Freitag, 20.04.2018
 

Tonart | Beitrag vom 26.08.2015

Neue CD von Mara ArandaAkustische Reise rund ums Mittelmeer

Von Wolfgang Meyering

Die französische Küste an der Cote D´Azur. (imago / Westend61)
Die französische Küste an der Cote D´Azur. (imago / Westend61)

"Mare Vostrum" heißt das neue Album der spanischen Sängerin Mara Aranda. Eine CD, die als Rückblick auf das 25-jährige Schaffen der Musikerin gelten kann. Denn auch diesmal geht es um die Begegnung unterschiedlicher Musiktraditionen.

"Mare Nostrum - the mediterranean sea wich on our album forms from Nostrum to Vostrum - from ours, to yours."

"Mare Nostrum" - Unser Meer- so nannten die Römer das Mittelmeer und unterstrichen damit auch ihren Besitzanspruch auf die Hoheit über die Region. Bei Mara Aranda wird daraus "Mare Vostrum" - Euer Meer - denn sie meint, dass das Mittelmeer, ebenso wie die Kultur und die Musik der Völker, die an den Küsten leben, allen gehört. Es ist ein gemeinsamer Kulturraum, so wie die Alpen, der Balkan oder die Ostsee. Die Menschen in diesen Regionen haben sich über Jahrhunderte gegenseitig beeinflusst und auch Mara Aranda bezieht sich auf diese vielfältigen Kulturen. Dabei ist aber die Musik nur ein Teil des Ganzen.

Texte sind für Aranda das Herz und die Seele eines Stückes

"If the music represents the architectonic part of the piece. The body if you will. Then the lyrics are the heart and soul."

Wenn die Musik mit ihren Strukturen die Architektur eines Musikstückes ist, sozusagen der Körper, dann sind die Texte der Lieder für Mara Aranda das Herz und die Seele eines Stückes. Und Körper und Seele bilden bei den Titeln auf der neuen CD von Mara Aranda eine wirklich geschlossene Einheit. Und das, obwohl man ganz unterschiedliche musikalische Einflüsse hören kann. Vom mittelalterlichen Klang der Drehleier bis hin zu den orientalischen Klängen der Instrumente des östlichen und südlichen Mittelmeeres, wie der türkischen Baglama oder der Rahmentrommel Riq. Einer der Schwerpunkte auf der neuen CD ist die Musik Bulgariens, mit der sich Mara Aranda bei Reisen auf den Balkan intensiv beschäftigt hat.

Mara Aranda und ihre Musiker sind Forschungsreisende in der Welt der Klänge rund um das Mittelmeer. Und dabei gehen sie sehr gewissenhaft und kreativ vor und lassen sich von den vielfältigen Eindrücken inspirieren. Mara Aranda hat sogar immer ein kleines Buch bei sich, um diese Ideen aufzuschreiben.

"I normally carry around a small book to draw down phrases. Tracks from poems, things I can then bring into the more peaceful surrounding of my studio."

Klangwelten des Mittelmeers verinnerlicht

Mit den Notizen, die sie in ihrem Buch gesammelt hat, geht Mara Aranda dann in die friedvolle Umgebung ihres Studios, um an ihren Liedern zu arbeiten. Auf "Mare Vostrum" finden sich nur Eigenkompositionen der beteiligten Musiker. Vor allem von Abel Garcia und Jota Martinez. Die beiden Multiinstrumentalisten haben die Klangwelten des Mittelmeers so verinnerlicht, dass sie daraus einen neuen akustischen Kosmos schaffen, dem sie mit ihren vielschichtigen Arrangements ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Unterstützt werden sie dabei noch von einigen Gästen.

"About my guest musicians on 'Mare vostrum'. I choose them not only because that I personally know them. But also because I feel a personal connection to its live."

Die Gastmusiker wurden von Mara Aranda und ihren Kollegen nicht nur deswegen eingeladen, weil sie diese zufällig kennen, sondern weil sie bei allen das Gefühl hatten, dass es eine persönliche Verbindung zu deren Leben gibt. Auch dieses tiefe gemeinsame Verstehen hat zum Gelingen der neuen CD beigetragen.

Kreatives Potenzial und facettenreiche Stimme

Das Album "Mare Vostrum" zeigt auf eindrucksvolle Weise das große kreative Potenzial, das sich Mara Aranda in den letzten 25 Jahren ihrer Musikerlaufbahn erarbeitet hat. Spannende Arrangements, überraschende Klanglandschaften und über allem ihre facettenreiche Stimme. All das präsentiert die Sängerin sie besonders gerne in Deutschland, wie sie sagt. Denn sie habe das Gefühl, dass das Publikum hierzulande spürt, dass auf der Bühne nicht nur improvisiert wird, sondern auch viel harte Arbeit dahintersteckt. Und sie glaubt,  dass die Zuhörer deswegen so gerne bei ihrer Musik mitlachen oder auch weinen.

"They realize that our work does´t just appear by improvisation. And I think for that reason that they are much more willing to laugh and to cry with us."

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(Deutschlandradio Kultur, Musik, 12.03.2014)

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