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Dienstag, 16.01.2018

Kompressor | Beitrag vom 09.01.2017

Meryl Streeps Rede gegen TrumpMan nennt den Namen des Teufels nicht

Stephan Porombka im Gespräch mit Gesa Ufer

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Streep bei ihrer Golden-Globe-Rede (imago / ZUMA Press)
Meryl Streep bei ihrer Golden-Globe-Rede (imago / ZUMA Press)

Meryl Streep hat bei der Verleihung der Golden Globes eine beeindruckende Anti-Trump-Rede gehalten. Besonderen Effekt hatte, dass sie es strikt vermied, Trumps Namen auszusprechen. Ein rhetorischer Kniff, mit dem das Böse ferngehalten werden soll.

Meryl Streep hatte etwas zu sagen. Nach der Auszeichnung für ihr Lebenswerk bei den Golden Globes nahm sie sich den künftigen US-Präsidenten Trump vor, und ging auf einen Wahlkampf-Auftritt ein, bei dem Trump einen Reporter mit Behinderung nachgeäfft hatte.

Das habe ihr das Herz gebrochen, sagte Streep. "Dass eine so mächtige Person in der Öffentlichkeit den Trieb verspürt, andere zu verletzen, hat Einfluss auf das Leben von allen", betonte sie: "Wenn die Mächtigen ihre Position missbrauchen, um andere zu schikanieren, verlieren wir alle."

Streep beeindruckte mit ihrer Rede - insbesondere, weil sie den Namen Trump nicht in den Mund nahm. Der Professor für Texttheorie an der Universität der Künste in Berlin, Stephan Porombka, sieht darin einen rhetorischen Kniff mit vermutlich kultischer Tradition: Man sagt den Namen des Teufels nicht.

"Wir sind wir, und er steht dort draußen"

Denn man habe Angst, dass der Teufel bei Nennung seines Namens beschworen und gerufen werde, den Raum betrete, erläuterte Porombka im Deutschlandradio Kultur. Man will das Böse also fernhalten.

Donald Trump ist der designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten (Imago / Zuma Press)Donald Trump gehört in Hollywood nicht dazu. Das wird ihn ärgern. Die Kritik von Meryl Streep konterte er wie üblich per Twitter und mit einer Beleidigung: Streep sei "eine der überbewertesten Schauspielerinnen in Hollywood" (Imago / Zuma Press)

Auch eine gesellschaftlich-moralische Funktion sieht Porombka in Streeps Weigerung, den Namen Trumps auszusprechen:

"Es ist ein Verschwören derer, die dort sitzen. Man sagt (damit): Er gehört nicht zu uns. Wir nennen nicht mal seinen Namen. Es ist dieser Stuhl, der leer bleibt, es ist diese Lücke, die leer bleibt. Wir sind wir, und er steht dort draußen."

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