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Samstag, 18.11.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. August 2017

Letztes Treffen der Gruppe 47 vor 50 Jahren

Waischenfeld will zum Jahrestag ein Literaturfestival veranstalten

Zur Erinnerung an das letzte Treffen der legendären Gruppe 47 in Waischenfeld vor 50 Jahren plant die nordbayerische Kleinstadt ein Literaturfestival. Im Oktober sind noch lebende Mitglieder der Intellektuellen-Vereinigung nach Waischenfeld (Landkreis Bayreuth) eingeladen, um mit jungen Schriftstellern zu diskutieren und zu lesen. Es gebe schon zahlreiche Zusagen von früheren Gruppe-47-Mitgliedern. Mit dem Festival "soll der Allgemeinheit gezeigt werden, dass der Geist und das Vermächtnis der damaligen Autoren auch heute noch lebendig und aktuell sind", teilten die Organisatoren des Festivals mit. Die Gruppierung hat zahlreichen bekannten Nachkriegsschriftstellern ein Forum geboten - so etwa Günter Grass, Heinrich Böll oder Martin Walser. Die erste Tagung auf Einladung von Hans Werner Richter (1908-1993) fand 1947 am Bannwaldsee in Füssen statt. Zum letzten Mal traf sich die Gruppe 20 Jahre später in Waischenfeld im Gasthof "Pulvermühle". Am 14. und 15. Oktober sollen Lesungen, Autorengespräche und eine Ausstellung an die Gruppe 47 erinnern, aber auch zeitgenössische Literatur vorgestellt werden.

Fatih Akins "Aus dem Nichts" soll Oscar holen

Auslandsvertretung des deutschen Films entscheidet sich für das NSU-Drama

Das NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Regisseur Fatih Akin geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Das gab die Auslandsvertretung des Deutschen Films, German Films, in München bekannt. In Akins Film geht es um den Anschlag zweier Neonazis, bei dem ein kurdischer Vater und dessen Sohn sterben. Zurück bleibt die Ehefrau und Mutter, die von Diane Kruger gespielt wird. Eine Fachjury hatte den Film unter insgesamt elf Bewerbern ausgewählt, darunter auch die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" von Regisseur Simon Verhoeven und "Jugend ohne Gott" von Alain Gsponer. Der deutsche Kandidat ist nicht automatisch für den Oscar nominiert, denn aus allen nationalen Vorschlägen wählt die amerikanische Academy nur fünf Produktionen aus, die anschließend in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" teilnehmen. Diese sollen am 23. Januar 2018 bekannt gegeben werden. Die 90. Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt findet am 4. März 2018 in Hollywood statt.

Dresdner Gemäldegalerie erhält Kriegsverluste zurück

Großteil aller vermissten Bilder bleibt verschollen

Nach mehr als 70 Jahren hat die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister drei weitere seit 1945 vermisste Kunstwerke zurückerhalten. Die teils in der Lost Art-Datenbank der Kulturgutverluste verzeichneten Gemälde aus dem 16. und 17. Jahrhundert tauchten 2016 im internationalen Kunsthandel auf und wurden in Zusammenarbeit mit Experten der Auktionshäuser Sotheby's und Christie's identifiziert, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit. Die drei Bilder gehören zu jenen rund 460 Kunstwerken, die im Zweiten Weltkrieg ausgelagert wurden und dann verschwunden blieben. "Flusslandschaft mit Burgruine" des Niederländers Jan Griffier (1645-1718) und "Bildnis eines Mannes" des Italieners Giulio Campi (1507-1572) wurden in London wiederentdeckt; das Bild "Reiterrast vor einer Hütte in Ruinen" des deutschen Malers August Querfurt (1696-1761) wurde in Amsterdam eingeliefert. Mit den Eigentümern konnten nach Angaben von Galeriedirektor Stephan Koja gütliche Einigungen erzielt werden. Wo die Bilder in den vergangenen Jahrzehnten bis zu ihrer Wiederentdeckung aufbewahrt wurden sei bisher nicht bekannt. Mit den drei Werken hat die Gemäldegalerie Alte Meister bisher gut ein Zehntel ihrer Kriegsverluste zurückgewonnen. Insgesamt kehrten bisher 53 Gemälde zurück.

Ruhrtriennale unterstützt Serebrennikow und Akhanli

Intendant Johan Simons erklärt politische und künstlerische Solidarität

Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons hat sich vor dem Hintergrund der Festnahmen der Künstler Serebrennikow und Akhanli für die uneingeschränkte Freiheit der Kunst ausgesprochen. Sie gehöre zu den universellen europäischen Werten, schrieb Simons in einer Mitteilung. "Wir solidarisieren uns politisch und künstlerisch mit Kirill Serebrennikow und Dogan Akhanli, die gerade zum unfreiwilligen Symbol werden, künstlerische Freiheit und freie Meinungsäußerung zu verteidigen", erklärte Simons. "Europa und die Welt brauchen mutige KünstlerInnen und JournalistInnen, und mutige KünstlerInnen und JournalistInnen brauchen jetzt die Solidarität und Unterstützung Europas." Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Akhanli, der die deutsche Staatsangehörigkeit hat, war am Wochenende auf Betreiben der Türkei in Madrid festgenommen und unter Meldeauflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Bundesregierung geht nicht davon aus, dass er ausgeliefert wird. Der regierungskritische russische Theatermacher Kirill Serebrennikow war am Dienstag in St. Petersburg wegen Betrugsvorwürfen festgenommen worden. Er wurde unter Hausarrest gestellt.

Deutscher Jugendorchesterpreis geht nach Schwerin

Jeunesses Musicales zeichnet auch die kreative Realsierung eines Programms aus

Das Jugendsinfonieorchester Schwerin hat den Deutschen Orchesterpreis gewonnen. Ausschlaggebend war das Konzert des Ensembles am 23. April in der Schweriner Paulskirche unter dem Motto "PAUL - KomPonisten fAszinieren JUnge KünstLer". Dieses Projekt habe die Jury überzeugt, teilten die Organisatioren des Wettbewerbs, die Jeunesses Musicales Deutschland, mit. Zur Ermittlung des Preisträgers besuchten und bewerteten die Jurys Konzerte von 14 nominierten deutschen Nachwuchsorchestern. Beim Wettbewerb steht die eigenverantwortliche Realisierung eines Konzertprojekts durch Jugendliche im Vordergrund. Ausgezeichnet wird neben der musikalischen Qualität auch die kreative Umsetzung eines Programms. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird am 15. Oktober auf Schloss Weikersheim (Baden-Württemberg) vergeben. Förderer des Wettbewerbs sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Bank Stiftung und die Deutsche Orchestervereinigung.

"Konkreter" Hinweis zu Anschlagsplan gegen US-Band

Spanische Polizei warnte Kollegen in den Niederlanden

Die mutmaßlichen Anschlagspläne in Rotterdam haben sich gezielt gegen die US-Rockband Allah-Las gerichtet. Der gestrige Terroralarm beruhte auf einer "konkreten Information" der spanischen Polizei, wonach "ein Attentat an diesem Tag, an diesem Ort und auf diese Band verübt werden" sollte, wie Rotterdams Polizeichef Frank Paauw sagte. Der Auftritt der Band in der Hafenstadt war nach der Terrorwarnung aus Spanien abgesagt worden. Der Club "Maassilo", wo das Konzert stattfinden sollte, wurde geräumt. Die Bandmitglieder waren unter Polizeischutz und mit schusssicheren Westen aus dem Konzertsaal gebracht worden. Vergangene Nacht wurde in der Region Brabant ein 22-jähriger Verdächtiger festgenommen. Bereits gestern abend war in der Nähe des Veranstaltungsorts ein Lieferwagen mit spanischen Kennzeichen gestoppt worden. Im Fahrzeug wurden mehrere Gasflaschen gefunden. Der Fahrer wurde festgenommen und sollte heute erneut befragt werden. Die niederländischen Ermittler gehen aber derzeit davon aus, dass er mit den Anschlagspläne nichts zu tun hat.

Charles Aznavour kündigt neue Tournee an

93-jährige Chansonlegende will 2018 sechs Konzerte in Frankreich geben

Charles Aznavour, eine der herausragenden Persönlichkeiten des französischen Chansons, will noch einmal auf Tournee gehen. Der Sänger, der im Mai seinen 93. Geburtstag gefeiert hat, wird im Januar und Februar 2018 in sechs französischen Städten auftreten. Das teilte der Konzertveranstalter Gérard Drouot mit. Zudem wird Aznavour davor im Dezember ein einzelnes Konzert in Paris geben. Der in Paris geborene Sohn armenischer Einwanderer hat mehr als 180 Millionen Platten verkauft und rund 1300 Lieder geschrieben. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen "La Bohème", "Emmenez-moi" und "Je m'voyais déjà". Heute wird er in Los Angeles mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.

Kultursenator für zeitgenössische Musik in Alter Münze

Diskussion um Berliner "House of Jazz" geht damit in eine weitere Runde

"Ich finde, die Alte Münze sollte einen Musikschwerpunkt haben". Mit diesem Satz hat Klaus Lederer von der Linkspartei der Idee des Trompeters Till Brönner eine weitere Facette hinzugefügt. Denn Berlins Kultursenator sagte, es "stehe noch nichts fest". Brönner und Kollegen aus der deutschen Jazz-Szene machen sich für ein "House of Jazz" stark, eine "Institution mit Leuchtturmcharakter". Der Haushaltsausschuss des Bundes hatte dafür überraschend 12,5 Millionen Euro bewilligt. Die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses an der Spree wird mit mindestens 30 Millionen Euro veranschlagt.

Machtkampf bei Constantin-Medien spitzt sich zu

Rücktritte bei der Hauptversammlung in München

Der Aufsichtratschef des Constantin-Medien-Konzerns, Dieter Hahn, ist von seinem Posten zurückgetreten. Ihm folgten alle anderen Aufsichtsräte und Vorstandschef Fred Kogel. Hahn hält, ebenso wie der Schweizer Großaktionär Bernhard Burgener, rund 30 Prozent der Aktien des Unternehmens. Hahn sagte, mit seinem Rücktritt wolle er verhindern, dass der Konzern durch den Streit über die Filmsparte beschädigt werde. Hahn wollte - im Gegensatz zu Burgener - die traditionsreiche Sparte verkaufen, um Schulden zurückzuzahlen. Burgener hatte das blockiert. Darüber wird vor Gericht verhandelt. Viele erfolgreiche deutsche Filme wurden von der Constantin produziert oder waren in ihrem Verleih zu sehen. Kritiker fürchten nachhaltigen Schaden für die deutsche Filmbranche, sollte die Constantin zerschlagen werden.

Jazz-Gitarrist John Abercrombie ist tot

Das hat seine Plattenfirma ECM bestätigt

John Abercrombie im Alter von 72 Jahren in New York an Herzversagen gestorben. Der US-Amerikaner galt in der Jazz-Szene als besonders feinfühliger und kreativer Komponist und Gitarren-Virtuose. Er begann seine Karriere 1967 als Gitarrist in der Band von Johnny Hammond Smith. 1974 veröffentlichte er sein erstes eigenes Album "Timeless" mit Jan Hammer und Jack DeJohnette. Zuvor war er mit Chico Hamilton, Billy Cobham, Gil Evans und Jeremy Steig auf Tournee. Abercrombie beeindruckte auch mit seinen eigenen Trios (Marc Johnson/Peter Erskine, Dave Holland/Jack DeJohnette und Dan Wall/Adam Nussbaum). Noch Anfang dieses Jahres hatte er ein neues Album veröffentlicht.

Hausarrest für Serebrennikov

Der kritische russische Theaterregisseur soll staatliche Gelder veruntreut haben

Ein Moskauer Haftrichter hat wegen Fluchtgefahr Hausarrest gegen Kirill Serebrennikow verhängt. Die Maßnahme gelte vorerst bis zum 19. Oktober, meldet die Agentur Tass. Serebrennikow dürfe in der Zeit auch kein Theater besuchen und keine Filme drehen. Serebrennikow hatte seine Freilassung verlangt. Dem Leiter des Moskauer Gogol-Theaters wird vorgeworfen staatliche Gelder in Höhe von knapp eine Million Euro veruntreut zu haben. Drei seiner früheren Mitarbeiter sind deswegen bereits im Mai verhaftet worden. Im Gerichtssaal riefen Zuschauer: "Lasst Kirill frei!" Vor dem Gebäude hatten sich Hunderte Menschen versammelt, um eine Freilassung zu fordern. Neben anderen unterzeichneten die Witwe von Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn, Natalja Solschenizyna, die Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja, die Regisseure Fjodor Bondartschuk und Jewgeni Mironow eine Erklärung, für Serebrennikow zu bürgen. In einer Online-Petition fordern bislang 14 000 Menschen ein Ende des Verfahrens. Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, äußerte sich besorgt.

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