Seit 17:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 25.04.2018
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Literatur | Beitrag vom 15.04.2018

Lyrik lesen Gedichte voller Widerhaken mit Langzeitwirkung

Moderation: Barbara Wahlster

Beitrag hören Podcast abonnieren
"Brain Poetry" heißt ein literarisches Kunstprojekt, mit dem ein Besucher am 07.10.2014 im Pavillon des Gastlandes Finnland auf der Buchmesse in Frankfurt am Mai nur mit seinen Gehirnströmen ein Gedicht erzeugt. (dpa / Boris Roessler)
Literarisches Kunstprojekt (dpa / Boris Roessler)

Gedichte können alles. Sie sind spielerisch, grüblerisch, öffnen Räume und Perspektiven, führen ins Unbekannte, machen Vertrautes fremd – oder umgekehrt. Eine Kritikerin, zwei Kritiker, drei Neuerscheinungen - und drei Empfehlungen.

Gedichte sind Wahrnehmungs- und Konzentrationsbatterien: kurz und knapp und im besten Fall voller Widerhaken mit Langzeitwirkung. Gedichte handeln von allem, was in der Welt wichtig ist, und von einigem anderen auch.

Verwirren und trösten

Sie können verwundern und beglücken, verwirren und trösten, unterhalten und anstrengen, verärgern und vor den Kopf stoßen. Sind sie gelungen, dann schauen sie jedes Mal, wenn man sie ansieht, anders zurück.

Von dieser kleinsten und ältesten literarischen Form lassen sich Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Gregor Dotzauer ("Der Tagesspiegel", Berlin), die freie Literaturkritikerin Claudia Kramatschek und die Moderatorin Barbara Wahlster begeistern und verblüffen, anregen und zuweilen auch ärgern.

Drei wichtige Neuerscheinungen haben sie sich ausgesucht für das Gespräch im Deutschen Literaturarchiv Marbach und zudem einen eigenen Tipp mitgebracht.


Gemeinsam diskutieren Jan Bürger, Gregor Dotzauer und die freie Kritikerin Claudia Kramatschek über folgende drei Bände:

Mary Jo Bang: "Elegie. Gedichte"
Englisch/Deutsch. Aus dem Amerikanischen von Matthias Göritz und Uda Strätling
Wallstein Verlag. Göttingen 2018. 172 Seiten, 20 Euro

Sylvia Geist: "Fremde Felle. Gedichte"
Hanser Berlin. Berlin 2018. 96 Seiten, 18 Euro

Michael Krüger: "Einmal einfach. Gedichte"
Suhrkamp. Berlin 2018. 130 Seiten, 20 Euro


Die Kritiker geben drei Empfehlungen ab:

Gregor Dotzauer
Ulrich Koch: "Selbst in hoher Auflösung. Gedichte"
Jung und Jung. Salzburg 2017. 160 Seiten, 23 Euro 

Claudia Kramatschek
Rainer René Mueller: "Poemes – Poetra. Ausgewählte Gedichte 1981-2013"
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Dieter M. Gräf. Roughbooks
Holderbank 2015. 108 Seiten, 9 Euro 

Jan Bürger
Gerlind Reinshagen: "Atem anhalten. Gedichte"
Suhrkamp. Berlin 2018. 174 Seiten, 20 Euro

Literatur

Linker BuchhandelTotgesagte leben länger
Der Buchladen "Schwarze Risse" in Berlin Kreuzberg (Mai 2016).   (imago / Steinach)

Nach der Studentenrevolte 1968 entstanden viele linke Buchhandlungen. Sie verstanden sich als Avantgarde der Republik und waren damit gar nicht so weit entfernt vom Standesbewusstsein ihrer bürgerlichen Kollegen, die stolz waren, es mit einer geistigen Ware zu tun zu haben.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur