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Fazit / Archiv | Beitrag vom 27.04.2011

Nordische Sage mit Neuzeit kombiniert

"Thor" - der neue Film von Kenneth Branagh

Von Jörg Taszman

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Chris Hemsworth, Hauptdarsteller in "Thor" (picture alliance / dpa)
Chris Hemsworth, Hauptdarsteller in "Thor" (picture alliance / dpa)

Zwar gibt es in Kenneth Branaghs neuem Film reichlich Trash und 3D-Effekte, aber auch einen guten Schuss Selbstironie. Hinzu kommen eine zuckersüße Natalie Portman und ein wandlungsfähiger Chris Hemsworth, die "Thor" zumindest das Prädikat "unterhaltsam" einbringen.

Was wie ein weiteres Stück Überwältigungskino aus dem Hause Marvel beginnt, mit unfreiwilliger Komik und reichlich Trash, wird im Laufe des Films ansehnlicher und sogar unterhaltsam. Das liegt vor allem daran, dass nach den Comicverfilmungen wie "X-Men", "Iron Man" oder "Hulk" mit ihren oft eindimensionalen Helden, eine alte nordische Sage ganz gewagt mit der Neuzeit kombiniert wird.

So landet der ausgestoßene Thor, Sohn Odins im heutigen New Mexico und läuft dort der leicht verpeilten Wissenschaftlerin Jane (Natalie Portman) vor den Geländewagen. Der Raufbold und arrogante Herrschersohn lernt so im Exil unserer hochtechnisierten Neuzeit, ein wenig Demut und die Liebe kennen und benimmt sich mit seinen archaischen Manieren mal völlig daneben, dann wieder wie ein ausgesuchter "old-fashioned" Gentleman. Und wie seine Figur wandelt sich auch der Schauspieler Chris Hemsworth in seiner Rolle vom grimassierenden, chargierenden Akteur zu einem hemdsärmelig-sympathischen Kerl.

Was der Shakespeare-Liebhaber und selber nicht immer uneitle Regisseur Kenneth Branagh (der diesmal übrigens selbst nicht mitspielt) zu Beginn des Films noch verschenkt, macht er mit einer gut dosierten Portion Selbstironie, teils feinem dann eher derberen Humor wieder gut. Und dann ist "Thor" vor allem auch die Geschichte eines tragischen Bruderzwists, zweier Männer die um die Liebe des Übervaters Odin (sehr patriarchalisch Sir Anthony Hopkins) buhlen.

Und wenn es um Theatralik, blutige Intrigen, Verrat und Tod geht, ist Kenneth Branagh mehr zu Hause als beim konventionellen Kampf Gut gegen Böse, der dann das große, laute, scheppernde Finale des Films wieder bestimmt.

Die 3D-Effekte kommen nur selten wirklich zur Geltung, funktionieren in einigen Totalen von Thors Heimatplaneten Asgard besser als im Hier und Heute, bieten aber nicht durchgehend ein filmisches Plus. Und so ist "Thor" vor allem unterhaltsames Popcornkino, besonders für große Jungs.

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