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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.04.2012

Liebe und Politik

Neu im Kino: "The Lady" von Luc Besson

Von Jörg Taszman

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In "The Lady" verbindet der französische Regisseur Luc Besson Politik und Gefühl. Dramaturgisch vereinfacht er das Leben und Wirken der Nobelpreisträgerin und Menschenrechtsaktivistin Aung San Suu Kyi – zu einem sentimentalen Biopic über die Kraft des Pazifismus.

Luc Besson, der französische Filmemacher, Produzent, Studiobesitzer und Verleiher hat sich vor allem mit Filmen wie "Das 5.Element" "Nikita" und "Léon - der Profi" einen Namen gemacht. Nun hat Luc Besson mit "The Lady" nicht nur einen zeitgenössischen, sondern auch noch einen politischen Film gedreht, eine Art Biopic über die Nobelpreisträgerin und Menschenrechtsaktivistin Aung San Suu Kyi. Michelle Yeoh spielt die Hauptrolle. Die Dramaturgie ist eindeutig. Die Bösen sind die Militärs, die Aufrechte ist Aung San Suu Kyi.

Für Besson ist "The Lady" ein Film über Liebe, weil Michael Aris der britische Ehemann von Aung San Suu Kyi eine so große Rolle in ihrem Leben spielte. Sie selbst wuchs ja in England auf und wurde eigentlich zur Politikerin wider Willen. 1988 kehrte die Tochter eines ermordeten Generals und Politikers in ihre Heimat zurück, weil ihre Mutter krank war.

Das Militärregime in Birma erpresste Aung San Suu Kyi. Ihr in Großbritannien lebender Mann musste immer wieder neue Einreisevisa stellen, die oft auch abgelehnt wurden, als er schwer krank wurde. Sie hätte ausreisen können, wäre aber nicht mehr in ihr Land hereingelassen worden. Dieser Aspekt ist dann auch der interessanteste des Films. Es ist eine schwere und eigentlich unmenschliche Entscheidung. Soll sich Aung San Suu Kyi für ihren Mann entscheiden oder für ihr Land, für ihre politische Karriere?

"The Lady" ist sicherlich der reifste, klassischste und ehrenwerteste Film von Luc Besson. Er fällt etwas heraus aus seinem Oeuvre. Besson ist diesmal irgendwie auch im positiven Sinne sentimental, hofft auf die Kraft des Pazifismus und hat einen spannenden Film gedreht, der trotz seiner dramaturgischen Vereinfachungen sehenswert bleibt.

Frankreich, Großbritannien 2011, Originaltitel: The Lady, Regie: Luc Besson, Darsteller: Michelle Yeoh, David Thewlis, Jonathan Raggett, Jonathan Woodhouse, Susan Wooldridge, Benedict Wong, Htun Lin, Agga Poechit, ab 12 Jahren, 127 Minuten

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