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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 23.03.2016

Mischa Kuball über die politische Rolle von Kunst"Die Grundwerte stehen in Gefahr"

Moderation: Britta Bürger

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Der Konzeptkünstler Mischa Kuball posiert in seinem Atelier in Düsseldorf. (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)
Konzeptkünstler Mischa Kuball (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)

Mischa Kuball hat sich durch spektakuläre Licht-Installationen, Kunst-Performances und Ausstellungen einen Namen gemacht. Im Januar erhielt der 56-Jährige den Deutschen Lichtkunstpreis. Kunst hat für ihn immer auch eine politische Dimension.

Licht, sagt Mischa Kuball, ist ein Werkstoff, den man vorsichtig einsetzen müsse. Der 56-Jährige hat sich durch spektakuläre Licht-Installationen, Kunst-Performances und Ausstellungen einen Namen gemacht. Den Deutschen Lichtkunstpreis erhielt er Anfang des Jahres. Als Professor für Medienkunst bringt Kuball den feinfühligen Einsatz von Licht seit fast zehn Jahren auch den Studenten der Kölner Kunsthochschule für Medien bei.

Ob bei seiner Arbeit mit Studenten oder bei eigenen Projekten: Kuball geht es weniger um Geld und Anerkennung, er will vorrangig kreative Ideen umsetzen und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen. Das tat er zum Beispiel 1994, als er eine Synagoge in Stommeln bei Köln nachts von innen zum Leuchten brachte, und das Gotteshaus so zu einem strahlenden Protestmittel gegen Fremdenfeindlichkeit umwandelte.

Kunst als Mittel für politische Proteste

In einer seiner ersten Performances in den 70er Jahren legte er sich in einem Sondermüllsack verpackt in die Düsseldorfer Fußgängerzone, neben sich ein Laken mit der Aufschrift "No Future". "Ich bin über die Performances direkt in den künstlerischen Kontext und damit auch in den öffentlichen Raum eingestiegen", erinnert sich Kuball im Interview.

Er habe sich auch vor Kurzem wieder auf die Straße gelegt, um in Köln für den Erhalt der Kunst- und Museumsbibliothek zu demonstrieren. "Weil wir so wahnsinnig schnell unsere Grundrechte verkaufen - im wahrsten Wortsinn - für die Ökonomisierung der Städte, und ich glaube, da gibt es keine Alternative, da muss man sich eben auch mit dem eigenen Körper in den öffentlichen Raum einmischen", sagte Kuball.

Kunst habe heute wieder die Aufgabe uns daran zu erinnern, dass es darum geht etwas zu schützen. "Die Grundwerte stehen in Gefahr, und es könnte sein, dass da die Kunst auch wieder mehr Bedeutung bekommt", so Kuball zur gesellschaftlichen Relevanz von Kunst heute.

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