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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 12. November 2017

"Open Mike"-Literaturpreise in Berlin vergeben

Vier Nachwuchsautoren mit Prämien ausgezeichnet

In Berlin sind die "Open Mike" Literaturpreise vergeben worden. Preise in der Kategorie Prosa erhielten der Berliner Ralph Tharayil für den Text "Das Liebchen" sowie der Hildesheimer Mariusz Hoffmann für "Dorfköter". Die Schweizerin Baba Lussi wurde für ihren Prosatext "So kommt's" mit dem Preis der "taz"-Publikumsjury geehrt. In der Kategorie Lyrik erhielt Ronya Othmann aus Leipzig mit ihrer Gedichtsammlung eine Auszeichnung. "Die Preisträger bekommen eine Prämie von 2500 Euro und gehen auf Lesereise nach Frankfurt am Main und Wien", sagte Organisatorin Jutta Büchter.

Andreas Kornacki verlässt Kulturfabrik Kampnagel

Kulturmanager wechselt zur Kultur Herford gGmbH und zur Marta Herford gGmbH

Nach sechs Jahren als Geschäftsführer der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel wechselt Andreas Kornacki nach Nordrhein-Westfalen. Der 43-Jährige werde zum Frühjahr 2018 Geschäftsführer der Kultur Herford gGmbH und der Marta Herford gGmbH, teilte eine Kampnagel-Sprecherin mit. Das habe der Rat der Hansestadt Herford nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben. Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard erklärte, sie bedaure, dass Kornacki nach "hervorragender partnerschaftlicher Zusammenarbeit" das Haus verlässt: "Mit ihm setzt die Stadt Herford auf einen ausgezeichneten Kulturmanager und Kenner der deutschen Theaterlandschaft mit sehr gutem Gespür sowohl für die finanziellen als auch künstlerischen Ansprüche von Kultureinrichtungen."

Schweizer Buchpreis geht an Jonas Lüscher

Auszeichnung erfolgt für seinen Roman "Kraft"

Der Schriftsteller und Essayist Jonas Lüscher ist mit dem Schweizer Buchpreis geehrt worden. Der Schweizer Autor erhält die Auszeichnung für sein jüngsten Buch "Kraft", wie die Jury bekanntgab. Es sei ein "welthaltiges, dringliches und sprachmächtiges Werk", so die Begründung. Der fulminante Text habe durch seine "erfrischende Bösartigkeit ebenso überzeugt wie durch seinen philosophischen Tiefgang und die kluge Gegenüberstellung von Alter und Neuer Welt". Mit dem Roman schaffte es der 41-Jährige bereits auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Mit "Kraft" wagt der in Zürich geborene Schriftsteller einen Ausflug in die Wissenschaft. Die Geschichte dreht sich um einen Tübinger Rhetorikprofessors, dessen Leben sich in einer Sackgasse befindet und der im Silicon Valley den großen Befreiungsschlag versucht.

Bob-Dylan-Gitarre für knapp 400 000 Dollar versteigert

Verkäufer hatte Instrument ursprünglich für 500 Dollar gekauft

Eine von Bob Dylan gespielte Gitarre hat in Dallas für knapp 400.000 Dollar den Besitzer gewechselt. Die Martin-D-28-Akkustik-Gitarre sei am Samstag für 396.500 Dollar versteigert worden, teilte das Unternehmen Heritage Auctions mit. Der Käufer wolle anonym bleiben. Dylan hatte das 1963 gebaute Instrument 1971 in New York bei einem Benefiz-Konzert des Beatles-Gitarristen George Harrison gespielt. 1975 und 1976 nahm sie mit auf seine Tournee mit dem Titel "Rolling Thunder Revue". Anschließend verkaufte der legendäre Songwriter das Instrument für 500 Euro an den Gitarrenbauer Larry Cragg, der das Stück jetzt verkaufte. In der Vergangenheit hatten Dylans Instrumente in manchen Fällen noch höhere Preise erzielen. Vor vier Jahren brachte eine elektrische Fender Stratocaster knapp eine Million Dollar ein.

Türkischer Journalist Can Dündar ausgezeichnet

14. Siebenpfeiffer-Preis geht an Ex-Chefredakteur von "Cumhuriyet"

Der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, ist mit dem 14. Siebenpfeiffer-Preis Ausgezeichnet worden. "Ich habe keine andere Waffe als einen Stift", sagte Dündar bei der Preisverleihung in Homburg. Mit ihm würden auch alle Kollegen geehrt, die mit ihm im Kampf für Demokratie und Pressefreiheit seien. Der im Berliner Exil lebende Journalist kritisierte die EU, weil sie wegen des Flüchtlingszustroms zu nachsichtig mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sei. Der luxemburgische Außenminister und Laudator Jean Asselborn lobte Dündars "kompromisslosen Einsatz für Presse- und Meinungsfreiheit": "Aus dem Schreiber Can Dündar ist gezwungenermaßen ein Aktivist für Freiheit und Demokratie geworden." Der Preis zeichnet Journalisten aus, die sich "für die freiheitlichen Grundrechte und die demokratischen Grundwerte in herausragender Weise engagieren". Er ist mit 10000 Euro dotiert.

Deutscher Karikaturenpreise geht an Frank Hoppmann

Karikaturist erhält die Auszeichnung für ein Erdogan-Porträt

Der Karikaturist Frank Hoppmann aus Münster ist für sein Porträt des türkischen Präsidenten Erdogan mit dem Deutschen Karikaturenpreis 2017 ausgezeichnet worden. Hoppmanns Werke seien "lustig und teilweise verstörend, aber in jedem Fall treffend und meist wenig schmeichelhaft", hieß es in der Begründung: Mit "pointierten Strich und drastisch überzeichneten Portraits" schäle er "die Typen hinter den Dargestellten heraus und präsentiert so seine gnadenlose Wahrheit". Der Karikaturist zeichnet unter anderem regelmäßig für die "Welt am Sonntag" und das "Rolling Stone"-Musikmagazin. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Weitere Preise gingen an die deutschen Karikaturisten Gymmick, Stroisel und Kai Flemming.

Polnisches Kino räumt beim FilmFestival Cottbus ab

"Wilde Rosen" von Anna Jadowska als bester Film ausgezeichnet

Beim 27. FilmFestival Cottbus hat das polnische Kino die meisten Preise erhalten. Der Film "Wilde Rosen" der polnischen Regisseurin und Drehbuchautorin Anna Jadowska ist als bester Spielfilm ausgewählt worden. Das packende Psychogramm zeige eine junge, überforderte Mutter, der ihr Leben in der polnischen Provinz entgleitet. Der Film habe mit seiner Hauptprotagonistin die Herzen der Jury erreicht: "Wir haben diesen Film ausgewählt, weil er der weiblichen Hauptfigur eine Stimme gibt", hieß es zur Begründung. Hauptdarstellerin Marta Nieradkiewicz bekam den Preis für die beste Darstellerin. Den Spezialpreis für die beste Regie gewann "I'm a Killer" von Maciej Pieprzyca. Sein Hauptdarsteller Miroslaw Haniszewski wurde als bester Darsteller ausgezeichnet.

Bono ruft Fans zu politischem Engagement auf

U2-Sänger: "Protest zahlt sich am Ende aus"

Der Leader der Rockband "U2", Bono, hat seine Fans zu politischem Engagement aufgerufen. "Protest zahlt sich am Ende aus", sagte der irische Sänger und Aktivist bei einem Konzert auf dem Trafalgar Square in London. "Man kann damit etwas erreichen - langsam, aber gewiss". Bono sprach sich für Geschlechtergleichheit und für den Kampf gegen Rassismus aus. Währenddessen waren auf einer Leinwand hinter ihm Worte von Martin Luther King zu lesen. Am heutigen Abend soll "U2" bei den MTV Music Awards als "Global Icon" ausgezeichnet werden.

Ehren-Oscars für Donald Sutherland und Agnès Varda

Lebenswerk wird seit 2009 unabhängig von den Oscars gewürdigt

Auf einer prominent besetzten Gala hat die Academy of Motion Pictures in Hollywood ihre diesjährigen "Governors Awards" vergeben. Sie gingen an den kanadisch-stämmigen Schauspieler Donald Sutherland, die in Belgien geborene Regisseurin Agnés Varda und die beiden US-Amerikaner Owen Roizman und Charles Burnett. Roizman war der Kameramann im Hollywoodklassiker "Tootsie", Burnett drehte als Regisseur unter anderem den Low-Budget Film "Schafe töten". Zusätzlich verlieh die Oscar-Akademie dieses Jahr einen "Special Award" an den mexikanischen Starregisseur Alejandro González Iñárritu, für dessen Virtual-Reality-Film "Carne y Arena". Der Kurzfilm beruht auf Erfahrungen von Migranten, die den gefährlichen Weg über die mexikanisch-amerikanische Grenze zurückgelegt haben.

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