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Donnerstag, 14.12.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Neuzugänge beim internationalen Kulturerbe

Orgelbau und -musik und Pizzabacken stehen jetzt auf der UNESCO-Liste

Die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland ist in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden. Das hat das Unesco-Komitee bei seiner Tagung in Südkorea entschieden. In dem gewählten Gremium sind Mitglieder von 24 Ländern, Deutschland ist darin derzeit nicht vertreten. Kulturstaatsministerin Grütters würdigte die Aufnahme "dieser großartigen Tradition" in die Liste. Deutschland hat mit rund 50.000 Orgeln die höchste Orgeldichte der Welt. Rund 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitern zählt Deutschland laut Antrag bei der Unesco. Ebenfalls auf die Liste aufgenommen wurde die Kunst des Pizzabackens. Die Tradition stammt aus Neapel, wo laut Unesco 3000 "Pizzaiuoli" leben und wirken. Insgesamt sind in der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes sechs neue Elemente vertreten, darunter die türkische Pfeifsprache und der traditionelle Poesievortrag Al Azu in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

US-Autor William H. Gass gestorben

Trauer um bedeutenden amerikanischen Romancier

Der US-Schriftsteller William H. Gass ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in St. Louis, wie der Verlag Alfred A. Knopf mitteilte. Gemeinsam mit den Autoren John Barth und John Hawkes verfolgte Gass mit seinem Schaffen eine Öffnung des traditionellen Erzählens hin zu einem experimentellen Schreiben. Dabei arbeitete er mit Wortspielen, Reflektionen und Rückbezügen auf das Erzählen. Unter dem Titel "Metafiktion" knüpften in den 2000er Jahren Autoren wie David Foster Wallace, Dave Eggers und Jonathan Safran Foer an die Arbeiten von Gass an. Übersetzt und verlegt wurden in Deutschland seine Romane "Mittellage" und "Der Tunnel", sowie Erzählungen und Essays.

Nobelpreisträger Ishiguro mit Appell an die Literaturwelt

Autor zeichnet düsteres Bild der aktuellen Gesellschaft

Für den diesjährigen Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro sind die Jahre seit dem Fall der Berliner Mauer eine Zeit "der Selbstgefälligkeit und der verlorenen Möglichkeiten". In seiner Nobelpreisvorlesung in Stockholm wenige Tage vor der Preisverleihung am Sonntag, zeichnete er ein düsteres Bild der aktuellen Gesellschaft. Er habe nun einsehen müssen, so sagte er, dass der unaufhaltsame Fortschritt liberal-humanistischer Werte, die er seit seiner Kindheit für selbstverständlich gehalten habe, wohl eine Illusion war. Von der literarischen Welt fordert er frisches Denken. Die Jury hatte bei der Bekanntgabe der Verleihung des diesjährigen Nobelpreises erklärt, Ishiguro lege in seinen Werken den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloß.

Hilgert neuer Generalsekretär der Kulturstiftung

Kulturstaatsministerin begrüßt den langjährigen Museumsdirektor im Amt

Der langjährige Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, Markus Hilgert, ist neuer Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder . Der Altorientalist wurde am Donnerstag ins Amt gewählt. Er folgt damit Isabel Pfeiffer-Poensgen. Sie war im Juni als Kulturministerin in die Landesregierung Nordrhein-Westfalens gewechselt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters begrüßte die Wahl Hilgerts. Zwar verliere die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen ihrer renommiertesten Museumsleiter, dafür gewinne die Kulturstiftung einen Generalsekretär, der für die kulturpolitischen Herausforderungen bestens geeignet sei.

Neuer Regisseur für "Bohemian Rhapsody"

Dexter Fletcher soll statt Bryan Singer den Film drehen

Das Filmstudio 20th Century Fox hat einen neuen Regisseur für den Film "Bohemian Rhapsody" über die britische Kultband Queen gefunden. Nach übereinstimmenden amerikanischen Medienberichten soll Dexter Fletcher die Aufgabe übernehmen. Der 51-jährige Brite hat neben seiner Arbeit als Schauspieler unter anderem den Film "Eddie the Eagle: Alles ist möglich" gedreht. Am Montag hatte ein Sprecher des Filmstudios mitgeteilt, dass US-Filmemacher Bryan Singer (52, "X-Men") die Regie des Films abgeben muss. Singer soll mehrfach nicht zu den Dreharbeiten in London erschienen sein. Nun soll Fletcher schon in der nächsten Woche die Arbeit aufnehmen. Das Filmstudio hofft, "Bohemian Rhapsody" wie geplant kurz vor Weihnachten 2018 in die Kinos bringen zu können.

Hallyday-Trauerzug fährt über die Champs-Élysées

"Merci Johnny" soll auf den Eiffelturm projiziert werden

Nach dem Tod des Rocksängers Johnny Hallyday würdigt Frankreich die nationale Musikikone auf den Champs-Élysées. Der Trauerzug werde am Samstag vom Pariser Triumphbogen aus über die Prachtstraße fahren, teilte das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit. Anschließend ist ein Gottesdienst in der nahegelegenen Madeleine-Kirche geplant, bei dem auch Macron sprechen wird. Von Freitagabend bis Sonntagabend soll zudem die Botschaft "Merci Johnny" auf den Eiffelturm projiziert werden, wie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ankündigte. Der in Frankreich äußerst populäre Rocksänger war in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 74 Jahren gestorben, sein Tod hatte eine Welle der Anteilnahme ausgelöst.

Reemtsmas Archiv kommt nach Marbach

Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Mäzen trennt sich von Dokumenten

Jan Philipp Reemtsma, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Kunstmäzen, übergibt seinen Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Der Bestand enthält Vorarbeiten zu Publikationen sowie Dokumente zu Projekten, Verlagen und Zeitschriften. Zudem geht es um seine Korrespondenz, etwa um Briefe von Klaus von Dohnanyi, Hans Magnus Enzensberger, Jürgen Habermas, Imre Kertesz und Marcel Reich-Ranicki. Das Literaturarchiv sieht in Reemtsma eine "der einflussreichsten Persönlichkeiten im intellektuellen Leben der Bundesrepublik".

Kolumba Kunstmusem erhält bedeutende Schenkung

Mittelalterliche Handschriftensammlung wurde persönlich übergeben

Das Kolumba Kunstmuseum in Köln hat eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften als Schenkung erhalten. Die Sammlerin Renate König übergab die 40 Bücher persönlich. Die zwischen dem späten 13. und dem frühen 16. Jahrhundert entstandenen Schriften dienten zur täglichen Lektüre und als Wegweiser für ein frommes Leben. Die Sammlung sei eine "der bedeutendsten Schenkungen, die ein Kölner Museum je erhalten hat", sagte Generalvikar Dominik Meiering. Einige der Stücke zählen den Angaben zufolge zu dem Kostbarsten, "was Miniaturmalerei und Buchkunst in den europäischen Kulturzentren hervorgebracht haben". Das Kolumba ist das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, das 1853 als Diözesanmuseum gegründet wurde.

Neuer Leiter der Chemnitzer Kunstsammlungen

Frédéric Bußmann folgt auf Ingrid Mössinger

Der Kunsthistoriker Frédéric Bußmann aus Leipzig wird von Mai 2018 an die Chemnitzer Kunstsammlungen leiten. Das teilte die Stadtverwaltung Chemnitz nach der Wahl durch den Stadtrat mit. Der gebürtige Franzose tritt die Nachfolge der langjährigen Generaldirektorin Ingrid Mössinger an, die aus Altersgründen ausscheidet. Vor der Entscheidung im Stadtrat hatte eine Findungskommission den 43-Jährigen ausgewählt. Er arbeitet seit 2011 als Kurator für Malerei und Plastik vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart am Museum der bildenden Künste in Leipzig. Bußmann wuchs in Münster auf. Er studierte in Berlin und Rom Kunstgeschichte und promovierte über die Kunstsammlungen des Prince de Conti in Paris. Seine ersten Arbeitsstationen waren das deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris und die bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München.

Achenbach-Versteigerung in Köln

Letzte Objekte bringen insgesamt 1,7 Mio. Euro

Die Versteigerung der letzten Kunstobjekte aus dem einstigen Besitz des verurteilten Kunstberaters Achenbach hat ein Gesamtergebnis von 1,7 Millionen Euro erbracht. Das teilte das Kölner Auktionshaus Van Ham am Mittwochabend mit. Die höchsten Preise wurden demnach mit 384.000 Euro und knapp 282.000 Euro für zwei Arbeiten von Wolfgang Tillmans gezahlt. Die Werke «Freischwimmer 46» und «Freischwimmer 33» habe sich ein US-amerikanischer Sammler gesichert. Versteigert wurde Achenbachs Anteil an der renommierten Sammlung «Rheingold», insgesamt fast 70 Arbeiten.

Teuerstes Kunstwerk kommt in die Emirate

"Salvator Mundi" von Da Vinci wird im Louvre-Ableger Abu Dhabi ausgestellt

Das teuerste Kunstwerk der Welt wird demnächst im Louvre Abu Dhabi zu sehen sein. Wie der Ableger des französischen Louvre gestern mitteilte, kommt das 500 Jahre alte Ölgemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das Gemälde war erst im vergangenen Monat in New York für gut 450 Millionen Dollar versteigert worden. Der erste Ableger des weltberühmten Pariser Louvre hatte im November in Abu Dhabi seine Tore geöffnet. Abu Dhabi hat für das neue Museum eine Vereinbarung mit Frankreich geschlossen. Diese sieht unter anderem die Überlassung des Namens "Louvre" für 30 Jahre und Wechselausstellungen vor.

Paulskirche für Menschenrechte blau erleuchtet

Symbol der deutschen Demokratiebewegung

Die Frankfurter Paulskirche wird am kommenden Sonntag zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Menschenrechtskonvention blau erleuchtet. Das Symbol der deutschen Demokratiebewegung gliedere sich als einziges deutsches Bauwerk in eine Reihe international bekannter Gebäude, die mit der blauen Beleuchtung auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hinwiesen, teilte die Stadt Frankfurt am Main mit. Neben der Paulskirche sind dies unter anderem das Empire-State-Building in New York, der CN-Tower im kanadischen Toronto, der Wolkenkratzer Taipei 101 im taiwanesischen Taipeh und das Opera-House im australischen Sydney.

Kunstauktion für Saint-Germain-des-Prés

Älteste Kirche im Pariser Existenzialistenviertel

Bei einer Kunstauktion zugunsten der Renovierung der Pariser Kirche Saint-Germain-des-Prés sind 1,4 Millionen Euro zusammengekommen. Verkauft wurden unter anderem Werke des französischen Malers Yves Klein, des indischen Bildhauers Anish Kapoor und des venezolanischen Künstlers Carlos Cruz-Diez. Mit 360.000 Euro erzielte das Kunstwerk "Kleines Gebet" des deutschen Malers und Objektkünstlers Günther Uecker aus dem Jahr 2017 den höchsten Preis. Das Auktionshaus Christie's hatte die Versteigerung organisiert. 2014 feierte die mittelalterliche Kirche ihr 1.000-jähriges Jubiläum. Sie ist das letzte Zeugnis einer im Mittelalter bedeutenden Abtei und damit die älteste Kirche in Paris. 2011 wurde die Restaurierung der Kirche für rund sechs Millionen Euro angekündigt. Ziel ist es nicht nur, die Bausubstanz, sondern auch die Fenster und Fresken zu restaurieren.

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Fazit

Filmfestival HavannaKubaner lassen sich den Spiegel vorhalten
Vor einem Kino in der kubanischen Hauptstadt Havanna fährt ein alter grüner Straßenkreuzer. (Deutschlandradio / Burkhard Birke)

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