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Donnerstag, 14.12.2017

Literatur | Beitrag vom 14.10.2017

Mariana Leky beim Bücherherbst 2017"Ich habe immer sehr für das Okapi geschwärmt"

Mariana Leky im Gespräch mit Jörg Plath

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Die Schriftstellerin Mariana Leky auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Deutschlandradio / David Kohlruss)
Die Schriftstellerin Mariana Leky auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Deutschlandradio / David Kohlruss)

Ihre Bücher handeln von skurrilen Figuren mit auffälligen Macken, von Wunderdingen und Gespenstern: Wir haben Mariana Leky bei der Frankfurter Buchmesse zum Gespräch eingeladen - und dabei unter anderem erfahren, über wie viele Macken die Schriftstellerin verfügt.

Mariana Leky ist die Skurrilitätsbeauftragte der deutschen Gegenwartsliteratur. Bei ihr geht es nicht um sozialen Realismus oder Themen wie "erste Liebe" oder "erste eigene Wohnung". Stattdessen wimmelt es in ihren Büchern von Geistern, von großen und kleinen Tieren. Es geht um Unwahrscheinliches und Märchenhaftes.

Sie erzählt von seltsamen Ereignissen – lakonisch, stilsicher unterkühlt und gleichzeitig sehr komisch. So handelt ihr aktueller Roman "Was man von hier aus sehen kann" unter anderem von einem Okapi, das es ins Westerland verschlägt.

Die "Lust am Nicht-Zusammengehörigen"

"Ich habe immer sehr für das Okapi geschwärmt", verriet die Autorin im Deutschlandfunk Kultur auf die Frage, wie sie auf diese Idee gekommen sei. Sie "dachte, einmal muss es doch nun einmal in einem meiner Bücher vorkommen und nun war das die günstigste Gelegenheit aller Gelegenheiten, weil es mit dem Westerwald so gar nichts zu tun hat. Und weil es vollkommen zusammengestoppelt wirkt und irgendwie traumhaft und am Ende aber doch ein ganz schönes Ganzes ergibt." Das entspreche ihrer "Lust am Nicht-Zusammen-Gehörigen", bestätigte die Autorin die Nachfrage von Moderator Jörg Plath.

Liebenswerte Macken

Auch dass man ihr gemeinhin auch eine Lust am Skurrilen nachsage, bestätigte die Autorin, machte dabei aber auch gewisse Einwände stark: Auch im wirklichen Leben habe schließlich "jeder mindestens eine Macke. … Ich habe wahrscheinlich fünf." Für sie klinge "das immer so unwirklich. Wie in so einem lustigen Theater. Wo ich dann immer denke: Mensch, aber in echt ist es ja auch so." Die Macken ihrer Figuren, erklärte Leky weiter, stelle sie aus, "damit man sie lieben kann."

Ein "Hauch von Opulenz"

In ihrem Schreiben habe sich etwas geändert, führte Leky aus. "Als ich anfing zu schreiben, habe ich mir immer gesagt, ich muss die Figuren so weit reduzieren, bis sie ganz schlank sind, bis nichts Opulentes mehr da ist. …  Irgendjemand hat mal gesagt, eine Geschichte ist dann gut, nicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann, ein ganz schlankes Schreiben." Neu sei "ein Hauch von Opulenz. … Aber das macht mir auch großen Spaß. Das wird jetzt so bleiben."

(thg)

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