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Montag, 18.06.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 8. Juni 2018

Neuer Direktor am Institut für Deutsche Sprache

Professor Henning Lobin folgt auf Prof. Ludwig M. Eichinger

Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim bekommt einen neuen Direktor. Der Gießener Professor Henning Lobin wird Nachfolger von Prof. Ludwig M. Eichinger, der zum 31. Juli in den Ruhestand geht. Lobin ist Professor für Angewandte Sprachwissenschaften und Computerlinguistik. Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und befasst sich mit Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte.

Verschollenes Coltrane-Album wiederentdeckt

Jazz-Legende nahm Platte 1963 auf

Nach mehr als 50 Jahren wird ein lange verschollenes Album der Jazz-Legende John Coltrane jetzt veröffentlicht. Die noch nie öffentlich gespielte Platte "Both Directions at Once: The Lost Album" kommt Ende des Monats auf den Markt. Die Veröffentlichung sei, "als ob man eine neue Kammer in der Großen Pyramide finden würde", erklärte der Jazz-Saxophonist Sonny Rollins, ein Freund Coltranes.
Coltrane spielte die sieben Stücke 1963 mit seinem Quartett ein. Die Tonbänder mit den Aufnahmen zu dem verschollenen Abum wurden von der Familie von Coltranes erster Frau Juanita Naima Coltrane entdeckt. Sie hatte die Bänder in ihrem Haus aufbewahrt.

Deutsche Unesco-Kommission hat neue Präsidentin

Maria Böhmer fordert eine adäquate Ausstattung der Unesco-Kommission

Die frühere Staatssekretärin und ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, ist neue Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. Die Hauptversammlung der Deutschen Unesco-Kommission wählte die 68-Jährige in Bamberg zur Nachfolgerin von Verena Metze-Mangold, die dieses Amt in den letzten vier Jahren innegehabt hatte. Christoph Wulf und Hartwig Lüdtke wurden in ihrem Amt als Vizepräsidenten bestätigt. Böhmer erklärte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass sich die Deutsche Unesco-Kommission «gestaltend in die zentralen Themen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation einbringt und als kraftvolle Stimme der Zivilgesellschaft Wirkung entfaltet». Dazu sei es unter anderem nötig, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte adäquate Ausstattung der Unesco-Kommission "schnellstmöglich" umgesetzt werde.

Gendersternchen kommt vorerst nicht in den Duden

Bis November Empfehlungen für staatliche Stellen

Das Gendersternchen * wird vorerst nicht in den Duden aufgenommen. "Die Entwicklung beim Thema 'geschlechtergerechte Schreibung' ist nicht so weit gediehen, dass das Regelwerk der amtlichen deutschen Rechtschreibung geändert werden sollte", entschied der Rat für deutsche Rechtschreibung. Das Gendersternchen gilt als relativ neues Sprach-Phänomen. Kritiker sehen darin eine "Sprachverhunzung". Auch unter Linguisten ist die "geschlechtergerechten Sprache" umstritten. Bis November sollen den Angaben zufolge Empfehlungen für "geschlechtergerechte Schreibung" für staatliche Stellen vorliegen.

US-Fernsehkoch Anthony Bourdain gestorben

Er wurde 61 Jahre alt

Anthony Bourdain, der US-amerikanische Starkoch und Bestsellerautor, ist tot. Der Sender CNN, für den Bourdain mehrere Reportagen gedreht hatte, bestätigte seinen Tod. Er wurde danach am Morgen in Straßburg in seinem Hotelzimmer aufgefunden. "Seine Liebe zu großen Abenteuern, neuen Freunden, gutem Essen und Trinken und den bemerkenswerten Geschichten der Welt machten ihn zu einem einzigartigen Geschichtenerzähler", erklärte der Sender. Für Aufsehen gesorgt hatte Bourdin mit seinem Buch "Geständnisse eines Küchenchefs: Was Sie über Restaurants nie wissen wollten". Seine Dokumentationen waren in Deutschland unter anderem bei Kabel Eins zu sehen.

Clemens Meyer wird Stadtschreiber von Bergen-Enkheim

Prägende Stimme der Gegenwartsliteratur

Der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer wird neuer Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis werde am 31. August auf dem Berger Marktplatz verliehen, teilte die Kulturgesellschaft des Frankfurter Stadtteils mit. Meyer werde für ein Jahr im Stadtschreiberhaus wohnen und arbeiten können. Festredner sei der Journalist und Autor Jens Bisky. Der 1977 in Halle an der Saale geborene Clemens Meyer gehöre zu den prägenden Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur, hob die Jury hervor. Den Autor interessiere sowohl die Suche der Menschen nach Liebe und Glück wie auch ihr Aufbegehren und Scheitern.

Tote-Hosen-Sänger Campino erleidet Hörsturz

Zweites Berlin-Konzert und Auftritt in München abgesagt

Der Sänger der Toten Hosen, Campino (55), hat einen Hörsturz erlitten. Das für Freitagabend geplante zweite und ausverkaufte Konzert der Band in der Berliner Waldbühne falle deshalb aus, teilte die Band via Twitter und Facebook mit. Der Hörsturz sei am Freitagmorgen diagnostiziert worden. In der Erklärung der Band hieß es, die Absage erfolge auf Anweisung der Ärzte und "schweren Herzens". Die Band bemüht sich um einen Ersatztermin. Wenig später wurde dann auch ein eigentlich für Sonntag geplanter Auftritt beim Münchner Festival "Rockavaria" abgesagt. Wie es weitergeht, gibt die Band so bald wie möglich bekannt.

Autor Liao Yiwa wirft Westen Anbiederung an China vor

Freies Schreiben sei in China nicht möglich

Schriftsteller Liao Yiwu wirft dem Westen vor, im Umgang mit China die Frage nach den Menschenrechten zu vernachlässigen. "Des Geldes wegen machen sie einem Diktator Zugeständnisse, schließen faule Kompromisse und vermeiden es, Menschenrechtsfragen anzusprechen." Dies sei eine Schande für jede Demokratie und eine Bankrotterklärung. China bezeichnete er als Erziehungsdiktatur. Eine übermächtige Internetpolizei garantiere die Aufrechterhaltung dieses Systems. Jetzt ist nicht nur der tatsächliche Widerstand gefährlich, sondern allein der Gedanke an den Widerstand, so Liao. Der Autor wurde 2012 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Das Buch "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten" machte ihn berühmt. Als einer der bekanntesten chinesischen Dissidenten lebt er in Berlin.

Neuer Vorschlag für Einheitsdenkmal

Die Planungen sind bereits abgeschlossen

Der Berliner Verein Historische Mitte will das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal auf der Wiese vor dem Reichstag statt am wiederaufgebauten Berlin Schloss entstehen lassen. Der Platz der Republik sei momentan "schrecklich leer", an dem vorgesehenen Standort zwischen Schloss und Spreekanal hingegen sei es insbesondere bei Großveranstaltungen viel zu eng, sagte die Vereinsvorsitzende Annette Ahme dem "Tagesspiegel". Unterstützung kommt von der Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Eva Högl: "Das ist eine sehr charmante Idee", sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verwies darauf, dass es zum Standort des Denkmals einen eindeutigen Beschluss des Bundestages gebe, der weiterhin gelte. Über das Projekt eines Einheits- und Freiheitsdenkmals wird schon mehr als ein Jahrzehnt diskutiert. Inzwischen sind für die Umsetzung des Wippen-Entwurfs von Johannes Milla am Schloss gut 17 Millionen Euro veranschlagt.

Tombeil bleibt Intendant am Schauspiel Essen

Theater und Philharmonie Essen beschließt Vertragsverlängerung bis 2023

Christian Tombeil bleibt Intendant am Schauspiel Essen. Der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen hat den Vertrag des 53-Jährigen bis 2023 verlängert. Der gebürtige Oberfranke leitet seit 2010 die Schauspielsparte. Aufmerksamkeit erregte er mit sozial- und gesellschaftskritischen Stücken. So widmete sich Regisseur Volker Lösch zuletzt mit seinem Stück „Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital" der Teilung der Stadt Essen in einen armen Norden und einen wohlhabenderen Süden. "Mit Christian Tombeil haben wir einen höchst engagierten Intendanten, der sowohl den künstlerischen Auftrag des Theaters als auch die Wünsche und Bedürfnisse des Publikums im Blick hat", würdigt der TUP-Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Britz Tombeils Arbeit. Ein Beleg für dessen erfolgreiches Wirken sei auch der Zuschauerzuspruch, der in der jetzt auslaufenden Jubiläumsspielzeit, in der der 125. Geburtstag des Grillo-Theater gefeiert wurde, bei einer Platzauslastung von über 82 % liegt.

Kompromiss im Streit um documenta-Obelisk

Künstler Olu Oguibe schlägt neuen Standort vor

Nach monatelangem Streit um den Verbleib des documenta-Kunstwerks Obelisk in Kassel deutet sich ein Kompromiss an. Der Stadtverwaltung liege ein Vorschlag des Künstlers Olu Oguibe vor, dass die Steinsäule vor dem geplanten documenta-Institut stehen könne. Bisher hatte der Künstler darauf bestanden, dass das umstrittene Kunstwerk der vergangenen documenta 14-Ausstellung in der Innenstadt bleiben soll. Für den Ankauf des Kunstwerks, das sich mit dem Thema Flucht beschäftigt, waren bei einer Spendensammlung nur 126 000 Euro statt 600 000 Euro zusammengekommen. Der nigerianisch-amerikanische Künstler hatte sich dennoch bereit erklärt, das Kunstwerk Kassel zu überlassen, aber auf dem bisherigen Standort Königsplatz beharrt. Die Stadt erklärte dagegen, den Platz für andere Kunstwerke freihalten zu wollen.

Zusätzliche Mittel für Erhalt schriftlichen Kulturguts

Grütters gibt eine Million für Vorhaben zur Bewahrung wichtiger Schriften

Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt weiter den Erhalt schriftlichen Kulturguts. "Vielfach sind historische Handschriften und Bücher in unseren Archiven und Bibliotheken durch Säurefraß, Feuchtigkeit und Schimmel in ihrer Substanz akut gefährdet", sagte Grütters in Berlin. Da das Sonderprogramm 2017 eine große Fördernachfrage gezeigt habe, stelle sie für das laufende Jahr zusätzlich eine Million Euro bereit. In einer ersten Runde des diesjährigen Programms werden demnach 19 Vorhaben mit rund 440.000 Euro gefördert. Darunter ist etwa ein Projekt des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen zur Sicherung von Akten der International Refugee Organization oder ein Vorhaben zur Bewahrung von Beständen der deutschen Künstlerbibliotheken im Rom des 19. Jahrhunderts in der Casa di Goethe. Die geförderten Vorhaben finanzieren die Länder und Kommunen zu mindestens 50 Prozent mit.

Der Fotograf David Douglas Duncan ist tot

Er starb im Alter von 102 Jahren in Südfrankreich

Der amerikanische Fotograf David Douglas Duncan, enger Freund von Pablo Picasso, ist im Alter von 102 Jahren in einem Krankenhaus an der Côte d'Azur gestorben. David Douglas Duncan wurde durch seine Portraits von Picasso und durch seine Kriegsfotografie bekannt. Er arbeite zunächst als Kriegsfotograf für die US-Armee. Mit Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde er in den Südpazifik entsandt. Nach dem Krieg arbeite er für das Life Magazine. Mit seinem ersten Buch "This Is War! A Photo Narrative of the Korean War", wurde Duncan weltberühmt. Später folgten die kritischen Fotobände "Protest!" (1968) und "War Without Heroes" (1970). Neben der Kriegsfotografie wurde Duncan auch mit Fotografien von Pablo Picasso bekannt, den er durch Robert Capa kennengelernt hatte. Von Picasso entstanden sieben Bildbände. Mit "Yankee Nomad" legte Duncan 1967 eine fotografische Autobiografie vor.

Civis Medienpreise vergeben

Preis würdigt Programme für Beitrag für ein friedliches Zusammenleben in Europa

Insgesamt 12 Beiträge aus Film, Fernsehen, Radio und Internet sind mit dem Civis Medienpreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung in der Kategorie Online erhielt das Reportageformat "Jäger und Sammler" des öffentlich-rechtlichen Jugendangebots Funk. Ein Radiopreis für lange Programme ging an das ARD-Radiofeature "Neun Stockwerke neues Deutschland" über ein Haus in Gladbeck von Reinhard Schneider (WDR5). Mit dem Radiopreis für kurze Programme wurde der HR-Info-Beitrag "Neue Flüchtlingsunterkunft, alte Ängste" von Ricardo Mastrocola ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich 847 Programme aus 21 EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz um den Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt beworben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, waren Schirmherren des Preises.

Neuer Name für Chemnitzer Kunstpreis und Stiftung

Konsens mit Berliner Stiftung soll Verwechslung vermeiden

Der "Schmidt-Rottluff Kunstpreis" heißt künftig "Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz". Auch die für den Preis verantwortliche Stiftung firmiert unter dem neuen Namen "Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz". Damit soll Verwechslungen mit der vom Expressionisten selbst gegründete "Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung" in Berlin vermieden werden. Darauf haben sich die Chemnitzer Stifter Jürgen und Sonja Oehlschläger sowie die Berliner Stiftung geeinigt. Damit soll auch ein Rechtsstreit vermieden werden.

Bühnenverein strebt Kulturwandel an

Verein will für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen

Der Deutsche Bühnenverein will auf seiner Jahrestagung in Lübeck einen Wertekodex gegen sexuelle Belästigung und Gewalt verabschieden. Präsident Ulrich Khuon betonte zum Auftakt die besondere gesellschaftliche Aufgabe der Theater. "Ob Geschlechtergerechtigkeit, #MeToo-Debatte, Verbesserung der Arbeitsbedingungen oder die Auswirkungen der Digitalität auf unsere Häuser - es geht um einen Kulturwandel, den wir alle mitgestalten müssen", sagte Khuon, der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin ist. Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) lobte den Verband für seine Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung und Gewalt im Kulturbereich. Der Wertekodex sei ein wichtiges Signal. Sie forderte den Bühnenverein außerdem auf, mehr Frauen in Führungspositionen im Kulturbereich zu bringen. An dem zweitägigen Treffen im Lübecker Theater nehmen etwa 300 Verwaltungsdirektoren, Intendanten, Kulturpolitiker und weitere Gäste teil. Dem Bühnenverein gehören rund 100 Orchester und 217 Theater an.

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