Seit 17:05 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9
 
 

Studio 9 | Beitrag vom 26.01.2017

Neu im Kino: "Jackie"Wie Kennedys Witwe zur Ikone wurde

Von Anke Leweke

Podcast abonnieren
John F. Kennedy (Caspar Phillipson) steht neben seiner Frau Jackie (Natalie Portman), die einen Strauß rote Rosen in der Hand hält. Beide sind im Profil zu sehen und lächeln (imago/Entertainment Pictures/Zumbapress)
John F. Kennedy (Caspar Phillipson) und seine Frau Jackie (Natalie Portman) im Film "Jackie" von Pablo Larraín (imago/Entertainment Pictures/Zumbapress)

Es ist kein klassisches Biopic, das der chilenische Regisseur Pablo Larrain mit "Jackie" abliefert. Er wirft ein kurzes, aber eindringliches Schlaglicht auf Jacqueline Kennedy - auf ihre Arbeit am Image des Präsidentenpaares und auf ihre Selbstinszenierung als Witwe.

Eine Woche nach der Ermordung ihres Ehemannes John F. Kennedy in Dallas trifft sich Jacqueline Kennedy auf dem Familienanwesen mit einem Journalisten. Theodore White vom Life-Magazine soll ihre Version von Kennedys Tod und ihrer Ehe aufschreiben. Das Gespräch mit dem Reporter ist einer der erzählerischen Rahmen von Pablo Larraíns Film.

"Jackie" ist kein klassisches Bio-pic, vielmehr zeigt der Film das Leben einer Frau im Spannungsfeld von Wirklichkeit und Selbstinszenierung. Es ist eine kluge Konstruktion des chilenischen Regisseurs, die Frau, die ihre Rolle als First Lady von Anfang an als Arbeit am Image des Präsidentenpaares begriffen hat, stets im Blick der anderen zu zeigen.

Der Blick in den imaginären Spiegel

"Jackie" zeigt die Präsidentengattin und Stil-Ikone Jacqueline Kennedy meist als öffentliche und halböffentliche Person, die selbst in privaten Momenten immer in einen imaginären Spiegel zu blicken scheint.  

Präsidenten-WitweJacqueline Kennedy mit ihren beiden Kindern Caroline und John F. Junior am 24.11.1963 bei der Trauerfeier für den ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy. (picture alliance/dpa/Jfk Library)Inszenierte Trauer: Kennedys-Witwe Jackie mit den beiden Kindern am 24.November 1963. (picture alliance/dpa/Jfk Library)

In "Jackie" offenbart sich Jackie Kennedys Kampf um eine Beerdigung nach dem Vorbild von Abraham Lincoln und damit um John F. Kennedys Platz in der Geschichte nach und nach als etwas anderes: als Kampf einer Frau um ihren Platz in Kennedys Geschichte, in der amerikanischen Geschichte überhaupt. Larraíns Film lässt keinen Zweifel daran, dass History für Jackie Kennedy zunächst einmal eine Story ist, die man der Öffentlichkeit erzählt.

Jackies Selbstinszenierung

In leidenschaftlichen Diskussionen mit Sicherheitsleuten und ihrem Schwager Bobby Kennedy setzt sie einen Trauermarsch in Begleitung von mehr als einhundert Staatsoberhäuptern durch. Das Bild der verschleierten Witwe im eleganten schwarzen Kostüm, die mit ihren kleinen Kinder an der Hand die Stufen des Capitols hinuntergeht, ist ikonisch geworden.

"Jackie" (USA 2016), Regie: Pablo Larraín
100 Minuten, FSK: ab 12
Mit: Natalie Portman, Greta Gerwig,
John Hurt, Peter Sarsgaard

Mehr zum Thema

Eleanor, Michelle, Hillary ... - Wie First Ladies Akzente setzen
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 26.01.2017)

Neu im Kino: "Hacksaw Ridge" - "Ich bin kein Freund von blutrünstigen Filmen"
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 26.01.2017)

Neu im Kino: "Kundschafter des Friedens" - Unwiderstehlich komisch
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 25.01.2017)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur