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Donnerstag, 14.12.2017

Breitband | Beitrag vom 12.03.2011

Medien und MeinungenDas Erdbeben in Japan dominiert das Netz

Die Medien und Meinungen vom 12.03.2011

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In den Medien und Meinungen wollten wir eigentlich auf die höchst heterogene Aktivisten-Gruppe Anonymous eingehen, die in dieser Woche einen offenen Brief an die Welt veröffentlicht hat. Der "Open Letter To The World" stellt eine Art Hackermanifest dar, das von einer friedlichen Revolution im digitalen 21sten Jahrhundert träumt. Außerdem sollte es auch um den Welttag gegen Internetzensur gehen, denn der ist am heutigen 12. März. Und auch das neue Leakingportal RadioLeaks.se, das der schwedische Rundfunk gestartet hat, stand auf unserer Agenda.

Aber all diese Nachrichten werden im Netz aktuell von diversen Debatten und Berichten über die Erdbeben-Katastrophe verdrängt. Die Topthemen auf Twitter sind momentan natürlich die Begriffe #Japan und #Fukushima. Als häufigstes Hashtag hat sich übrigens #prayforjapan, also beten für Japan durchgesetzt. Zu den Top 10 Begriffen zählen aber auch Chernobyl und der deutsche Begriff Kernschmelze.

Eine interessante Visualisierung der wichtigsten Hashtags bietet der Dienst Trend Maps, der zeigt wo wieviele Tweets in Japan aktuell getweetet werden. Das japanische Fernsehen NHK World streamt unter nhk.or.jp ununterbrochen Nachrichtensendungen aus Japan in englischer Sprache und auch auf dem Videostreaming-Portal Ustream gibt es diverse live Videoströme zum Thema. Besonders empfehlenswert: Yokosonews. Eigtl. eine One-Man-Show zu lifestyle und Reisethemen. Jetzt aber ein One-Man-Newsroom, der sozusagen News aus Japan kuratiert und über Ustream weltweit veröffentlicht.

Erste Debatten über die Wirkung dieser improvisierten Berichterstattung laufen bereits. Robin Meyer Lucht diskutiert auf Carta eine These des Autors Kristian Woznizki. Der hatte gestern fünf Thesen zur Echtzeitberichterstattung über die Japankatastrophe im Internet veröffentlicht. In These 1 geht es um die Vermischung von Teilnahme und Anteilnahme durch die Liveberichterstattung. Jeder der eine Information hat kann am Nachrichtenfluss partizipieren, wie z.B. das Liveblog des britischen Guardian beweist. Das sei, so Wozniski, Prozessjournalismus in Reinform. Man könnte ergänzen, das das genau das ist, was wir in der ersten Hälfte der Sendung besprochen haben. Kuratierter Journalismus der Social Media Quellen intergriert.

Foto: Screenshot ustream.tv

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