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Rang I | Beitrag vom 07.11.2015

Performance-Künstlerin NielsenMensch-Sein als einzige Identität

Madame Nielsen im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Sie hat in künstlerischer Mission die Balkanroute abgewandert: Madame Nielsen (rechts) bei ihrer Ankunft in Passau. (Foto: privat)
Sie hat in künstlerischer Mission die Balkanroute abgewandert: Madame Nielsen (rechts) bei ihrer Ankunft in Passau. (Foto: privat)

Die Performance-Künstlerin Madame Nielsen ist von der mazedonischen Grenze aus auf den Routen der Flüchtlinge bis Passau gewandert. Im Gepäck trug sie eine zentrale Frage: Was macht der Flüchtlingsstatus mit der eigenen Identität?

Dass ein Mensch ohne Identität schnell durch das Raster eines Staates fallen kann – das hat der dänische Performance-Künstler Claus-Beck Nielsen vor 14 Jahren erlebt: Er ließ sich für identitätslos erklären und lebte viele Jahre als Person ohne Namen.

Kurz darauf entstand das Label "Das Beckwerk" – ein Kunst-Herstellungs-Unternehmen, hinter dem natürlich der scheinbar verstorbene Künstler steckte. Der nennt sich seit dem Jahr 2013 Nielsen.

Wie konsequent er den Gedanken an den Verzicht auf eine persönlichen Identität verfolgt, zeigt sein weiterer Wandel: Er sei kein Däne, sondern Europäer und ohne eindeutiges Geschlecht – eben einfach nur ein künstlerischer Mensch.

Vor ein paar Wochen brach dieser Mensch nun unter dem Namen Madame Nielsen zu einer - wie er sagt - grenzüberschreitenden Bildungswanderung auf. Von Thessaloniki fuhr Madame Nielsen zur Grenze nach Mazedonien und lief all die Wege ab, die vor ihr bereits Tausende Flüchtlinge gegangen sind. Gestern kam Nielsen in Passau an. 

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