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Kulturnachrichten

Montag, 13. März 2017

Martin Luther und sein Einfluss auf Goethes Werk

Ausstellung in Düsseldorf zeigt Auswirkungen der Reformation auf den Dichterfürsten

Unter dem Titel "Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit" zeigt das Goethe-Museum in Düsseldorf seit Sonntag eine Ausstellung, die sich mit dem Einfluss Martin Luthers auf Johann Wolfgang von Goethe befasst. Charakter, Werk und insbesondere die Bibelübersetzung des Reformators hätten den Protestanten und Dichter Goethe lebenslang begleitet, teilte das Museum mit. Die Ausstellung aus Beständen der Sammlung Anton und Katharina Kippenberg zeige zum 500. Reformationsjubiläum die vielfältige Bedeutung, die Luther für Goethes eigenes Werk hatte. "Wir wissen gar nicht, was wir Luthern und der Reformation im Allgemeinen Alles zu danken haben", lautete die Überzeugung Goethes, der 1817 das 300. Jubiläum der Reformation in Thüringen erlebte. Goethe habe an Luther seinen klaren Ausdruck, seine deftig-derbe Sprache sowie seine kämpferische Persönlichkeit geschätzt. Goethes Werk sei durchdrungen von Formulierungen, die ihren Ursprung bei Luther hätten, erklärten die Ausstellungsmacher.

Streit um russische Sängerin beim ESC in Kiew

Mitwirkung beim Musik-Wettbewerb bleibt wegen Ukrainischer Reisebestimmung ungewiss

Rund zwei Monate vor dem Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew bahnt sich ein Streit um die Teilnahme der russischen Sängerin Julia Samoilowa an. Nach deren Nominierung brandeten am Montag in der Ukraine empörte Kommentare auf, weil Samoilowa im Juni 2015 auf der von Russland annektierten Krim aufgetreten war. Brisant ist der Streit zwischen Kiew und Moskau auch, da die 27-jährige wegen einer Behinderung im Rollstuhl sitzt. "Russland versteckt sich hinter einer Behinderten", schimpfte der ukrainische Abgeordnete Alexander Briginez via Facebook. Moskau setze darauf, dass die Ukraine "nicht den Mumm hat, einer Rollstuhlfahrerin die Einreise zu verwehren, weil sie die Gesetze gebrochen hat". Der ukrainische Geheimdienst hatte 140 russische Künstler aufgelistet, die wegen Besuchen auf der Krim nicht mehr ins Land gelassen werden sollen. Samoilowa bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP ihren Aufenthalt auf der Krim, steht aber nicht auf der Liste. Der Fall werde vom ukrainischen Geheimdienst überprüft, sagte Außenminister Pawlo Klimkin. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verwies darauf, dass der ESC ein internationaler Wettbewerb sei und die Organisatoren sich "an die Regeln halten" müssten.

Katja Ott bleibt Intendantin des Theaters Erlangen

Vertrag wird bis 2014 verlängert

Das Theater Erlangen soll bis mindestens 2024 unter der Führung von Katja Ott bleiben. Der Stadtrat verlängerte den Vertrag der Intendantin einstimmig um weitere sechs Jahre, wie die Stadt am Montag mitteilte. Ott hatte sich in den vergangenen Jahren mit anspruchsvollen Inszenierungen Anerkennung erworben, darunter Ibsens "Die Frau vom Meer", Shakespeares «Sommernachtstraum» und Falladas "Jeder stirbt für sich allein". Ott studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Frankfurt am Main, arbeitete anschließend für die Kammerspiele München und wechselte später an die Vereinigten Bühnen Krefeld Mönchengladbach und an das Staatstheater Braunschweig. Das Erlanger Theater leitet sie seit der Spielzeit 2009/2010.

DHM gibt Dresdner Kunstwerke zurück

Russen haben Bilder irrtümlich an das falsche Museum zurück

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) bekommen zwei seit dem Zweiten Weltkrieg vermisste Kunstwerke zurück. Die im Zuge der Provenienzforschung im Deutschen Historischen Museum (DHM) Berlin entdeckten Objekte werden am 24. März übergeben, wie die Stiftung mitteilte. Dabei handelt es sich um zwei Werke aus dem 17. Jahrhundert: ein 30 mal 30 Zentimeter großes, in Gold graviertes Reiterbildnis des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen und ein 29,3 mal 39 Zentimeter messendes Ölgemälde, das den Stammbaum des Regenten und seiner zweiten Frau Magdalena Sibylla, einer geborenen Herzogin von Preußen, zeigt. Die aus dem damaligen Historischen Museum Dresden stammenden Bilder gehörten zu den von sowjetischen Trophäenkommissionen 1945 in Dresden beschlagnahmten Kunstwerken. Bei der Rückgabe in den 1950er Jahren wurden sie irrtümlich dem gleichnamigen Berliner Museum zugeteilt, wie ein Sprecher sagte.

Theatertreffen: 3 Sat-Preis für Milo Rau

Inszenierung "Five Easy Pieces" wird ausgezeichnet

Der Schweizer Regisseur Milo Rau erhält den diesjährigen 3 Sat-Preis, der auf dem Berlin er Theatertreffen vergeben wird. Ausgezeichnet wird seine Inszenierung „Five Easy Pieces, ein Stück über das Leben und die Verbrechen des Belgiers Marc Dutroux, nachgestellt von Kindern zwischen 8 und 13 Jahren. In der Begründung der Jury heißt es: „Rau macht das Ungeheuerliche zwar nicht erträglich, aber er macht es erzählbar, und er stellt dabei grundsätzliche Fragen nach der Gewaltstruktur zwischen Minderjährigen und Erwachsenen. Seit 1997 vergibt 3 Sat den mit 10.000 Euro dotierten Preis für eine künstlerisch innovative Leistung unter den eingeladenen Ensembles. Das Theatertreffen findet vom 06. bis 21. Mai statt.

Picasso-Enkel leiht Museum 166 Werke seines Großvaters

Bernard Ruiz-Picasso hatte bereits zur Gründung des Museums beigetragen

Der Picasso-Enkel Bernard Ruiz-Picasso leiht dem Picasso-Museum im südspanischen Málaga weitere 166 Werke seines berühmten Großvaters. Einige dieser Werke seien "total sinnbildhaft" für das Schaffen Pablo Picassos, sagte Ruiz-Picasso bei der Eröffnung der neuen Bildersammlung der Nachrichtenagentur AFP. Als Beispiel nannte er einen Stierkopf aus Bronze, den Picasso 1942 in Paris angefertigt hatte. Der 57-jährige Maler-Enkel verleiht die Werke für drei Jahre an das Museum in Málaga, dem er 2003 mit seiner Mutter Christine Pauplin mit der Stiftung von mehr als 180 Werken zur Gründung verholfen hatte. Das Museum in Málaga, das in einem andalusischem Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist, stellt die neuen Leihgaben nun abwechselnd aus. Alle drei Monate sollen andere Werke ausgestellt werden.

Ukrainischer Geheimdienst überprüft ESC-Teilnehmerin

Russische Sängerin soll gegen Einreisebestimmungen verstoßen haben

Beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine könnte auf die Sängerin des russischen Beitrags ein Auftrittsverbot zukommen. Erst am Sonntagabend hatte der halbstaatliche russische TV-Sender Perwy Kanal in Moskau mitgeteilt, dass Julia Samoilowa für den Wettbewerb in Kiew im Mai ins Rennen geschickt werde. Am Montag leitete der ukrainische Geheimdienst prompt die Überprüfung eines früheren Auftritts der 27-Jährigen auf der Krim ein. Das sagte Pressesprecherin Jelena Gitlanskaja dem Sender Espresso.tv zufolge. Die im Rollstuhl sitzende Sängerin ist im Juni 2015 in der Stadt Kertsch auf der ukrainischen Halbinsel aufgetreten, die von Russland im Jahr 2014 annektiert worden war. Reisen auf die Krim über Russland sind seit der Annexion von ukrainischer Seite verboten und werden mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet. Sollte Samoilowa nicht über das ukrainische Festland eingereist sein, könnte dies eine Teilnahme beim ESC verhindern. Kiew hat angekündigt, für den TV-Wettbewerb keine Ausnahmen zu machen.

Polizei ermittelt gegen italienisches Wirtschaftsblatt

Journalisten bei "il Sole 24 Ore" streiken

Eine der renommiertesten Zeitungen Italiens ist in eine schwere Krise geraten. Gegen den Chefredakteur des Wirtschaftsblatts "Il Sole 24 Ore" und mehrere Führungskräfte des Unternehmens wird wegen angeblich geschönter Leserzahlen und finanzieller Unregelmäßigkeiten ermittelt. Die Zeitung "erlebt die dramatischsten Stunden ihrer Geschichte", hieß es in einer Mitteilung des Journalistenverbands Alg. Einige Journalisten streikten am Montag den dritten Tag in Folge und forderten den Rücktritt von Chefredakteur Roberto Napoletano. Er hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, habe dem Verwaltungsrat des Unternehmens mitgeteilt, seine Tätigkeit so lange auszusetzen, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien, hieß es aus Ermittlerkreisen. "Il Sole 24 Ore" sieht sich als italienisches Pendant zur "Financial Times".

Goethe-Institut lobt Preis für afrikanische Künstler aus

Auszeichnung soll an getötete Leiterin des Goethe-Instituts erinnern

Mit dem Henrike-Grohs-Preis will das Goethe-Institut künftig herausragende afrikanische Kulturschaffende unterstützen. Wie das Goethe-Institut auf seiner Homepage schreibt, soll die Auszeichnung an die Lebensleistung der ehemaligen Leiterin des Goethe-Instituts Abidjan erinnern und ihr besonderes Anliegen fortführen, den internationalen Dialog zu fördern. Henrike Grohs war am 13. März 2016 bei einem terroristischen Attentat in der Côte d'Ivoire ums Leben gekommen. "Henrike Grohs war eine Kollegin, die für die verbindende Kraft der Kultur stand. Ihr Engagement am Goethe-Institut galt dem Beitrag, den Künstlerinnen und Künstler aus Afrika in ihren Gesellschaften, auf dem Kontinent und für den globalen Diskurs leisten können", sagt Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts. Die gemeinsam mit der Familie Groh ausgerufene Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und soll einmal jährlich an einen oder mehrere Preisträger aus den Bereichen Bildende Kunst, Tanz, Theater, Musik, Film oder Fotografie vergeben werden.

"Die immer lacht" ist erfolgreichster deutscher Song 2016

Kerstin Ott komponierte Hit schon vor 15 Jahren

Mehr als 800 000 Mal wurde das Lied "Die immer lacht" verkauft und das dazugehörige Video auf YouTube über 92 Millionen Mal angeschaut. Diese Zahlen meldet die Verwertungsgesellschaft GEMA für die Komposition von Kerstin Ott. Damit erhält die Berliner Sängerin den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie "Erfolgreichstes Werk 2016". Ott schrieb den Titel bereits vor 15 Jahren für eine kranke Freundin, doch erst durch einen Remix der Produzenten Rico Einenkel und Sebastian Seidel wurde der Song 2016 bekannt. "Die immer lacht" erreichte in Deutschland und Österreich Platz zwei der Hitlisten und hielt sich mehrere Monate lang in den Top Ten.

"Kong: Skull Island" führt Nordamerikas Kinocharts an

Riesenaffen-Film spielte am ersten Wochenende 61 Millionen Dollar ein

Der Monsteraffe Kong ist König der nordamerikanischen Kinocharts. An seinem Startwochenende in den USA und Kanada spielte "Kong: Skull Island" nach ersten Schätzungen 61 Millionen Dollar (etwa 57 Millionen Euro) ein. Das liegt deutlich über den Branchenerwartungen von rund 50 Millionen Dollar. Der Abenteuerfilm mit Tom Hiddleston, Brie Larson und Samuel L. Jackson bei ihrer Erkundungsreise auf der unerforschten Insel Skull Island drängte damit den Comicverfilmung-Film "Logan - The Wolverine" auf den zweiten Platz ab. Der raffinierte Horror-Thriller "Get Out" verdiente an seinem dritten Wochenende noch starke 21 Millionen Dollar dazu. Das reichte für den dritten Platz der Charts. Auf den weiteren Rängen folgen das Fantasy-Drama "Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" (zehn Millionen Dollar) und der Lego-Animationsfilm "The LEGO Batman Movie" mit knapp acht Millionen Dollar.

Straelener Preis an Queneau-Übersetzer

Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel werden ausgezeichnet

Der mit 25 000 Euro dotierte Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW geht in diesem Jahr an Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel. Die in Berlin lebenden Literaturübersetzer werden für ihre Neuübertragung von Raymond Queneaus "Stilübungen" (2016, Suhrkamp) ausgezeichnet, wie das Europäischen Übersetzer-Kollegium (EÜK) in Straelen mitteilte. In "Stilübungen" variierte Queneau (1928-1972) einen kurzen Text über eine banale Rempelei in einem Pariser Autobus durch verschiedene Stilarten in amüsante Geschichten. Heibert und Schmidt-Henkel "spielen so präzise wie übermütig mit den Formen des Sprechens und Erzählens und feiern damit den großen Reichtum unserer Sprache", hieß es in der Jury-Begründung. Zugleich würdigt der Preis das Lebenswerk der beiden Übersetzer, die seit rund 30 Jahren aus verschiedenen Sprachen Literatur übertragen.

Trierer Stadtrat entscheidet über Karl-Marx-Statue

China will der Geburtsstadt des Philosophen eine riesige Bronze-Skulptur schenken

Soll die Stadt Trier die riesige Karl-Marx-Statue annehmen, die China ihr zum 200. Geburtstag des berühmten Philosophen schenken will? Darüber will heute Nachmittag der Trierer Stadtrat entscheiden. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ist dafür: "Karl Marx ist einer der größten Bürger in dieser Stadt und wir sollten ihn nicht verstecken", sagte er. Die geplante Statue von Karl Marx soll inklusive Podest 6,30 Meter hoch werden und in der Nähe der Porta Nigra auf einem Platz aufgestellt werden. Größe und Ort des "Mega-Marx" haben bei Bürgern allerdings auch heftige Kritik ausgelöst. Angefertigt werden soll die Bronze-Skulptur vom chinesischen Künstler Wu Weishan. Anfang März hatte die Stadt einen hölzernen Dummy der Statue aufgestellt, damit sich die Trierer einen Eindruck machen konnten. Marx, einer der geistigen Väter des Kommunismus, war am 5. Mai 1818 in Trier geboren worden und verbrachte dort auch die ersten 17 Jahre seines Lebens.

Schützenverbände verabschieden neue Regelungen

Auch Nichtchristen und Homosexuelle können Schützenkönige werden

Beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) können ab sofort auch Muslime, andere Nichtchristen und Homosexuelle Schützenkönig werden. Das hat der christliche Schützenverband in Leverkusen mit großer Mehrheit beschlossen. In den letzten Jahren hatte es mehrfach Diskussionen um muslimische und homosexuelle Schützenkönige gegeben. Beispielsweise hätte laut Satzung ein türkischstämmiger Schützenkönig im westfälischen Werl als Muslim gar nicht Mitglied werden, geschweige denn den Thron besteigen dürfen, da das nur Christen vorbehalten war. Ähnlich großen Wirbel verursachte der Münsteraner Schützenkönig Dirk Winter: Statt einer Frau nahm er seinen langjährigen Lebenspartner mit auf den Königsthron. Nach diesen und ähnlichen Fällen hatte der Verband mit seinen gut 1.300 Ortsvereinen rund 400.000 Mitgliedern einen neuen "Orientierungsrahmen" entworfen, der jetzt verabschiedet wurde.

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