Seit 04:05 Uhr Tonart
 

Sonntag, 19.11.2017

Lesart / Archiv | Beitrag vom 14.03.2017

Martin Jenkins u.a.: "Abenteuer Weltall"Dieses Buch ist ein Fest für junge Raumfahrt-Fans

Von Susanne Billig

Podcast abonnieren
Das Kinderbuch "Abenteuer Weltall" vor dem Nachthimmer von Botswana (picture alliance / zb / Gerstenberg-Verlag)
Das Kinderbuch "Abenteuer Weltall" vor dem Nachthimmer von Botswana (picture alliance / zb / Gerstenberg-Verlag)

Jede Menge Gründe, den Weltraum zu lieben, finden sich in dem Buch "Abenteuer Weltall" für Kinder ab neun Jahren. Es geht um Sonnensystem, Milchstraße und entfernte Galaxien - aber vor allem auch darum, mit welchen technischen Geräten die Menschen das All eigentlich erforschen.

1977 wurden zwei Voyager-Raumsonden ins All geschickt und rasen seitdem auf und davon. Schon 20 Milliarden Kilometer haben sie sich entfernt, jedes Jahr werden es 540 Millionen Kilometer mehr – und sie senden immer noch Daten zur Erde.

Mit der erfolgreichsten Mission in der Geschichte der Raumfahrt beginnt das neue Kinderbuch "Abenteuer Weltall". An den Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun schossen die Himmelsflitzer schon entlang, wobei eine besondere "Schwerkraft-Umlenkungstechnik" verhinderte, dass sie der Masse der Planeten entgegen stürzten. "Es ist schwer zu sagen, wann genau die beiden Voyager das Sonnensystem verlassen werden", erklären die beiden Autoren. "Das liegt daran, dass wir nicht wissen, wo genau unser Sonnensystem aufhört."

Viele wunderbare technische Begriffe

Was weiß der Mensch über das Weltall und was weiß er nicht? Welche Techniken setzt er ein, um sich in den gigantischen Dimensionen des Raums zu orientieren und valide Erkenntnisse zu gewinnen? Das sind die Leitfragen, denen das Buch in acht reichhaltigen Kapiteln nachspürt, empfohlen für Kinder ab neun Jahren. Um das Sonnensystem, die Milchstraße und weiter entfernte Galaxien geht es, in erster Linie aber um Weltraumtechnik: rotierende Teleskope und Interferometer-Komplexe, Lichtbündler und Vertikal-Stabilisatoren, Rückstoßtriebwerke und Neutronendetektoren – schon die vielen wunderbaren technischen Begriffe sind ein Fest für junge Raumfahrt-Fans. 

In seinen klaren und differenzierten Illustrationen lädt Zeichner Stephen Biesty junge Leserinnen und Leser ein, sich in die baulichen Details der Raumfahrt zu vertiefen. Bis in die kleinsten Schrauben, Elektronikbauteile und Schalthebel löst er beispielsweise in einer Querschnittzeichnung das Innenleben des Marsrovers "Curiosity" auf, der mit seinen robusten Reifen, seinen gelenkigen Greifern, Kamera-Armen und Antennen eine ganze Doppelseite des großformatigen Kinderbuches füllt. Kleine Textkästen am Rand erläutern die technischen Raffinessen. Auf einem anderen Bild ist ein schwebender Astronaut zu sehen, dessen Raumanzug mehrere Millionen Euro kostet, wie die Autoren erklären. An was muss da nicht alles gedacht werden: etliche Textil-Schichten aus HighTech-Fasern samt "Schutzschicht gegen Mikro-Meteoriten", ein ausgetüfteltes Sauerstoff-Versorgungssystem; eine Spezial-Isolation, damit die Zehen im eiskalten All nicht abfrieren, sowie, last noch least, eine Windel und einen "Wassertank mit gekühlter Unterwäsche".

Und die Zukunft? Im letzten Kapitel fängt das Buch an zu träumen, von Reisen zum Mars und Ansiedlungen dort, in denen Menschen für längere Zeit leben könnten. Hübsch sieht das auf der Zeichnung aus: mit Gewächshäusern, Laboren, Krankenstationen, Bibliotheken, Fitness- und Gemeinschaftsräumen. Allerdings muss man – und dieses schöne Buch mag dafür den Grundstein legen – den Weltraum schon sehr lieben, um eine solche Reise anzutreten: Denn bislang weiß kein Mensch, wie sich auf dem Mars genügend Treibstoff für die Heimfahrt zur Erde gewinnen ließe.

Stephen Biesty (Autor, Illustrator), Martin Jenkins (Autor), Margot Wilhelmi (Übersetzerin): Abenteuer Weltall
64 Seiten, zahlreiche farbige Illustrationen, vom Verlag empfohlenes Alter: 9 - 12 Jahre
Gerstenberg Verlag; 16,95 Euro

Mehr zum Thema

Erdähnliche Planeten entdeckt - Unsere neuen Nachbarn im All
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 23.02.2017)

SmallGEO - Deutscher Satellit im All
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 30.01.2017)

50 Jahre Weltraumvertrag - Der Weltraum ohne Kriege
(Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt, 27.01.2017)

Lesart

Wundermittel oder Krebsgefahr?Der Kampf um Glyphosat & Co.
Ein Traktor fährt bei Göttingen (Niedersachsen) Ende März über ein Feld und bringt mittels einer gezogenen Anhängespritze zur Saatbettbereinigung Glykosphat aus (undatierte Aufnahme). Glyphosat kommt in der Regel als Nacherntebehandlung bzw. vor der Aussaat zum Einsatz. Das Pestizid dient zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft. (ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und der vollständigen Nennung der Quelle) - Foto: Steven Lüdtke/Forum Moderne Landwirtschaft/dpa (Steven Lüdtke/Forum Moderne Landwirtschaft/dpa)

Ist Glyphosat ein ungefährliches Wundermittel zur Bekämpfung von Unkraut? Oder schädigt es die DNA und zerstört die Vielfalt unserer Natur? Wir diskutieren mit dem Biochemiker Helmut Burtscher-Schaden und dem Dokumentarfilmer Alexander Schiebel über die leidenschaftlich geführte Debatte. Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur