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Tonart | Beitrag vom 13.02.2018

NeoklassikEtikettenschwindel oder wichtiges neues Genre?

Horst Weidenmüller im Gespräch mit Andreas Müller

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Horst Weidenmüller, Chef des Plattenlabels Studio !K7, aufgenommen am 30.5.2005 (picture-alliance/ dpa / Jens Kalaene)
Horst Weidenmüller, Chef des Plattenlabels Studio !K7 (picture-alliance/ dpa / Jens Kalaene)

Nils Frahm ist der Superstar eines Genres, das neuerdings unter Neoklassik eingeordnet wird. In diese Szene fallen auch Emika, Max Richter und Francesco Tristano. Der Chef des Labels !K7, Horst Weidenmüller, glaubt an das Potential der Klänge, die nach Klassik klingen, aber auch nach Pop.

Die einen würden die Musik von Nils Frahm als "leichte Unterhaltung" abtun, andere nennen sie "Neoklassik". Er könne mit dieser Klassifizierung gut leben, meint Horst Weidenmüller, Chef von !K7, einem legendären Label, das stets bemüht war, Trends aus der Club-Szene abzubilden. Mit !K7 hat Weidenmüller kürzlich ein Klassik-Label aufgelegt, auf dem Künstler wie Luca D'Alberto, Niklas Paschburg und Henrik Schwarz erscheinen.

Nils Frahm ist der Star der "Neoklassik"

Den Begriff "Neoklassik" findet der Label-Chef zwar nicht gut, aber "das Genre braucht einen Namen, um einfach auch zu wissen, Orientierung zu haben...". 

"Die Macher finden das ja gar nicht gut, dass es einen Namen gibt, weil es eine kreative Einschränkung gibt und Innovation zurückhält und die Vermarkter wollen unbedingt einen Namen, um eben formatgerecht auswerten zu können: Radio, Handel, print, Medien", erklärt Weidenmüller. 

Kein Anfang und kein Ende

Solange die Basis eine klassische Kompositionsstruktur ist, kann jede Musik als "Neoklassik" bezeichnet werden. "Es ist ein sehr undefiniertes Genre", sagt Weidenmüller. Das sei auch das Spannende. Bei Punk-Musik und Techno hieß es zunächst auch, dass es "keine richtige Musik" sei. Dass "Neoklassik" auch derartig abgewertet werde von alteingesessenen Klassikmusik-Fans, zeige die Innovationskraft des neuen Genres. "Das Spannende an dem Genre ist, dass man nicht sagen kann 'dort fängt es an und dort hört es auf'", sagt Weidenmüller.   

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