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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Samstag, 21. Oktober 2017

Nina Hoss erhält Braunschweiger Filmpreis

Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert

Die Schauspielerin Nina Hoss ist mit dem diesjährigen Europäischen Schauspielpreis "Die Europa" des Internationalen Filmfestivals Braunschweig ausgezeichnet worden. Die Film- und Theaterschauspielerin werde für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur geehrt, teilten die Festival-Veranstalter mit. Hoss wirkte in zahlreichen Theaterstücken, Kino- und Fernsehproduktionen mit. Für die Hauptrollen in den Fernsehfilmen "Toter Mann" (2002) und "Wolfsburg" (2003), wurde sie jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Im Kino war sie unter anderem mit der Komödie "Nackt" (2002) und dem Afrika-Epos "Die weiße Massai" (2005) erfolgreich. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Hanna Schygulla, Bruno Ganz, Isabelle Huppert, Barbara Sukowa und Mads Mikkelsen. Das am Sonntag endende 31. Filmfestival zeigt an sechs Tagen 264 Filme aus 42 Ländern.

Tobias Dostal mit Grafikpreis ausgezeichnet

Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert

Der Berliner Künstler Tobias Dostal ist mit dem Horst-Janssen-Grafikpreis der Oldenburger Claus-Hüppe-Stiftung ausgezeichnet worden. Dostal verbinde in seiner Kunst Zeichnungen, Filme und Installationen auf eine einzigartige Weise, erklärte die Jury in ihrer Begründung. Die Auszeichnung ist unter anderem mit einer Einzelausstellung verbunden, die im Oldenburger Horst-Janssen-Museum eröffnet wurde. Der Horst-Janssen-Grafikpreis wird seit 2003 verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den Künstler Horst Janssen (1929-1995), der in Oldenburg aufwuchs und als einer der bedeutendsten Zeichner des 20. Jahrhunderts gilt. Die Claus-Hüppe-Stiftung ehrt damit innovative Nachwuchskünstler, die vor allem zeichnen. Bisherige Preisträger sind Katja Eckert, Daniel Roth, Anna Lea Hucht, Michael Wutz und Ralf Ziervogel.

Houellebecq: Religion hat Schlüsselfunktion

Der französische Autor glaubt, dass der Katholizismus wieder stärker wird

Religion hat für den französischen Schriftsteller Michel Houellebecq ("Unterwerfung") eine "Schlüsselfunktion in der Gesellschaft und für deren Zusammenhalt". Sie sei ein "Motor der Gemeinschaftsbildung", sagte der Autor im Interview des "Spiegel". Houellebecq hält Religion für sehr viel mächtiger als eine Ideologie. Houellebecq glaubt auch, dass der Katholizismus in Frankreich zurückkehrt. "Es ist ein Phänomen, das ich fühle, ohne es wirklich zu verstehen, und es ist weniger reaktionär, als vielfach behauptet wird." Die Katholiken im Land seien sich ihrer Stärke wieder bewusst geworden. "Das war wie eine unterirdische Strömung, die plötzlich zutage trat. Für mich einer der interessantesten Momente in der jüngsten Geschichte", so Houellebecq.

Havarie in Staatsoperette Dresden

Vorstellungen bis Ende November abgesagt

Bei einem Brandschutztest wurde von der Technikfirma versehentlich die falsche Sprinkleranlage ausgelöst. Binnen 30 Sekunden flossen 16.000 Liter Löschwasser in den Bühnenturm und auf die Hauptbühne. Von dort lief das Wasser zudem in den Orchestergraben. Der Schaden allein an Bühne und Technik wird wahrscheinlich in die Millionen gehen, sagte Axel Walther vom Hauseigentümer Kommunale Immobilien Dresden GmbH. Der mögliche Schaden am Orchestergraben konnte noch nicht begutachtet werden. Die umgehend aufgestellten Bautrockner werden mindestens bis Anfang kommender Woche auf Hochtouren laufen. Alle Vorstellungen bis Ende November wurden abgesagt. Der Kartenverkauf für Dezember wurde gestoppt

Nachlass von Walter Ulbricht versteigert

Für rund 35.000 Euro wechselten zehn Gegenstände den Besitzer

Auktionator zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Als Startpreis war für die zehn Gegenstände war eine Summe von 10 000 Euro aufgerufen worden. Darunter befanden sich unter anderem die Parteiausweise Ulbrichts und seiner Frau Charlotte. Ein Paket mit sechs Ausweisen, darunter einem Personalausweis Ulbrichts mit Foto, Fingerabdruck und Originalunterschrift erreichte mit 7400 Euro den höchsten Versteigerungswert. Eine Sammlung "geheimer und seltener Dokumente", darunter Briefe und die Heiratsurkunde des Paares wechselte für 4000 Euro den Besitzer. Walter Ulbricht (1893-1973) gilt als einer der wichtigsten DDR-Funktionäre. 1945 kehrte er aus dem russischen Exil ins sowjetisch besetzte Berlin zurück, wo er sich dem Aufbau der sozialistischen DDR widmete, die er von Beginn an bis 1971 regierte. Unter ihm ließ die SED-Führung am 13. August 1961 die Berliner Mauer errichten.

Musikrat wählt Krüger erneut als Präsidenten

Krüger: Handlungsspektrum des Musikrates hat sich erweitert

Der Deutsche Musikrat hat den bisherigen Präsidenten Martin Maria Krüger wiedergewählt. Mit einer großen Mehrheit beauftragte die Mitgliederversammlung Krüger für seine vierte vierjährige Amtszeit, wie die Organisation in Berlin mitteilte.
Auch die VizepräsidentInnen Udo Dahmen, Hartmut Karmeier und Ulrike Liedtkedes wurden wiedergewält. Der Deutsche Musikrat versteht sich mit seinen Mitgliedsverbänden und den Landesmusikräten als Ratgeber und Kompetenzzentrum für Politik und Zivilgesellschaft. In der musikalischen Bildung sieht er einen zentralen Bestandteil einer humanen Gesellschaft.

Tanzschritte sollen Weltkulturerbe werden

42.000 Unterschriften wurden für das Vorhaben gesammelt

Das in den 1960er Jahren in Deutschland entstandene Welttanzprogramm soll nach dem Willen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) immaterielles Weltkulturerbe werden. Es biete einen "niedrigschwelligen Einstieg in den Gesellschaftstanz" und habe Tanzen in die Fläche getragen, sagte Verbandsvorsitzende Cornelia Willius-Senzer in Mainz. Das Programm beinhaltet etwa Regeln und Schritte für die fünf grundlegenden Musikrichtungen Walzer, Disco, Swing, Latino und Tango und dient Tanzschulen als Grundlage für den Tanzunterricht. Der Verband hat deutschlandweit mehr als 42 000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt. Sollte die Kultusministerkonferenz der Länder das Vorhaben unterstützen, könne die Unesco bereits im kommenden März entscheiden.

Digitaluhr zählt verbleibende Tage von Trumps Amtszeit

Die Uhr hängt im New Yorker Stadtteil Queens

Eine überdimensionale Digitaluhr zählt in New York die Tage und Stunden rückwärts, die bis zum Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verbleiben. Installiert hatte die Uhr eine Gruppe von Künstlern Ende Juni während einer Comedy-Veranstaltung. Sie ist von einem nahegelegenen Bootssteg am East River, von Fähren auf dem Fluss und aus weiterer Entfernung auch von Manhattan auf der anderen Uferseite zu sehen. Über die Bedeutung der roten Digitalziffern hielten die Macher die Öffentlichkeit erst einmal im Dunkeln. Nach und nach würden die Betrachter aber verstehen, worum die Aktion sich dreht. "Es erinnert daran, wie viele Leute es nicht abwarten können, bis es vorbei ist", sagte einer der Künstler mit Blick auf Trumps Präsidentschaft.

Berliner East Side Gallery braucht Bildungsprogramm

Mauer-Stiftung will die East Side Gallery mit Informationen ausstatten

Dafür plädiert Stiftungsdirektor Axel Klausmeier. Der technische Unterhalt des Geländes müsse sichergestellt werden, sagte er. Außerdem sollte ein Konzept für politisch-historische Bildung umgesetzt werden, damit dort Informationen zum Ort und Bildungsprogramme angeboten werden können. Die East Side Gallery im Berliner Stadtteil Friedrichshain bildet das längste noch erhaltene Stück der Mauer, die den Osten und Westen Berlins von 1961 bis 1989 teilte. Auf der Ostseite des Segments in der Mühlenstraße entstand schon kurz nach dem Mauerfall eine 1,3 Kilometer lange Kunstmeile, die zur Touristenattraktion wurde. Der Senat hat vorgeschlagen, die Mauer und die Grünfläche vom Bezirk der Stiftung Berliner Mauer zu übertragen. Zu dieser gehört unter anderem die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße.

Schriftsteller Pablo Neruda könnte vergiftet worden sein

Internationale Expertengruppe will einen Giftstoff gefunden haben

Der chilenische Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda ist 1973 möglicherweise an einer Vergiftung und nicht an Krebs gestorben. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Gruppe von Experten. Sie hätten einen Giftstoff gefunden, erklärte gestern der spanische Forensiker Aurelio Luna. Weitere Laborstudien könnten bestimmen, ob es sich um eine von Menschenhand ausgeführte Vergiftung handele. Die Gruppe von 16 internationalen Experten schloss aus, dass Neruda an den Folgen seines Krebsleidens gestorben sein könnte. Neruda war am 23. September 1973 in einem Krankenhaus in Santiago de Chile gestorben. Er war ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, der sich selbst tötete, statt sich den Militärtruppen Pinochets zu ergeben. Neruda wollte am kommenden Tag nach Mexico ausreisen, um sich dort in der Opposition gegen Pinochet zu engagieren.

Preis der Nationalgalerie an Agnieszka Polska

Polnische Künstlerin gewinnt eine Einzelausstellung in Berlin

Die in Berlin lebende polnische Künstlerin Agnieszka Polska ist mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet worden. "In ihrem scharfsinnigen Werk behandelt Polska einige der dringendsten Fragen unserer Zeit", erklärte die Jury bei der Preisverleihung im Hamburger Bahnhof. Statt eines Geldpreises erhält die Gewinnerin eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie und eine begleitende Publikation. Dieses Jahr waren alle vier Nominierten Frauen.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, das mache einmal mehr deutlich, welcher Gewinn an künstlerischer Vielfalt mit der Gleichberechtigung von Künstlerinnen und Künstlern verbunden sei. Der mit 10000 Euro dotierte Förderpreis für Filmkunst ging an die Österreicherin Sandra Wollner für ihren Film "Das unmögliche Bild".

Prix Europa vergibt 14 europäische Medienpreise

Can Dündar ist Europäischer Journalist des Jahres.

Der ehemalige Cumhuriyet-Chefredakteur nahm heute den Outstanding Achievement Award des PRIX EUROPA entgegen. Neben Can Dündar durften sich 13 weitere Gewinner aus sieben Ländern über Auszeichnungen freuen. Christian Lerch wurde für sein Radiofeature „Papa wir sind in Syrien" geehrt. Die Geschichte eines Vaters, der versucht seine beide Söhne vom Islamischen Staat zu lösen. Die Auszeichnung als beste Fernsehinvestigation ging an die französische Produktion „Church: Code of Silence". Diese zeigt, wie pädophile Priester von der katholischen Kirche durch die Versetzung über Kontinente hinweg vor Strafverfolgung geschützt werden. Der PRIX EUROPA wurde 1987 gegründet und zeichnet jedes Jahr die besten TV-, Radio- und Onlineproduktionen des Kontinents aus.

Dogan Akhanli erhält Polizeischutz

Er war bei seiner Rückkehr nach Deutschland bedroht worden

Der nach zweimonatigem Zwangsaufenthalt aus Spanien zurückgekehrte Autor Dogan Akhanli erhält Schutz vom nordrhein-westfälischen Innenministerium. Ressort-Chef Herbert Reul (CDU) versprach, man werde "für seine Sicherheit sorgen". Akhanli war bei seiner Rückkehr am Donnerstagabend auf dem Düsseldorfer Flughafen von einem Mann auf Türkisch als "Vaterlandsverräter" beschimpft worden. "Auch wenn es sich offenbar nur um einen Einzelnen handelte: Dass Herr Akhanli bei seiner Rückkehr gedroht wurde, ist ungeheuerlich", kritisierte Reul. "Die Polizei ermittelt deshalb bereits." Akhanlis Anwalt Ilias Uyar warf den deutschen Behörden heute vor, den Autor nicht rechtzeitig über die Auslieferungsbemühungen der Türkei informiert zu haben. Es sei verwunderlich, dass EU-Staaten noch immer juristisch mit der Türkei zusammenarbeiteten. "Die Türkei ist kein Rechtsstaat." Akhanli war am 19. August in Spanien festgenommen worden - nachdem die Türkei bei Interpol einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte. Am Freitag vergangener Woche hatte die spanische Regierung mitgeteilt, ihn nicht an die Türkei auszuliefern.

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