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Dienstag, 23.01.2018

Interview | Beitrag vom 14.11.2017

"Marina One" in SingapurEin ganzer Stadtteil auf Sand gebaut

Christoph Ingenhoven im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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(Foto: ingenhoven architects)
Marina One ist ein 400.000 Quadratmeter umfassender Gebäudekomplex in Singapur. (Foto: ingenhoven architects)

Der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven steht für nachhaltiges Bauen. Sein Projekt "Marina One", ein riesiger Gebäudekomplex in Singapur, lotet aus, wie viel Klimaschutz am Bau in tropischen Regionen möglich ist.

"Marina One" heißt der 400.000 Quadratmeter große Gebäudekomplex, den der deutsche Architekt Christoph Ingenhoven in Singapur gebaut hat - im wahrsten Sinne auf Sand. Denn es fehlt in der rasch wachsenden Mega-City an Platz, sodass durch Aufschüttung Land gewonnen werden musste.

"Es wird weiter aufgeschüttet, es wird auch der Hafen zum wiederholten Mal nun verlegt, um weitere Landflächen zu gewinnen", so Ingenhoven im Deutschlandfunk Kultur. "Man kann davon ausgehen, dass in zehn, zwanzig Jahren, vielleicht auch 25 Jahren unser Projekt damit in die Mitte des dann neuen, erweiterten Central  Business Districts, wie sie das nennen geschoben wurde oder sich dann befindet."

(Foto: ingenhoven architects)Der Gebäudekomplex "Marina One" in Singapur, gebaut von dem Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven (Foto: ingenhoven architects)

Wie viel Klimaschutz ist beim Bauen in tropischen Regionen möglich?

"Marina One" ist auch ein Projekt, das zeigen will, wie in tropischen Regionen Klimaschutz durch nachhaltiges Bauen möglich ist. Auch wenn die Klimabilanz natürlich angesichts der tropischen Verhältnisse nur "so gut wie möglich" aussehen werde, wie Ingenhoven einräumt.  "Wir können das Klima natürlich nicht verändern und auch nicht die Tatsache, dass dort Menschen arbeiten und wohnen wollen. Also müssen wir uns auch mit unter anderem Klimaanlagen auseinandersetzen."

Man versuche aber, mit so wenig Energie wie möglich auszukommen und so viel Energie wie möglich vor Ort und nachhaltig zu erzeugen. "Wir bauen beispielsweise ein sehr dichtes Gebäude, bei dem sehr wenig Leckage von Luft da ist", sagt Ingenhoven. Auch gebe es in Singapur eine Politik der "entspannten Kleidung" im Büro. "Und so können wir eben eine Temperatur von 24 Grad oder 25, 26 Grad im Büro erlauben und nicht wie viele Länder auf der Welt 16, 17 Grad ins Büro pusten. Das sind gigantische Unterschiede." (uko)

Das "Marina One" in Singapur in Zahlen:
Der Gebäudekomplex "Marina One" der ingenhoven architects liegt im Finanzdistrikt in der Marina Bay in Singapur und umfasst 400.000 Quadratmeter.
Die zwei Hochhäuser haben eine Nutzfläche von jeweils 175.000 Quadratmetern, die beiden Wohnhochhäuser beherbergen Stadtwohnungen und Penthouses für etwa 3000 Bewohner.
Das "Green Heart" im Zentrum der Gebäude umfasst 350 verschiedene Baum- und Pflanzen- und auch Tierarten auf einer Fläche von 37.000 Quadratmetern.

"Marina One" ist auch Thema der Ausstellung "Green Heart - Marina One Singapore - Architecture for Tropical Cities", die noch bis zum 30. November 2017 im Aedes Architekturforum läuft. Am 16. November spricht Architekt Christoph Ingenhoven mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar dort über "Neue Architektur für eine grüne Zukunft - Baustelle Klimaschutz".
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