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Freitag, 15.12.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Marbacher Literaturarchiv hat neue Direktorin

Sandra Richter folgt 2019 auf Ulrich Raulff

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach bekommt eine neue Direktorin: Die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter wurde einstimmig gewählt, wie das Literaturarchiv mitteilte. Sie wird am 1. Januar 2019 die Nachfolge von Ulrich Raulff antreten. Raulff, der das Institut seit 2004 leitet, geht dann in den Ruhestand. "Frau Richter hat uns als starke Persönlichkeit und als Literaturwissenschaftlerin mit einer erstaunlich umfangreichen beruflichen Vita überzeugt", sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) lobte die Wahl und betonte, Richter sei "hervorragend geeignet, das Literaturarchiv erfolgreich in das digitale Zeitalter zu führen und seine Internationalität weiter auszubauen". Sandra Richter, 1973 geboren, lehrt seit 2008 an der Universität Stuttgart Neuere Deutsche Literatur.

Georgien ist 2018 Ehrengast der Buchmesse

90 Neuübersetzungen ins Deutsche sind geplant

Nach Frankreich in diesem Jahr ist Georgien 2018 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Unter dem Motto "Georgia - Made by Characters" werden neben der Literatur und der Kultur das georgische Alphabet im Vordergrund stehen, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos ankündigte. Es zähle mit seinen 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben zum Unesco-Welterbe. Seit 2010 wurden nach Angaben des Ehrengast-Teams bereits mehr als 65 georgische Bücher in deutschsprachigen Ländern veröffentlicht. Im Rahmen des Ehrengastauftritts seien weitere 90 Neuübersetzungen geplant. Die Palette georgischer Literatur reiche von Erzählungen, Epen und Poesie über Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu Kriminalromanen und einer Sammlung von kritischen Essays.

New Yorker Polizei ermittelt im Fall Harvey Weinstein

Oscar Akademie berät über Ausschluss des Produzenten

Nach den Sex-Vorwürfen gegen Harvey Weinstein will die New Yorker Polizei eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen den Hollywood-Mogul aus dem Jahr 2004 neu aufrollen. Es werde untersucht, ob es zusätzliche Beschwerden und Hinweise zu dem Thema gebe, sagte eine Sprecherin der New Yorker Polizei. Worum es bei den Vorwürfen genau geht, wollte die Polizei bislang nicht sagen. Derweil kündigte die Oscar-Akademie für Samstag eine Dringlichkeitssitzung an, um über den möglichen Ausschluss des Filmproduzent zu beraten. Am Mittwoch hatte bereits der britische Filmverband BAFTA seine Mitgliedschaft ausgesetzt.

USA verlassen die Unesco

Beobachterstatus soll aber beibehalten werden

Die USA haben ihren Austritt aus der Unesco angekündigt. Der Schritt werde zum 31. Dezember vollzogen, teilte das Außenministerium in Washington mit. Als Gründe wurden unter anderen die Notwendigkeit von grundsätzlichen Reformen der UN-Organisation und eine israelfeindliche Ausrichtung genannt. Die USA wollten jedoch einen Beobachterstatus behalten. Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova bezeichnete den Schritt in einer ersten Reaktion als bedauerlich. Der Austritt sei für "die Familie der Vereinten Nationen" und für den Multilateralismus ein Verlust. Die USA hatten 2011 ihre Zahlungen an die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur aus Protest gegen die Entscheidung, den Palästinensern volle Mitgliedschaft zu gewähren, eingestellt.

Nazi-Raubkunst: Gurlitts Beziehung zu Bern 

Kunsthändler Kornfeld berichtet erstmals im Schweizer Fernsehen

Warum hat der 2014 verstorbene Cornelius Gurlitt seine Sammlung dem Kunstmuseum in Bern vermacht? Der Berner Kunsthändler Eberhard Kornfeld hat im Schweizer Fernsehen erstmals ein Licht auf dieses Rätsel geworfen. Gurlitt sei mehrfach in Bern gewesen und er habe ihm geholfen, Werke in Auktionen zu verkaufen, sagte der 94jährige in der Sendung "10 vor 10". Er sei auch in der Münchner Wohnung von Gurlitt gewesen. Der zufällige Fund der Gurlitt-Sammlung war eine spektakuläre Entdeckung. Bis 2012 war unbekannt, dass Gurlitt rund 1500 Werke von seinem Vater in seinen Wohnungen lagerte. Hildebrand Gurlitt hatte als Kunsthändler der Nazis Werke aus Museen und Galerien verkaufen, die als "entartete Kunst" beschlagnahmt worden waren. Anfang November werden Teile der Sammlung in einer Doppelausstellung in Bern und Bonn erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Babylon Berlin": 60 Länder übernehmen die Serie

Gemeinscahftsproduktion von ARD und Sky spielt in den 20ern

Noch ist offen, ob die historische TV-Serie "Babylon Berlin" in Deutschland ein Publikumserfolg wird oder nicht. Aber eines scheint jetzt festzustehen: Ins Ausland verkauft sich der Stoff recht gut. 60 Länder hätten die 16-Stunden-Serie bereits erworben, teilte die Vertriebsfirma Beta Film, die auch an der Produktion beteiligt ist, in München mit. Darunter befänden sich unter anderem die USA, Australien, Spanien, Italien, Frankreich, Russland, alle skandinavischen Länder, die Niederlande, Belgien, Kasachstan, Aserbaidschan und die Ukraine. "Babylon Berlin", ein Gemeinschaftsprojekt von Sky und ARD, läuft an diesem Freitag in Deutschland auf Sky an und führt ins Berlin der zwanziger Jahre. Es handelt nach dem Roman von Volker Kutscher vom Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch), der fast im Alleingang den Kampf gegen das organisierte Verbrechen aufnimmt. In rund einem Jahr wird die Serie im Ersten zu sehen sein.

US-Sammler geben Skulptur an Libanon zurück

Antikes Kunstwerk war während des Bürgerkriegs gestohlen worden

Ein Sammlerehepaar aus den USA hat den Kampf um eine antike Marmorskulptur aufgegeben. Das etwa 2300 Jahre alte Abbild eines Stierkopfes solle an den Libanon zurückgegeben werden, sagte der Anwalt des Paares. Es gebe eindeutige Beweise, dass das Stück während des libanesischen Bürgerkriegs 1981 gestohlen worden sei. Das Paar hatte die Skulptur an das New Yorker Metropolitan Museum of Art verliehen. Libanesische Beamte identifizierten das Stück und verlangten die Rückgabe. Die Sammler wollten es behalten und argumentierten, sie hätten es in gutem Glauben gekauft, wie die "New York Times" berichtete.

Streit um Kandidaten Katars für Unesco-Spitze

69-Jähriger mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert

Bei der Wahl zur neuen Führungsspitze der Unesco droht Streit. Vor einer vierten Wahlrunde im Exekutivrat der UN-Kulturorganisation lag der Kandidat Katars, Hamad bin Abdulasis al-Kawari, gleichauf mit der französischen Anwärterin Audrey Azoulay - dem 69-jährigen al-Kawari wird aber Antisemitismus vorgeworfen. Sollte er sich durchsetzen, könnte das den Konflikt mit Israel verschärfen. Das jüdische Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte die Kandidatur des Katarers in Frage gestellt und eine Stellungnahme gefordert. Unter anderem soll er in einem Buch-Vorwort geschrieben haben: "Die Juden kontrollieren die Medien, Zeitungen und Verlage in den USA." Israel ist ohnehin schlecht auf die Unesco zu sprechen: Die Regierung hatte die Zusammenarbeit mit der Kultur- und Bildungsorganisation vor einem Jahr ausgesetzt. Der Grund waren mehrere israelkritische Resolutionen.

Kritik an Gerichtsverfahren gegen Mesale Tolu

Tolu bleibt weiter in Haft

Nach dem ersten Prozesstag gegen die in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu mehrt sich die Kritik an den Umständen des Verfahrens. Der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen" in Deutschland, Christian Mihr, sagte, die Staatsanwaltschaft habe keine glaubwürdigen Belege präsentiert, die die Anschuldigungen gegen Tolu rechtfertigten. Tolus deutscher Unterstützerkreis kritisierte, der Vorsitzende Richter im Prozess gegen Tolu sei derselbe Richter, der auch über die Untersuchungshaft der Journalistin entschieden habe. Nach der türkischen Strafprozessordung sei dies rechtswidrig. Das Gericht entschied Tolu nicht aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Der 33-Jährigen werden Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und die Verbreitung terroristischer Propaganda vorgeworfen.

Kein Pelz mehr bei Gucci

Restbestände sollen zugunsten des Tierschutzes versteigert werden

Das italienische Luxusmodehaus Gucci verbannt Pelzmode aus seinem Sortiment. Der Verzicht auf die Verarbeitung von Tierfellen werde ab der kommenden Frühjahrskollektion gelten, kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri in London an. Die Altbestände an Pelzmode sollten auf einer Wohltätigkeitsauktion versteigert werden, der Erlös werde an die Tierschutzorganisationen Humane Society International und LAV gespendet. Der Luxuskonzern werde zudem der Fur Free Alliance beitreten - einer Gruppierung aus mehr als 40 Organisationen, die für Tierrechte und für Alternativen zur Pelzverarbeitung in der Modebranche eintreten.

Neue Werkausgabe von Grass ab 2018

Insgesamt 24 Bände geplant

Der Steidl Verlag wird eine 24-bändige Gesamtausgabe der Werke von Literaturnobelpreisträger Günter Grass herausbringen. "Die ersten Ausgaben werden im nächsten Jahr erscheinen", sagte Verleger Gerhard Steidl. Grass, der am 13. April 2015 in Lübeck starb, wäre am 16. Oktober 90 Jahre alt geworden. Geplant seien 16 Kommentarbände, die jeweils zeitgleich mit dem entsprechenden Band der Werkausgabe veröffentlicht werden. Bisher gibt es von Steidl die 2007 aufgelegte 12-bändige "Göttinger Ausgabe", die danach entstandene Grass-Werke nicht enthält.

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Fazit

Kunsthalle MannheimEin neues Haus für die Kunst
Besucher betrachten am 15.07.2017 in Mannheim durch ein Panoramafenster des Neubaus der Kunsthalle den Mannheimer Wasserturm.  (dpa / picture-alliance / Uwe Anspach)

Es gibt sie noch, die Großprojekte, die wie geplant zum Abschluss kommen. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Kunsthalle Mannheim fertig gestellt. Mehr als 50 der 68 Millionen Euro Baukosten wurden gespendet. Die Architektur wurde von Künstlern beeinflusst.Mehr

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