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Sonntag, 19.11.2017

Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.07.2014

Loveparade-Kunstwerk"Aus Respekt vor den Opfern"

Kulturdezernent der Stadt Duisburg verteidigt die Ablehnung von Gregor Schneider Kunstwerks "totlast"

Thomas Krützberg im Gespräch mit Anke Schaefer

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Holzkreuze erinnern in Duisburg am Ort des Loveparade-Unglücks an die Toten. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Holzkreuze erinnern in Duisburg am Ort des Loveparade-Unglücks an die Toten. (picture alliance / dpa / Marius Becker)

Weil seine Arbeit an die Katastrophe bei der Love Parade vor vier Jahren erinnere, hat Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link ein Werk von Gregor Schneider für die Ruhrtriennale abgelehnt. Kulturdezernent Krützberg weist Zensurvorwürfe zurück.

Der Kulturdezernent der Stadt Duisburg Thomas Krützberg hat Vorwürfe der Zensur des Künstlers Gregor Schneider zurückgewiesen. Die Ablehnung dessen Kunstinstallation "totlast" für die Ruhrtriennale im Lehmbruck-Museum sei "keine Zensur", sagte Krützberg im Deutschlandradio Kultur.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) wolle das Kunstwerk allein "aus übergeordneten Gesichtspunkten im Moment" nicht realisieren. Er habe diese schwierige Entscheidung im Respekt vor den Opfern der Katastrophe auf der Duisburger Love Parade mit 21 Toten, deren Hinterbliebenen und den Traumatisierten getroffen.

"Immanente Verwirrungs- und Panikmomente"

Krützberg sagte, das Kunstwerk solle immanente Verwirrungs- und Panikmomente in Duisburg darstellen. Vor dem Hintergrund der Love-Parade-Katastrophe wolle Link das Kunstwerk nicht haben. Der Kulturdezernent erklärte, es gebe bei dem Thema "totlast" kein klares Ja, kein klares Nein, Richtig oder Falsch, Gregor Schneider werde als Künstler auch in Duisburg hochgeschätzt.

Der Künstler Gregor Schneider steht am Donnerstag (23.10.2008) in Mönchengladbach vor der Baustelle seiner gigantischen Skulptur END vor dem Museum Abteiberg. (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)Der Künstler Gregor Schneider (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)

Bei seiner Arbeit wollte Schneider unter anderem eine 100 Meter lange und 1,60 große Röhre durch das Skulpturenmuseum führen. Die Besucher sollten den Neubau des Lehmbruck-Museums durch eine Öffnung betreten und sich durch röhrenförmige Gänge und Räume aus dem Gebäude heraus in einen angrenzenden Park bewegen. Die Arbeit gilt als beispielhaft für das Werk des Künstlers.

Über Kunstfreiheit hinweggesetzt

Die Ablehnung der Arbeit hatte für heftigen Protest gesorgt. So hatte der Leiter des nordrhein-westfälischen Landesfestivals Ruhrtriennale Heiner Goebbels die Entscheidung stark kritisiert. Die Duisburger Grünen erklärten: "Mit seiner Entscheidung setzt sich Link über die im Artikel 5 des Grundgesetzes verankerte Freiheit der Kunst hinweg."

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