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Kulturnachrichten

Freitag, 17. Februar 2017

Mögliche Filmaufnahme mit Marcel Proust entdeckt

Amateurfilm von 1904 soll französischen Schriftsteller zeigen

Laut einem Bericht des "Guardian" ist ein Hochzeitsvideo entdeckt worden, in dem der französische Schriftsteller Marcel Proust zu sehen sein könnte. Der Kanadische Literaturwissenschaftler Jean Pierre Sirois-Trahan hatte den 77-sekündigen Amateurfilm entdeckt. Zu sehen ist darin eine adlige Hochzeitsgesellschaft, die gerade eine Pariser Kirche verlässt. Darunter ein Mann in einem grauen Gehrock. Sirois-Trahans Landsmann und Proust-Experte Luc Fraisse, hat jedenfalls keine Zweifel, dass es sich bei diesem Mann um Proust handelt. Die Aufnahmen entstanden nachweislich bei der Hochzeit von Élaine Greffulhe und Armand de Gramont, Freunden von Proust, im November 1904. Anhand von Prousts Briefwechseln konnte nachgewiesen werden, dass er dort tatsächlich anwesend war.

Niederländischer Kinderbuchautor Dick Bruna gestorben

Schöpfer von "Miffy" wurde 89 Jahre alt

Der niederländische Kinderbuchautor und Zeichner Dick Bruna, der als Schöpfer des weißen Kaninchenmädchens "Miffy" weltweit bekannt wurde, ist im Alter von 89 Jahren in Utrecht gestorben. Dies teilte der Verlag Brunas in Amsterdam mit. Bruna hatte insgesamt 124 Bücher illustriert. Am bekanntesten wurde "Miffy", die er 1955 unter dem niederländischen Namen "Nijntje" erfand. Die kleinen quadratischen Bücher über das mit wenigen einfachen Strichen gezeichnete Kaninchen wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt. "Miffys" Abenteuer wurden auch verfilmt und kamen als Musical auf die Bühne. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte bezeichnete Bruna als "großen Menschen und großen Künstler", der nationales Kulturgut geschaffen habe.

Polanski plant Rückkehr in die USA

Anwalt bemüht sich um Herausgabe alter Vereinbarung zu Straffreiheit

Der polnisch-französische Filmregisseur Roman Polanski möchte nach Angaben seines Anwalts in die USA zurückzukehren, wo ihm bislang wegen eines vier Jahrzehnte alten Vorfalls die Verhaftung droht. Um die Rückkehr zu ermöglichen, solle auf eine alte Abmachung Polanskis mit der US-Justiz zurückgegriffen werden, die dem 83-Jährigen das Gefängnis erspare, sagte der Anwalt Harland Braun der Nachrichtenagentur AFP. Braun schrieb daher an den Richter Scott Gordon in Los Angeles, um die Herausgabe einer geheimen Abschrift der Einlassungen des damaligen Staatsanwalts zu erreichen. Polanski hatte 1977 im Alter von 43 Jahren Sex mit einer 13-Jährigen. Ert bekannte sich als Teil einer Vereinbarung schuldig und saß zunächst 42 Tage in der Gefängnispsychiatrie in Chino, aus der er vereinbarungsgemäß entlassen wurde. Doch dann ließ der Richter Laurence Rittenband den Deal platzen und forderte eine 50-jährige Haftstrafe für den Regisseur. Polanski floh daraufhin vor der Urteilsverkündung nach Europa und kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück. Von der geheimen Abschrift erhofft sich Braun Aufklärung in dem Fall und Straffreiheit für seinen Mandanten.

Bildungsexperten für Abschaffung der Schulnoten

Mehrheit der Deutschen ist aber für Beibehaltung

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe, hat sich für die Abschaffung von Schulnoten ausgesprochen. "Zensuren sind nicht objektiv. Wir müssen weg von den Noten, hin zu individuellen Berichten, weil sie den persönlichen Lernfortschritten der Kinder viel gerechter werden", sagte sie der "Bild". Dies sollte "nicht nur in Grundschulen, sondern in allen Schultypen praktiziert werden". Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Berichte besser seien. Die Präsidentin des Bayrischen Lehrerverbandes, Simone Fleischmann, sprach sich ebenfalls dafür aus, Schulnoten auch in höheren Klassenstufen durch Lernentwicklungsgespräche zu ersetzen, weil dies motivierender sei. Kritik kam dagegen von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, Susanne Eisenmann: "Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu." Eine große Mehrheit der Deutschen stimmt Eisenmann zu. Einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov vom vergangenen September zufolge halten drei von vier Deutschen Schulnoten weiterhin für sinnvoll. Dass Schüler bei miesen Leistungen sitzenbleiben müssen, finden mehr als 80 Prozent richtig.

Griechischer "Arte povera"-Künstler Kounellis ist tot

Leichnam soll auf dem Kapitolshügel in Rom aufgebahrt werden

Der griechische Künstler Jannis Kounellis ist in seiner Wahlheimat Italien gestorben, wie die italienische Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Kounellis war laut Nachrichtenagentur Ansa bereits am Donnerstag in Rom gestorben. Er wurde 80 Jahre alt. Kounellis war bereits in den 50er Jahren nach Italien gezogen und galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der "Arte povera". Der Maler und Objektkünstler, der mit Joseph Beuys befreundet war, ist für seine monumentalen Installationen bekannt. Aus "armen Materialien" hatte Kounellis provokante Werke geschaffen und sich vom jeweiligen Ausstellungsort inspirieren lassen. Aufsehen erregte er etwa in den 60er Jahren mit einer Aktion in Rom, für die er zwölf Pferde in einer Galerie anband.

Facebook-Chef warnt vor Isolationismus

Zuckerberg warnt vor Strömungen, die sich gegen globale Vernetzung richten

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor isolationistischen Tendenzen in der Welt gewarnt und seine Plattform als "soziale Infrastruktur" angepriesen. Weltweit seien Menschen von der Globalisierung abgehängt, erklärte der 32-jährige Manager. Zudem gebe es überall Strömungen, die der globalen Vernetzung den Kampf angesagt hätten. Er dagegen wolle Menschen zusammenbringen. Facebook könne mehr als ein Netz für Freunde und Familie sein. So könnte das Unternehmen traditionelle Institutionen stärken, bei Krisen helfen oder das gesellschaftliche Engagement unterstützen. Facebook steht unter Druck, selbst mehr gegen Falschmeldungen und Propaganda zu unternehmen. Zudem besteht die Sorge, dass viele Facebook-Nutzer vor allem Beiträge und Nachrichten lesen, die ihre eigene Meinung verstärken. Wirtschaftlich schadet die Kritik dem Unternehmen aber nicht: Der Umsatz stieg zuletzt um über 50 Prozent.

Fußballmuseum für Museumspreis nominiert

"Champions League der Museumswelt"

Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund ist für einen der renommiertesten Museums-Preise nominiert worden - den "Museum of the Year Award" (EMYA). Es gehört damit zum Kandidatenkreis des ältesten und renommiertesten Wettbewerbs dieser Art, der unter Experten als "Museums-Oscar" gilt. Bisherige Preisträger waren unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao (2000) und das Rijksmuseum in Amsterdam (2015). Dass ein Sportmuseum die Gunst der Juroren gewinnt, ist ungewöhnlich. "Es ist für uns ein absolutes Highlight, wenn wir in der Champions League der Museumswelt mitspielen. Das zeigt, dass der Fußball im kulturellen Leben angekommen ist", sagte Museumsdirektor Manuel Neukirchner der Deutschen Presse-Agentur. Der unter der Schirmherrschaft des Europarats stehende EMYA soll innovative Entwicklungen in der internationalen Museumsszene fördern und bekannt machen. Er wird seit 1977 entweder an ein kurz zuvor neu eröffnetes Museum oder an ein Museum mit komplett modernisierter Ausstellung vergeben. Das Ausstellungsgebäude in Dortmund wurde vor gut einem Jahr eröffnet.

Allende: Trump ein "wildgewordener Stier"

"Mann der skrupellosen Geschäfte"

Die in den USA lebende Schriftstellerin Isabel Allende ist erschüttert von den Verwerfungen durch die ersten Wochen der Präsidentschaft von Donald Trump. "Ich weiß nicht, ob die amerikanischen Institutionen stark genug sind, um dem Einfluss dieses wild gewordenen Stiers zu widerstehen, der nicht weiß, wie man regiert", sagte Allende in einem Interview mit der Deutschen Welle. "Das ist ein Mann der Geschäfte, (...) der skrupellosen Geschäfte." Die gebürtige Chilenin, deren Werke wie "Das Geisterhaus" in dutzende Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft wurden, geht davon aus, dass durch Trumps Kurs der Abschottung Europa und Lateinamerika wieder enger zusammenrücken werden. Die erhöhte Einflussnahme von Neonazi-Bewegungen und von ultrarechten Gruppen in den USA und anderswo sei sehr beunruhigend, sagte die 74-jährige Verwandte des 1973 bei einem Putsch gestorbenen chilenischen Präsidenten Salvador Allende.

Ernesto Cardenal will in Nicaragua bleiben

Dichter vermutet "politische Motive" hinter einer Anklage

Trotz juristischer Streitigkeiten will der nicaraguanische Dichter Ernesto Cardenal sein Heimatland nicht verlassen. "Ich gehe nicht aus Nicaragua weg. Ich bezahle nicht, was ich nicht schuldig bin", sagte der 92-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt hieß es aus seinem Umfeld, er erwäge, in Deutschland oder Mexiko um Asyl zu bitten. Cardenal war zuletzt von einer früheren Angestellten auf die Zahlung von rund 800 000 US-Dollar (757 000 Euro) verklagt worden. Der Autor wittert dahinter politische Motive. Cardenal ist einer der bekanntesten Schriftsteller Nicaraguas. Der Priester beteiligte sich an dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza und war nach dem Sieg der Revolution 1979 Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später überwarf er sich allerdings mit seinen einstigen Kampfgenossen und ist heute ein scharfer Kritiker von Präsident Daniel Ortega.

Regisseur Kaurismäki will keine Filme mehr drehen

Sein Flüchtlingsfilm gilt als als Anwärter auf den Goldenen Bären

Einem Fernsehsender sagte der 59jährige "Die andere Seite der Hoffnung" werde sein letzter Film bleiben. Der Streifen schildert die Geschichte eines jungen Syrers, der in Finnland Asyl beantragt. Der Film folgt auf den Welterfolg "Le Havre" aus dem Jahr 2011 - ein in Frankreich spielendes Flüchtlingsdrama. Ursprünglich sollten die beiden Filme Teil einer Flüchtlingstrilogie sein. Doch mit dem dritten Film ist nun nicht mehr zu rechnen. Er sei müde und wolle endlich anfangen sein eigenes Leben zu führen, sagte der finnische Regisseur auf der Berlinale.

Denkmal für García Márquez in Havanna

Bronzestatue erinnert an Literaturnobelpreisträger

Knapp drei Jahre nach dem Tod von Gabriel García Márquez ist in der kubanischen Hauptstadt Havanna eine Bronzestatue des kolumbianischen Schriftstellers enthüllt worden. Das Denkmal sei eine Hommage an den Literaturnobelpreisträger, "der so eng verbunden war mit Havanna, der Karibik und Kuba", sagte Kolumbiens Botschafter Gustavo Bell. Mit der Skulptur wolle sich sein Land außerdem bei den Kubanern für ihre Unterstützung des Friedensprozesses mit der Farc-Guerilla bedanken. Die lebensgroße Statue von García Márquez, der mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro befreundet war und in den 80ern einige Jahre in Havanna lebte, stammt von dem kubanischen Bildhauer José Villa Soberón. García Márquez' bekanntestes Werk ist die vor 50 Jahren veröffentlichte Familiensage "Hundert Jahre Einsamkeit". Den Literaturnobelpreis erhielt er 1982.

Midnight Oil vor Comeback

Band kommt auch nach Deutschland

Die australische Rockband Midnight Oil steht 15 Jahre nach ihrer Auflösung vor dem Comeback. Die Musiker um Leadsänger Peter Garrett kündigten in Sydney eine neue Welttournee unter dem Titel "The Great Cycle Tour 2017" an. Auftakt ist im April in Brasilien. In Deutschland wird die Band in Köln, Berlin und Frankfurt zu sehen sein. In ihrem Heimatland wollen die "Oils" erst im Herbst wieder gemeinsam auf der Bühne stehen. Die Band hatte Ende der 1980er Jahre mit Hits wie "Blue Sky Mine" oder "Beds are Burning" auch international großen Erfolg. 2002 löste sie sich auf. Garrett machte dann Karriere in der Politik. Zwischenzeitlich saß er er in seinem Heimatland als Umweltminister im Kabinett. Die Band kündigte an, sich auch politisch wieder einmischen zu wollen.

Frankfurter Musikpreis 2017 geht an David Garrett

Jury: Star-Geiger führt Menschen an klassische Musik heran

Der in Aachen geborene Garrett verkaufte im Laufe seiner Karriere bereits über 2,5 Millionen Tonträger, die ihm allein in Deutschland zwölf Platin- und sieben Goldauszeichnungen einbrachten. Der 36-jährige Geiger führe mit seinen Crossover-Projekten zahllose Menschen an die klassische Musik heran, begründete das Kuratorium die Ehrung. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird alljährlich während der Frankfurter Musikmesse (5.-8.4.) vergeben und ehrt Persönlichkeiten, die einen besonderen Beitrag für die weltweite Musikszene und -kultur geleistet haben. Garrett nimmt den Preis am 7. April in der Paulskirche entgegen und gibt live auf der Bühne einen kleinen Einblick in sein Schaffen.

Anna Netrebko zur Kammersängerin ernannt

Russisch-österreichischer Opernstar singt seit 15 Jahren in Wien

Der weltweit gefeierte Opernstar Anna Netrebko ist in Wien mit dem Titel Kammersängerin ausgezeichnet worden. Die 45-Jährige sei seit vielen Jahren besonders eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, hieß es in der Begründung. "Sie stehen weltweit für höchste und international herausragende Sangeskunst", sagte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) zu Netrebko. Die russisch-österreichische Sopranistin zeigte sich sichtlich gerührt. "Es gibt nichts Schöneres für mich, als jetzt gerade hier in Wien zur Kammersängerin ernannt zu werden", sagte Netrebko in einer kurzen vorbereiteten Rede auf Deutsch. Sie singe nun bereits seit 15 Jahren in Wien sowie in Salzburg. "Österreich ist mein Zuhause geworden." Publikumsliebling Netrebko steht zurzeit als Leonora in der Neuproduktion von Giuseppe Verdis "Il trovatore" in Wien auf der Bühne. 2002 schaffte sie als Donna Anna bei den Salzburger Festspielen ihren Durchbruch.

Schinkels Bauakademie soll wiedererstehen

Historischer Neubau in Berlins Mitte soll "Denk- und Kreativfabrik" werden

Gut 70 Jahre nach ihrer Zerstörung soll die von Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) errichtete Bauakademie in der historischen Mitte Berlins wieder aufgebaut werden. Der Deutsche Bundestag habe dafür 62 Millionen Euro bewilligt, teilte das Bundesbauministerium mit. Das zwischen 1832 und 1836 auf dem Alten Packhof zwischen Kupfergraben und Friedrichswerderscher Kirche nach Plänen des preußischen Baumeisters errichtete Gebäude war im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt. "Schinkels rekonstruierte Akademie darf keine bloße Kopie des Originals werden, sondern muss eine Denk- und Kreativfabrik sein, die Wissenschaft und Kunst, Forschung und Lehre, Theorie und Praxis unter einem Dach zusammenführt", erklärte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe, in der Konzepte zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes erörtert werden sollen. Bis Anfang Mai sollen nach Angaben des Ministeriums insgesamt drei öffentliche Dialogforen zur künftigen Nutzung der Schinkelschen Bauakademie tagen.

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