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Konzert / Archiv | Beitrag vom 12.08.2017

Opernfestival della Valle d'ItriaAus Jakob wird Giacomo

Aufzeichnung aus Martina Franca in Apulien

Fabio Luisi dirigiert (dpa / picture alliance / Vit Simanek)
Fabio Luisi dirigiert (dpa / picture alliance / Vit Simanek)

Fabio Luisi hat das Opernfestival im apulischen Valle d'Itria zu einem besonderen Ereignis gemacht. Jährlich führen dort hervorragende Vokalisten und Musiker unter seiner Leitung Opern auf, die ansonsten selten zu erleben sind. Wir bringen hier den Mitschnitt von Giacomo Meyerbeers "Margherita d'Anjou".

Seinen Vornamen hat er aus Dankbarkeit gegenüber den Italienern angenommen - Jakob Meyer Beer nannte sich fortan Giacomo Meyerbeer. Der große, aus dem heutigen Brandenburg stammende Komponist der Grand Opéra hat seine Lehrjahre im Mutterland der Oper bestens genutzt. Seine vierte italienische Oper auf den Shakespeare-Stoff "Margherita d'Anjou", der Gattin Heinrichs des Sechsten, wurde auch international ein Erfolg. 1820 kam sie an der Mailänder Scala heraus. Später geriet sie etwas ins Hintertreffen gegenüber den französischen Opern Meyerbeers. Doch außer der Gesangssprache hat die "Margherita" sehr viel gemein mit "der Afrikanerin", "dem Propheten" oder "den Hugenotten": Eine spannende verwickelte Handlung, viele unkonventionelle musikalische Ideen und ein anspruchsvolles Personaltableau, in diesem Fall zum Beispiel gleich vier Solo-Rollen für die tiefe Männerstimme, davon einen Buffo-Bass in einer ansonsten recht tragischen Oper. In einer Szene gibt es sogar ein Bass-Terzett.

Es ist der alte Gegensatz zwischen Frankreich und England, zwischen Katholizismus und Protestantismus, mit Schottland dazwischen und vielen persönlichen Rivalitäten vermischt. Margherita musste nach dem Sturz ihres Mannes nach Frankreich ins Exil, doch die englische Krone will sie für ihren Sohn wiedererlangen. Deshalb zieht sie mit einem Heer zurück auf die Insel, der Graf von Lavarenne begleitet, weil er sich in die Königin verliebt hat. Dessen Gattin ist unerkannterweise auch dabei, als Helferin des Doktor Gamautte, eines französischen Arztes im Gefolge der Königin. Dieser seltsame Zeitgenosse ist übrigens der Buffo-Bass. Überhaupt verbergen in dieser Oper einige Gestalten ihre wahre Identität. Auch Margherita muss sich verkleiden, weil sie und ihr Heer vom Grafen von Glocester, der auch schon Heinrich den Sechsten gestürzt hat, verfolgt werden. Beinahe geht die Mission schief, doch im letzten Moment wechseln alte Verbündete Margheritas wie der General Belmonte abermals die Seiten und Graf Glocester wird besiegt. Auch privat endet die Oper versöhnlich - Gattin Isaura vergibt ihrem treulosen Ehemann, der reuig zurückgekehrt war in die Normandie.

Die Premiere beim apulischen Opernsommer ist die erste vollständige szenische Aufführung dieser Meyerbeer-Oper in unserer Zeit, Fabio Luisi dirigiert das besondere Werk nach der neuen kritischen Ausgabe, die Paolo A. Rossini und Peter Kaiser erstellt haben.

Festival della Valle d'Itria
Palazzo Ducale, Martina Franca
Aufzeichnung vom 29. Juli 2017

Giacomo Meyerbeer
"Margherita d'Anjou", Melodramma semiserio in zwei Akten
Libretto: Felice Romani

Giulia de Blasis - Margherita
Gaia Petrone - Isaura
Anton Rositskiy - Duca di Lavarenne
Laurence Meikle - Carlo Belmonte
Marco Filippo Romano - Michele Gamautte
Bastian Thomas Kohl - Riccardo Glocester
Lorenzo Izzo - Bellapunta
Chor des Teatro Municipale di Piacenza
Orchestra Internazionale d’Italia
Leitung: Fabio Luisi

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