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Donnerstag, 23.11.2017

Kompressor | Beitrag vom 10.06.2016

Manifesta11 wird eröffnet"Kunst ist die Lösung"

Marco Schmitt im Gespräch mit Christine Watty

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Tischszene aus Marco Schmitts Manifesta-11-Beitrag (Marco Schmitt (c) / Manifesta11)
Tischszene aus Marco Schmitts Manifesta-11-Beitrag (Marco Schmitt (c) / Manifesta11)

Wo fängt Sicherheit an, wo hört Freiheit auf? Der Künstler Marco Schmitt hat rund um diese Frage für die Manifesta11 einen surrealen Film gedreht. In der Hauptrolle: Echte Polizisten.

Luis Buñuels surrealer Filmklassiker "Der Würgeengel" diente Marco Schmitt für seinen Beitrag zur diesjährigen Manifesta als Vorbild. Darin ist eine Partygesellschaft unerklärlicher Weise in ein Haus eingeschlossen.

Schmitt versetzt diese Szene ins Zürich der Gegenwart: Die örtliche Polizei gibt in ihrem eigenen Gebäude eine Dinnerparty und kommt plötzlich nicht mehr raus. Die Waffensammlung im Kriminalmuseum liefert die klaustrophobische Kulisse.  Ihn habe die Frage interessiert: "Was passiert, wenn es keine Polizei mehr gibt, wie verändert sich die Gesellschaft und wie reagiert die Gesellschaft darauf", erklärte Schmitt am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Gleichzeitig habe das die Frage aufgeworfen: "Wie frei kann die Polizei sein?"

Polizisten beim Method-Acting und beim Töpfern

Die Protagonisten in Schmitts Film sind echt. Er habe zwar ein Drehbuch geschrieben, den Züricher Polizisten aber zum Beispiel bei den Tischgesprächen viel Freiraum gelassen, so Schmitt. Zuvor hatten sie mehrere Workshops absolviert: Method-Acting, Gesang und Keramik. "Beim Hauptgang haben sie dann traumatische Geschichten erzählt, die sie erlebt haben - mit Selbstmördern und Flugzeugabsturz", so Schmitt. Das sei sehr bewegend gewesen.

"Für die Manifesta braucht man Irrationalität"

Marco Schmitt und Reto Scherrer, Kommunikationschef Kantonspolizei Zürich (Manifesta 11 (c))Marco Schmitt und Reto Scherrer, Kommunikationschef Kantonspolizei Zürich (Manifesta 11 (c))Er könne die Kritik, die Manifesta liefere in diesem Jahr zu wenig Erkenntnisgewinn nicht nachvollziehen, betonte Schmitt. "Für die Manifesta braucht man auch ein bisschen Phantasie, ein bisschen Irrationalität. Man muss sich darauf einlassen, es ist ein Experiment, und es ist gelungen." Auch die Polizisten hatten eine ganz große Bewusstseinserweiterung", so Schmitt. Mit einem von ihnen sei er kürzlich das erste Mal auf einer Vernissage gewesen. Auch seine eigenen Klischees von Polizisen seien eliminiert worden.

Er rate jedem, sich für Kunst zu interessieren. "Kunst ist die Lösung, Zukunst sozusagen. Für mich gibt es keine Zukunft, sondern nur Zukunst", so Schmitt.

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