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Tonart | Beitrag vom 18.01.2018

Popmusikerin EMAEmpathie in schwierigen Zeiten

Erika Michelle Anderson im Gespräch mit Andreas Müller

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Musikerin EMA auf einem Bett, ihr T-Shirt verkündet ein großes "NO" (Bild: City Slang / EMA) (City Slang / EMA)
Die Musikerin EMA (City Slang / EMA)

Vor drei Jahren stand die Musikerin EMA kurz vor ihrem Durchbruch - dann zog sie sich zurück. Jetzt begleitet sie Depeche Mode auf deren Tour.

Die Sängerin Erika Michelle Anderson, kurz EMA, war mit ihrem Album "The Future’s Void" auf dem besten Weg, ein Star zu werden. Doch die Sängerin zog sich zurück, sie fühlte sich von dem Erfolg überrollt. Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte sie das Album "Exile In The Outer Ring".

Nun spielt EMA als Vorprogramm von Depeche Mode. Raus aus dem "Outer Ring" und rauf auf die großen Bühnen.

Nachrichten aus den urbanen Randgebieten

"Outer Ring". So bezeichnet die Sängerin EMA die amerikanischen Randgebiete. Vororte, an die Menschen gedrängt werden, die sich ein Leben in der Stadt nicht länger leisten können.

Diese Bezeichnung klinge vielleicht dystopisch, erklärt die Sängerin, im Grunde sei es aber durch gute Infrastruktur und genügend Jobmöglichkeiten durchaus möglich, den "Outer Ring" in eine Utopie zu verwandeln.

Auf ihrem aktuellen Album findet sich auch ein Song mit dem Titel: "I Wanna Destroy". Die Sängerin wiederholt den Satz wie ein Mantra, immer und immer wieder. EMA singt von Bedeutungslosigkeit, von Menschen, die ihren Glanz verloren haben.

"In Amerika gibt es diesen Gedanken von einem System, das über allem steht, das allmächtig ist. Ich kann nicht einmal sagen, woher dieser Gedanke kommt."

Es seien schwierige Zeiten. Dennoch gebe es die Hoffnung, alles Übel an den Wurzeln herauszureißen.

Die Gabe zur Empathie

"Die Lieder, die ich schreibe, handeln entweder von mir selbst, oder Menschen, die mir nahe stehen. Aber ich denke, ich habe eine Gabe zur Empathie. Ein Gespür für das, was um mich herum passiert."

Ihr Ziel sei es, Hoffnung zu verbreiten. Diese Hoffnung gäbe es auch in den dunkelsten Situationen, so EMA. Es sei wichtig, die Menschen und ihr Leben selbst zum Thema zu machen. Die Medien, die überwiegend über das Leben in den Großstädten berichten, seien zu weit von der Realität entfernt.

Martin Gore von Depeche Mode ist Fan

EMAs Musik findet Anklang. Zu ihren Fans zählt unter anderem Depeche Mode-Mitglied Martin Gore.

"Die meisten Leute mögen vor allem mein erstes Album 'Past Life Martyred Saints'. Aber Martin hat das darauf folgende Album 'The Futures Void' gehört und war begeistert. Bei diesem Album war ich mir immer etwas unsicher. Ich dachte, vielleicht verbinden die Menschen nicht so viel damit. Aber dann kam Martin Gore und sagte mir, es sei eine seiner Lieblingsplatten, das war einfach unglaublich!"

Nun begleitet EMA die Band Depeche Mode als Toursupport. Vor einem Publikum zu spielen, das auf seine großen Idole wartet, sei nicht leicht. Die Lösung sei ihr Perfektionismus.

"Ich bin Perfektionistin, ich will selbst mit den Menschen, die eine Mauer um sich herum aufbauen eine Verbindung eingehen. Ich glaube, dass es mir gelingen kann, die Menschen zu erreichen."

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