Seit 13:05 Uhr Länderreport

Montag, 25.06.2018
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Weltzeit | Beitrag vom 27.12.2017

Mythos NilLebensquell und Zankapfel in Ostafrika

Von Linda Staude und Anna Osius

Beitrag hören Podcast abonnieren
Schiffe auf dem Nil sind ein beliebtes Transportmittel in Kairo. (MOHAMED EL-SHAHED / AFP)
Schiffe auf dem Nil sind ein beliebtes Transportmittel in Kairo. (MOHAMED EL-SHAHED / AFP)

Wenn in Äthiopien bald der größte Staudamm Afrikas in Betrieb geht, fürchten Ägyptens Bauern um ihre Erträge. Wie viele andere Nil-Anwohner auch sind sie auf das Wasser des Flusses angewiesen. Doch die Lebensader Ostafrikas weckt zunehmend neue Begehrlichkeiten.

Wasser sprudelt aus einem Rohr in ein langes Auffangbecken. Es plätschert in einen gemauerten Kanal und fließt dann ins Tal.

Die himmelblauen Kacheln des Beckens bröckeln an den Rändern, viele fehlen ganz. Die etwas heruntergekommene Konstruktion im Süden Burundis ist der Ursprung des Nil.

Die südlichste Quelle des Nils entspringt in ein blaues Becken. (Linda Staude)Die südlichste Quelle des Nils. (Linda Staude)

1930 hat ein Deutscher mit Namen Burkhard Waldecker Ägypten besucht. Er hat die Nilmündung am Mittelmeer gesehen und sich gefragt, wo das Wasser herkommt. Und weil er Forscher war, hat er entschieden, selbst nach der Nilquelle zu suchen. Vier Jahre hat er für den Weg gebraucht - fast 7000 Kilometer, alles zu Fuß, erklärt Fremdenführer Nahima Nahermo. Stolz präsentiert er die südlichste Quelle des Nils und die Mini-Pyramide, die der deutsche Forscher dort errichtet hat. Sehr oft kann er das nicht tun.

"Im Moment haben wir nicht genug Besucher. Anders als vor Beginn der politischen Krise in Burundi 2015. Derzeit kommt vielleicht ein Tourist pro Tag, früher waren es zehn oder sogar 20 am Tag."

Die südlichste Quelle des Nils als Mini-Pyramide in Burundi. (Von Linda Staude)Die südlichste Quelle des Nils als Mini-Pyramide in Burundi. (Von Linda Staude)

Die blutigen Proteste gegen eine dritte Amtszeit für Präsident Pierre Nkurunziza vor zwei Jahren und das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte haben hunderte Todesopfer gefordert, Hunderttausende in die Flucht getrieben - und Touristen abgeschreckt.

Langsam kommen wieder Touristen

"Heute ist die Situation normal. 2015 gab es eine Rebellion in Burundi, in der Menschen auf den Straßen von Bujumbura getötet wurden. Aber diese Bewegung wurde gestoppt. Und jetzt haben wir Frieden und Sicherheit."

Versichert Pierre Nkurikiye, der Sprecher des Ministeriums für öffentliche Sicherheit und der Polizei. Tatsächlich sind in der Hauptstadt nachts keine Schüsse mehr zu hören, die allgegenwärtigen Straßensperren sind verschwunden.

"Die größte Herausforderung ist nicht die Sicherheit, sondern das Image Burundis, das nicht der Realität entspricht."

So Léonidas Habonimana, im Wirtschaftsministerium für den Tourismus zuständig. Aber die Besucherzahlen steigen langsam wieder - 33.000 in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Das bringt dringend benötigte Devisen.

Burundi ist durch die Krise noch ärmer

Markttag in Matana, eine knappe Autostunde von der Nilquelle entfernt. Deus Sabimana breitet Kohlköpfe an seinem Stand aus, Avocados, ein paar Auberginen.

"Das Leben ist hart, wir können gerade so überleben. Wir verdienen gerade genug für das Essen heute. Keiner weiß, was morgen wird. Du kannst keine Pläne machen oder vorankommen. Es gibt keine Entwicklung."

Auf dem Markt in Matana verkaufen Stoffe und Obst verkauft (Linda Staude)Markt in Matana. (Linda Staude)

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt und durch die Krise noch ärmer geworden. Der Kurs des Franc ist abgestürzt, Importe sind unerschwinglich - vor allem Benzin für den Warentransport, klagt Händlerin Jeannette Niyonizigiye.

"Vor zwei Jahren waren die Dinge noch bezahlbar, aber heute sind sie teuer. Es gibt zu viel Hunger in Burundi. Alles wird jeden Tag teurer."

Menschenrechtsverletzungen in Burundi?

Eine Untersuchungskommission der UN hat Burundi erst vor wenigen Monaten neue Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen – weitgehend unbewiesen, weil die Regierung jede Zusammenarbeit verweigert hat. Aber die wachsende Armut ist ganz sicher ein Verstoß gegen die Menschenrechte, so Patrice Vahard von der UN Menschenrechtskommission

"Die Bevölkerung Burundis hat Besseres verdient als einfach damit zufrieden zu sein, dass sie immer arm war und es auch bleiben wird. Menschen werden arm gemacht. Und die wirtschaftliche Situation verbessert sich nicht, sie verschlechtert sich erheblich."

Ausländische Besucher könnten Burundi voranbringen, so wie Kenia oder Tansania. Immaculée Niyonyungu arbeitet an der Rezeption des Hotels Ou be Ben in Matana

"Ich danke Gott dafür, denn viele junge Leute haben gar keinen Job. Ich habe einen. Auch wenn ich wenig verdiene, bin ich dankbar. Vielleicht bekommen wir bald so viele Kunden wie früher, und dann verdienen wir auch mehr."

Das Hotel ist das nächste an der Nilquelle, in dem Touristen komfortabel übernachten können. Seit sie wegbleiben, hält es sich gerade so über Wasser.

Der Nil als Lebensquelle für Geflüchtete in Uganda

Ein Arbeiter kraxelt auf einen dunkelgrün gestrichenen Tankwagen. Mit lauter Stimme ruft er dem Fahrer Anweisungen zu.

Der rangiert vor und zurück, bis die Einfüllklappe auf dem Dach genau unter dem ausgefransten Schlauch liegt, der von einer wackeligen Holzkonstruktion herunterhängt.

In einen alten LKW wird Wasser gefüllt. Der LKW steht im Staub unter einem Holztor. (Linda Staude)Ein LKW mit Wasser für Menschen aus dem Südsudan im Norden Ugandas. (Linda Staude)

Einen Augenblick später ergießt sich ein dicker Schwall Wasser in den Tank – 10.000 Liter werden in den LKW gepumpt.

"Vier Trucks können auf einmal gefüllt werden. 30 Minuten oder auch nur 20, und der Tank ist voll."

Das Wasser im Truck von Eluric Flave ist für die Flüchtlinge im Norden Ugandas bestimmt. Insgesamt rund eine Million Menschen – geflohen vor Hunger und Bürgerkrieg im Südsudan.

Südsudanesen im Rhino Camp trinken Nilwasser

"Wir haben das Land verlassen, weil wir gejagt wurden. Einige von uns wurden verdächtigt, Rebellen zu sein. Wenn sie Dich gefangen haben, wurdest Du abgeschlachtet. Einige unserer Verwandten wurden direkt vor unseren Augen getötet."

Anton Opoka ist mit seiner Familie im August letzten Jahres nach Uganda gekommen. Zu Fuß auf versteckten Pfaden durch den Busch, immer in Angst vor bewaffneten Gruppen. Inzwischen hat er ein kleines Haus gebaut, bestellt ein Stück Land und fühlt sich sicher. Aber, sagt er.

"Wasser war von Anfang an ein Problem. Wir brauchen es zum Kochen, für die Wäsche, zum Baden. Dreimal haben sie versucht, einen Brunnen zu bohren, aber es kam kein Wasser."

Die Tankwagen sind für viele der Flüchtlinge im Rhino Camp die einzige Wasserquelle. Sie holen das kostbare Nass von einer Aufbereitungsanlage am Ufer des Nils.

"Seit diese Anlage gebaut wurde, haben wir kein Sinken des Wasserspiegels im Fluss beobachtet. Er ist gleich geblieben und liefert genug Wasser, auch langfristig."

Erklärt James Ajoba vom Ugandischen Roten Kreuz, der das Mini-Wasserwerk leitet. Bis zu 70 Tankwagen werden hier jeden Tag gefüllt, über zwei Millionen Liter Trinkwasser. Aber im Moment steht nur der dunkelgrüne Truck einsam an der Abfüllanlage.

Südsudanesen warten auf den Wassertruck im Rhinocamp. Gelbe Wasserkanisten sind leer. (Linda Staude)Südsudanesen warten auf den Wassertruck im Rhinocamp. (Linda Staude)

Evelyn James wartet an dem großen schwarzen Plastiktank in ihrer Siedlung auf den Wasserwagen. Früh morgens hat es eine Lieferung gegeben, aber die 10.000 Liter sind schon wieder aufgebraucht.

"Manchmal sehe ich Leute kämpfen, weil es zu wenig Wasser gibt. Wenn das Wasser sich verspätet, die Trucks zwei oder drei Tage nicht gekommen sind und dann einer auftaucht, gibt das Probleme. Denn Wasser braucht jeder."

Klagt Peter Ninyakuni. An diesem Nachmittag warten die Menschen vergeblich. Ihr Tankwagen ist auf der miesen Buckelpiste zu ihrem Dorf in einem tiefen, schlammigen Loch stecken geblieben - bis der entnervte Fahrer seine Ladung ablässt. 10.000 Liter kostbares Nilwasser fließen nutzlos ins hohe Gras. In solchen Fällen bleibt den Flüchtlingen nur eins.

"Es gibt einen Sumpf da hinten mit sehr schmutzigem Wasser. Wir holen dieses Wasser von dort, kochen es ab, damit wir Essen damit kochen können, und es trinken."

Sagt Evelyn James bitter und zieht mit ihren fünf Jerricans los - großen, knallgelben Plastikkanistern, die je 20 Liter fassen und die sie mühsam einzeln nach Hause schleppen muss.

Strom durch den Grand-Renaissance-Damm in Äthiopien

Riesige Kräne heben Beton und Stahlmatten in die Höhe. Scharen von Bauarbeitern hämmern, sägen und schweißen an einer gewaltigen Staumauer.

Fast zwei Kilometer lang soll sie werden und 150 Meter hoch. Im kargen Westen Äthiopiens, rund 25 Kilometer vor der Grenze zum Sudan, entsteht der Grand-Renaissance-Damm – der größte Staudamm Afrikas.

"Es geht gut voran und treibt uns alle an. Die ganze Nation hängt an diesem Damm. Er ist unser Vorzeigeprojekt.

Baustelle für den größten Staudamm Afrikas in Äthiopien mit viel Beton und Stahl. (Linda Staude)Baustelle für den größten Staudamm Afrikas in Äthiopien (Linda Staude)

Schwärmt Projektmanager Simegnew Bekele stolz. Die riesige Baustelle lockt Schaulustige aus dem ganzen Land an. Sabla Beyene hat sich extra Urlaub genommen für die endlose Autotour von Addis Abeba.

"Es ist eine große Sache, wenn das Land transformiert wird von jemandem, der Hilfe bekommt zu jemandem, der geben kann. Äthiopien wird in der Lage sein, sich selbst zu helfen und anderen, indem wir den Strom verkaufen. Wir betteln nicht mehr bei anderen Ländern. Künftig werden die anderen zu uns kommen."

Das Wasserkraftwerk am Damm soll 6000 Megawatt Strom produzieren – mehr als genug für ganz Äthiopien und seine Pläne für Industrialisierung und Wachstum.

"Dieses Projekt ist ein Werkzeug im Kampf gegen die Armut, um unser Leben und die Existenzgrundlage zu verbessern. Letzten Endes wird es uns allen nützen."

Ganz Ostafrika, beteuert Simegnew Bekele, durch den Stromexport. Äthiopiens Nachbarn sehen das ganz anders. Schließlich wird der Megadamm den Blauen Nil stauen. Und der liefert satte 86 Prozent des Nilwassers – überlebenswichtig für den Sudan und vor allem Ägypten.

"Wir wollen niemanden angreifen, aus welchen Gründen auch immer. Aber wir werden ernste Maßnahmen ergreifen, um jeden einzelnen Tropfen Nilwasser zu retten. Jeden einzelnen Tropfen."

Drohte der damalige Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, bereits 2013. Der Nil und sein Wasser sind heiß umkämpft. Jahrzehnte alte Verträge sprechen dem Sudan und Ägypten rund 90 Prozent davon zu. Aber das wollen die Länder am Oberlauf längst nicht mehr hinnehmen.

Blick auf den Blauen Nil - mit Palmen und Sandstrand. (Linda Staude)Blick auf den Blauen Nil. (Linda Staude)

"GERD" sollte in diesem Jahr fertig werden

"Äthiopien hat keinerlei Absichten, den Ländern flussabwärts zu schaden. Weder Ägypten noch dem Sudan. Wir wollen lediglich unser Recht: Die gerechte und vernünftige Nutzung des Nilwassers."

Versichert Yilma Seleshi, der für Äthiopien die Verhandlungen um den Betrieb des Staudamms führt – während auf der Baustelle weiter auf Hochtouren gearbeitet wird. Knapp 10.000 Menschen schuften rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Eigentlich sollte "GERD", wie der Damm kurz genannt wird, in diesem Jahr fertig werden. Aber der Bau verzögert sich. Es wird noch eine Weile dauern, bevor der Nil tatsächlich gestaut werden kann.

"Man füllt einen Stausee nicht an einem Tag, sondern über einen langen Zeitraum. Das nennt man progressive Füllung. Äthiopien berücksichtigt dabei die Länder stromabwärts. Wir sind nicht gierig."

Erklärt Äthiopiens Wasserminister Alemayehu Tegenu. Sechs bis sieben Jahre wird es dauern, bis das Niltal unter einem riesigen See verschwindet, 250 Kilometer lang, dreimal so groß wie der Bodensee. Geschätzt 20.000 Menschen am Flussufer müssen dafür umgesiedelt werden.

"Dort gibt es auch gutes Farmland, aber es gibt ein anderes Problem: Wir haben auch eine Menge Vieh. Und in dem neuen Dorf gibt es kein Wasser für die Herden. Aber die Regierung hat trotzdem gesagt, dass wir gehen müssen."

Klagt Mohammed Alfeki Sabuna. Das Prestigeprojekt hat alle Äthiopier einiges gekostet – in Form von nicht ganz freiwilligen Spenden. Wasserminister Alemayehu Tegenu

"Wir sind nicht von internationalen Geldgebern abhängig. Wir finanzieren selbst. Der Grand Renaissance Dam wird von den Äthiopiern und der äthiopischen Regierung bezahlt."

Äthiopien hatte kaum eine andere Wahl: Internationale Kredite für den Fünf-Milliarden-Dollar-Bau gab es nicht – wegen des politischen Steits um das Nilwasser. Der droht jetzt wieder zu eskalieren: Die Verhandlungen über "GERD" sind Anfang November geplatzt. Wie es weitergehen soll, weiß derzeit noch niemand so genau, aber das ägyptische Parlament hat bekräftigt, was dereinst Präsident Mursi bereits betont hat: Ägypten ist nicht bereit, auf einen einzigen Tropfen Wasser zu verzichten.

Folgen des Staudammbaus in Äthiopien für Ägypten

Mit einer Hacke in der Hand bearbeiten die Bauern nördlich von Kairo den harten Boden, lockern mit bloßen Händen die Erde auf. Die Maisernte ist eingefahren, jetzt wird das Feld für die neue Saat vorbereitet. Und dafür brauchen die Bauern im Nildelta vor allem eines: Wasser. Ein knappes Gut in Ägypten, sagt Bauer Sayyed:

"Es gibt hier ein großes Problem mit dem Wasser. Wir haben Wassermangel. Früher war der Kanal hier randvoll, wir bauchten keine Maschinen um das Wasser auf die Felder zu pumpen. Heute ist das Wasser weniger geworden, früher mussten wir nur Schleuse öffnen, dann kam das Wasser."

Das Wasser in Ägypten stammt aus dem Nil. Das Nildelta gilt als die Kornkammer des Landes – ein ausgeklügeltes Kanalsystem verbindet die Felder mit dem lebenspendenden Fluss. Doch die Bevölkerung in Ägypten wächst dramatisch – die mehr als 90 Millionen Einwohner verbrauchen mittlerweile ein Mehrfaches an Wasser als noch vor wenigen Jahren. Und mehr Wasser gibt es nicht im Nil – im Gegenteil: aufgrund eines riesigen Staudammprojekts in Äthiopien kommt in Zukunft möglicherweise deutlich weniger Wasser in Ägypten an.

"Ägypten hat definitiv ein Wasserproblem. Die Situation ist bereits eng was die Wasserversorgung angeht und wird zunehmend dramatischer."

Ägyptens Bauern müssen Wasser sparen

Kirsten Nyman arbeitet als Bewässerungsexpertin für die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenabriet, kurz GIZ. In Ägypten versucht sie in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium unter anderem, die Bauern zu schulen, wie man mit der knappen Ressource Wasser besser haushalten kann.

"Landwirtschaft ist der größte Wasserverbraucher hier in Ägypten, mit ca. 80 Prozent des Wassers."

Eine Bauernschule in Ägypten - Männer sitzen auf dem Boden (Anna Osius)Eine Bauernschule in Ägypten (Anna Osius)

Rund zwanzig Bauern sitzen im Schatten unter einer Palme auf einem Hof im Nildelta zusammen auf dem Boden und hören zu. Es ist eine der sogenannten Bauernschulen, die die GIZ gegründet hat, damit Bauern lernen, mit welchen Methoden sie in der Landwirtschaft Wasser sparen können. Und das zeigt bereits ersten Erfolg, so Bauer Sayyed.

"Die Entwicklungsprojekte haben mir geholfen, Wasser zu sparen. Wir bewässern jetzt mehr nach Bedarf, kein Wasser geht verloren. Ich baue jetzt weniger Pflanzen an, die viel Wasser verbrauchen. Reis verbraucht viel Wasser, Mais deutlich weniger. Deshalb baue ich jetzt Mais an – und Reis nur noch ein bisschen für den eigenen Bedarf an, nicht zum Verkauf. Und die Kanäle werden jetzt unter die Erde verlegt, statt offener Gräben. Dadurch gibt kein verlorenes Wasser."

Kirsten Nyman: "Wasser kann man gut sparen, indem man Furchen auf den Feldern anlegt und die Früchte in Reihe pflanzt, in Gräben, die nur bewässert werden, das bringt Einsparungen von 30 Prozent oder es gibt bei Reisanbau die Möglichkeit, die Samen nur auf Teil des Feldes vorzuziehen, muss nur einen Teil des Feldes bewässern, und wird dann versetzt, und dann spart man auch 20 Prozent Wasser."

Experten fürchten: Der Kampf um Wasser könnte einer der Hauptgründe für zukünftige Konflikte im Nahen Osten und Afrika werden. Das knappe Gut sorgt bereits jetzt für Spannungen zwischen Ägypten und seinen südlichen Nachbarn – der Staudammbau in Äthiopien ist hochumstritten. Auch Bauer Sayyed hat davon gehört – und fürchtet, dass das Wasser noch weniger wird

"Sicher habe ich Angst, dass das Wasser knapp wird. Niemand kann ohne Wasser leben, wenn das Wasser hier verschwindet haben wir ein großes Problem."

Mehr zum Thema

Ballett in Ägypten - Im Röckchen gegen die Bigotterie
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 20.02.2017)

Afrikas Flüchtlingspolitik - Willkommenskultur in Uganda
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 12.07.2017)

Meinungsfreiheit in Äthiopien - Wo Blogger als Terroristen eingesperrt werden
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 27.03.2017)

Weltzeit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur