auch noch Beats und Rhythmus dazu spielt.

Fischen im Netz

Aber die Auftritte wollen erstmal organisiert sein. Zum täglichen Geschäft einer Vollzeitmusikerin gehört neben dem Schreiben neuer Songs vor allem das Fischen im Netz, wie sie es nennt.

"Ich suche immer nach Künstlern, die was Ähnliches machen wie ich und schaue, wo sie auftreten, und wenn ich die Musiker kenne, schreibe ich eine Mail an sie und frage, wie es dort war, ob sie es empfehlen können oder ich schreibe direkt an die Locations, stelle mich vor und sage, dass ich gerne dort spielen möchte."

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