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Montag, 20.11.2017

Kompressor | Beitrag vom 14.11.2017

Musikpionier Charlemagne Palestine in BerlinGlockenspiele und Stofftier-Gottheiten

Paul Paulun im Gespräch mit Stefan Karkowsky

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Der Komponist und Künstler Charlemagne Palestine. (imago / Jaroslav Ozana )
Erweckt mit seiner Musik durchaus auch Widerspruch: der Komponist und Künstler Charlemagne Palestine (imago / Jaroslav Ozana )

Umgeben von tausenden Kuscheltieren spielt sich der Musikminimalist Charlemagne Palestine in einen wahren Rausch. Heute Abend kann man ihn dabei in Berlin bewundern. Unser Klangkunst-Experte Paul Paulun erwartet einen meditativen wie mitreißenden Auftritt.

Klaviersequenzen, die sich endlos wiederholen, Kompositionen aus Glockenspielen oder Lieder von singenden Stofftieren - kein Zweifel, die Klangkunst von Charlemagne Palestine ist eher für progressive Ohren bestimmt und ganz sicher nicht jedermanns Sache. Unter Kennern und Liebhabern gilt der US-amerikanische Komponist, Performer und Künstler als bedeutender Musikpionier. Heute abend tritt er in einer Kirche in Berlin auf.

"Ein richtiger Tausendsassa", meint unser Klangkunst-Experte Paul Paulun. "Bei seiner Musik und seinem Gesang komme ich innerhalb ganz kurzer Zeit in einen Zustand gegen den der Rest der Welt dann keine Chance mehr hat. Das prallt dann einfach alles ab." Palestine habe seine eigene Form von Minimalismus entwickelt - und dieser Stil sei "einfach magisch".

Rauschhafte Erlebnisse auf der Bühne

Von dem Konzert in Berlin erwarte er, dass es gleichermaßen meditativ und mitreißend werde, so Paulun. Palestine spiele ja meist längere Werke: "Die fangen ganz ruhig und langsam an. Praktisch aus dem Nichts nehmen die Ereignisse dann ihren Lauf - so genau kann man das nie vorher sagen. Manchmal stürzt er wie in so einen Rausch rein, das kann auch schon mal ein bisschen heftiger zugehen."

Charlemagne Palestine habe seine ganz eigene Sicht auf die Dinge. "Zum Beispiel hat er auch unzählige kleine bunte Kuscheltiere, die er auf der Bühne drapiert." Er bezeichne diese als "Stofftier-Gottheiten", das Heilige sei ihm wichtig. Früher seien diese Kuscheltiere stumm gewesen. Dank des technischen Fortschritts lasse er sie inzwischen aber sogar auch singen.


Sehen Sie hier einen Auftritt in der Kunsthalle Wien:

Fazit

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