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Sonntag, 21.01.2018

Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.10.2011

"Nichts ist so schnelllebig wie das geschriebene Wort"

50 Jahre Deutsches Kabarettarchiv Mainz

Jürgen Kessler und Jürgen Klammer im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Auch eine Orgel von Hanns Dieter Hüsch ist im Deutschen Kabarettarchiv verewigt. (AP)
Auch eine Orgel von Hanns Dieter Hüsch ist im Deutschen Kabarettarchiv verewigt. (AP)

Das Deutsche Kabarettarchiv in Mainz feiert jetzt 50. Geburtstag. Jürgen Kessler, Leiter des Kabarettarchivs, und Jürgen Klammer, Projektbeauftragter für das DDR-Kabarett, berichten über die Sammlung des "Gedächtnisses der Satire".

Gabi Wuttke: Herr Kessler, mit gesellschaftskritischer Satire fing alles an. Sammelt das Deutsche Kabarettarchiv heute nach den selben oder nach anderen Kriterien?

Jürgen Kessler: Eigentlich nach den selben Kriterien, wie vom Anfang her Reinhard Hippen uns das in die Wiege gelegt hat, sozusagen. Weil Sie gerade erwähnt haben, nichts ist so schnelllebig wie das geschriebene Wort. Wenn im Bundestag die vielen, vielen Reden von Anfang her nun auch gesammelt und archiviert werden und immer wieder zum Gegenstand, auch von Betrachtungen und Forschung gemacht werden, warum soll das dann nicht auch im politischen Kabarett der Fall sein?

Wuttke: Was haben Sie für besonders kuriose Stücke im Angebot? Wenn wir schon mal beim Bundestag sind?

Kessler: Es war, natürlich vor allem die Reden, die Redenschlachten der 60er-Jahre und 70er-Jahre, an die man sich noch als älterer Mensch erinnern kann. Die dann immer auch Auswertungen fanden bei den Kabarettisten, da gibt es von Volker Kühn zum Beispiel Produktionen, wo er mit den Satzfetzen oder Satzgebilden der Politiker von Herbert Wehner bis Helmut Schmidt und so weiter arbeitet, Musik drunter gelegt hatte und vieles mehr.

[…]

Wuttke: Seit sieben Jahren wird auch die Geschichte des DDR-Kabaretts im Deutschen Kabarettarchiv dokumentiert, Herr Klammer warum erst seit 2004?

Jürgen Klammer: Das ist ja auch nicht ganz richtig.

Wuttke: Aha.

Klammer: Herr Hippen hat von Anfang an seine Sammlertätigkeit, auch das DDR-Kabarett, so fern es ihm zugänglich war, in Form von Dokumenten archiviert und ich war erstaunt, als ich Herrn Hippen im Jahre - lassen Sie mich überlegen, selbst persönlich 1979 in Mainz einmal besucht habe, dass er sogar mich, weil ich damals ein kleiner Distel-Autor war registriert hatte. Das heißt also, er hat mit einer ungeheuren Akribie auch das DDR-Kabarett mit dem ihn zu Verfügung stehenden Möglichkeiten gesammelt und ich bin sehr froh, dass Herr Hippen da sehr viel zusammengetragen hat.

Sie können das vollständige Gespräch mit Jürgen Kessler und Jürgen Klammer mindestens bis zum 25.03.2012 alsMP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.

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Externe Links:

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