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Mittwoch, 13.12.2017

Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 17.11.2017

Orchester des Staatstheaters CottbusEvan A. Christ auf Weltreise

Live-Aufzeichnung aus Cottbus

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Der Dirigent und Cottbusser Generalmusikdirektor Evan Christ (DSO)
Der Dirigent und Cottbusser Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ (DSO)

Die Sinfoniekonzerte im Cottbusser Staatstheater sind berühmt für ihre Neuartigkeit - jedes Mal gibt es mindestens eine Uraufführung. An diesem Abend erklingen neben drei Werken von Darius Milhaud Stücke von Steffen Wick und Timo Andres.

Es ist ein Programm mit lauter Raritäten und Novitäten, was hier zu hören ist: Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus spielt unter Leitung von GMD Evan Alexis Christ zwei brandneue Werke und drei so gut wie nie zu hörende Stücke von Darius Milhaud. 

Erstmals in Brandenburg erklingt das Stück "The Blind Banister" des US-amerikanischen Komponisten Timo Andres. Nach der Uraufführung in St. Paul/Minnesota vor zwei Jahren bringt es der Komponist höchstselbst als Solist über den Teich. Er hat es in der Auseinandersetzung mit Beethovens zweitem Klavierkonzert geschrieben, das er sich als Pianist erarbeitet hat: "Ich fing an, eine eigene Kadenz zu Beethovens Konzert zu schreiben und verschlang es schließlich von innen nach außen."

Überhaupt zum allerersten Mal wird "Autobiography" zu hören sein, eine neue Komposition des deutschen Komponisten Steffen Wick. Er ist bekannt für einen übergreifenden Ansatz, in dem er Stile und Techniken verschiedener Genres und Kulturen verbindet. Er schreibt Film-, Theater- und multimediale Musik, aber auch "traditionelle" Kammermusik und Orchesterstücke. Man darf gespannt sein, zu welchem künstlerischen Ergebnis er bei diesem Orchesterwerk gekommen ist, das garantiert keine klingende Autobiografie sein wird.

Auf eine musikalische Weltreise begeben sich die Lausitzer Musikerinnen und Musiker mit ihrem Chefdirigenten Evan Alexis Christ in den drei Orchesterstücken des Franzosen Darius Milhaud - die Titel dieser Werke darf man allerdings autobiografisch verstehen: Kentucky liegt in den USA, in denen der jüdisch-provenzalische Komponist die Nazizeit überleben konnte; Brasilien lernte Milhaud als Attaché des Botschafters Paul Claudel während des ersten Weltkrieges kennen - und die Provence ist schlicht und einfach seine Heimat - auch musikalisch gesehen: Neben dem Jazz nannte Milhaud immer auch die mediterranen Musikkulturen als seine Hauptinspirationsquellen.

Live-Aufzeichnung aus dem Staatstheater Cottbus

Moderation: Volker Michael

Darius Milhaud
"Kentuckiana" für Orchester op. 287

Steffen Wick
"Autobiography" für Orchester
Auftragswerk des Staatstheaters - Uraufführung

Darius Milhaud
"Saudades do Brasil" für Orchester op. 67 b

ca. 20.50 Uhr Konzertpause, darin:"Lebendiges Erbe" - Das Internationale Kurt-Masur-Institut in Leipzig öffnet seine Pforten, von Silvia Lauppe

Timo Andres
"The Blind Banister" für Klavier und Kammerorchester

Darius Milhaud
"Suite provençale" für Orchester op. 152 b

im Anschluss: Generalmusikdirektor Evan Alexis Christi im Gespräch mit Volker Michael

Timo Andres, Klavier
Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus
Leitung: Evan Alexis Christ

Konzert

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