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Studio 9 | Beitrag vom 13.02.2018

Peter Steudtner nach der Haft"Ich habe eine neue Heimat in der Türkei"

Peter Steudtner im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Menschenrechtler Peter Steudtner ist wieder in Deutschland (Emrah Gurel/AP/dpa)
Menschenrechtler Peter Steudtner ist Jury-Mitglied des Friedensfilmpreises der Berlinale (Emrah Gurel/AP/dpa)

Dreieinhalb Monate saß der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner in der Türkei in Haft. Unter fadenscheiniger Anklage. Trotzdem ist er voller Hoffnung für die türkische Demokratie – und hat dort sogar eine neue Heimat gefunden.

"Ich habe fast eine neue Heimat in der Türkei gefunden - zumindest, was das Menschliche angeht", sagt Peter Steudtner, Menschenrechtsaktivist und Dokumentarfilmer im Deutschlandfunk Kultur. Der Diplompolitologe ist zudem Jury-Mitglied des Filmpreises der Berlinale. Er saß im vergangenen Jahr dreieinhalb Monate in der Türkei in Haft und kam unter Vermittlung von Ex-Kanzler Schröder wieder frei.

Während er vor seinem Einsatz gar keine Kontakte in die Türkei gehabt habe, habe er während seiner Haft das Rechtsanwaltsteam, mit dem er zusammengearbeitet habe, und die anderen Menschenrechtsverteidiger, die mit ihm verhaftet waren, und andere Mitinsassen als Freunde gewonnen.

Peter Steudtner glaubt an friedlichen Wandel

Die Erkenntnisse, die er in den letzten Monaten gewonnen habe, wolle Steudtner in seine Arbeit einbringen, um auf neue Fälle besser vorbereitet zu sein. Seine Arbeit verändere sich aber insofern, als dass seine Reisemöglichkeiten eingeschränkt seien und er nicht mehr mit kleinen Organisationen arbeiten könne, weil er einen "Medienscheinwerfer" mit sich bringe.

Auch wenn sein Blick durch seine Haft geprägt sei, halte er die Einschränkungen der Demokratie in der Türkei für ziemlich massiv.

"Gleichzeitig trage ich als Menschrechtsverteidiger auch ganz viel Hoffnung in mir, dass die Menschenrechtsaktivistinnen, dass die Journalstinnen, dass die Zivilgesellschaft in der Türkei ganz klar dafür sorgen kann und wird, weiteren Menschenrechtsverletzungen entgegen zu treten und auch einen friedlichen Wandel herbeizuführen."

(sel)

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