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Lesart / Archiv | Beitrag vom 24.01.2017

Manuela Reichart: "Beziehungsweise"Die Anatomie der Liebe

Manuela Reichart im Gespräch mit Frank Meyer

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Zwei Büsten stehen in einem Blumenbeet (Deutschlandradio / Isabel Martín-Pérez)
Zwei Büsten stehen in einem Blumenbeet (Deutschlandradio / Isabel Martín-Pérez)

Um die Liebe in ihren Variationen geht es in Manuela Reicharts Erzählband "Beziehungsweise". Und um die Spuren, die diese Liebe in unserem Leben hinterlässt. "Letztlich bewegt, begleitet und verstört es uns alle ein Leben lang", sagt die Autorin.

Die Liebe als roter Faden in unseren Biografien - das ist das Leitmotiv von Manuela Reicharts Erzählband "Beziehungsweise". Darin erzählt sie von scheiternden und gelingenden Beziehungen, von Seitensprüngen, Affären und überhaupt den Glücks- und Unglücksmomenten der Liebe.

Viele ihrer Protagonisten sind bereits in der zweiten Lebenhälfte. Etwa die Frau, die nach vielen Jahren von ihrem Ehemann verlassen wird, weil der sich Hals über Kopf in eine andere verliebt. "Und sie bleibt dann da und wartet", sagt Manuela Reichart. "Sie denkt: ja, der ist zwar furchtbar, und alle ihre Freundinnen sagen, du kannst dich doch nur von dem auch sozusagen gedanklich und gefühlsmäßig trennen. Aber sie bleibt da und wartet und irgendwann kommt er tatsächlich zurück und es geht irgendwie weiter. Finde ich gar nicht so schlecht, obwohl es einem nicht so gefällt als diejenige, die dann die Betroffene oder die Betrogene ist."

Liebe per Algorithmus

Reicharts Geschichten handeln nicht nur von Liebes-Enden, sondern auch von Anfängen. "Nichts gibt es, glaube ich, das mehr Aufregung mit einem veranstaltet als so ein Anfang einer Liebesgeschichte," so die Schriftstellerin. Auch wenn es heute dank den Online-Partner-Börsen und Liebes-Apps Möglichkeiten gibt, sich den passenden Partner gewissermaßen per Algorithmus zuteilen zu lassen. Damit gehe man in gewisser Weise wieder in die Zeit der vorromantischen Liebe zurück.

"Früher hätte man nach jemandem aus ähnlichen Familienverhältnissen geguckt oder der die Dynastie sichert und so. Und im Grunde ist es so was. Ich kenne die Geschichte von einem mitteljungen Mann, der ist Möbeltischler und hat auf diese Weise eine Frau gefunden, die aus einer Schreinerei-Familie auch kommt. Wo man sagt: ja, ist ideal. Aber ehrlich gesagt: so richtig aufregend finde ich die beiden nicht." Denn die großen Liebesgeschichten handelten oft von Personen, die in gewisser Weise nicht zueinander passten. (uko)

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