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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 21.04.2016

Leon BotsteinAnwalt vergessener Komponisten

Moderation: Susanne Führer

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Leon Botstein, Präsident des Bard College, Codirector und Gründer des Bard Music Festivals, Musikdirektor und Dirigent des American Symphony und Jerusalem Symphony Orchesters.  (Steve Pyke)
Leon Botstein, Präsident des Bard College, Codirector und Gründer des Bard Music Festivals, Musikdirektor und Dirigent des American Symphony und Jerusalem Symphony Orchesters. (Steve Pyke)

Leon Botstein ist ein Mann mit vielen Interessen und Posten: Chefdirigent des American Symphony Orchestra, Ehrendirigent des Jerusalem Symphony Orchestra, Buchautor und Präsident des Bard College. Wir sprechen mit ihm über das Erlernen von eigenständigem Denken.

Leon Botstein ist ein Mann mit vielen Interessen und Fähigkeiten: Chefdirigent des American Symphony Orchestra, Ehrendirigent des Jerusalem Symphony Orchestra, Präsident des Bard College in New York, Herausgeber des Musical Quarterly, Autor und Wissenschaftler. 

Geboren wurde er 1946 in der Schweiz, in New York wuchs er als jüngstes Kind ost-jüdischer Einwanderer auf. Seine Kindheit sei wie ein Märchen gewesen, denn worüber zu Hause gesprochen wurde, kannte er nur aus den Erzählungen der Erwachsenen. "Wir haben nur von einer vergangenen und vernichteten Welt gehört, von Menschen, die gestorben sind." Seine Eltern, beide Ärzte, haben als Einzige ihres Abiturjahrgangs überlebt. "Wir haben keine Schulfreunde von meinen Eltern je kennengelernt."

"Wir haben nur Emigranten zu Hause gehabt"

Leon Botstein wurde nach einem Onkel benannt, der im Warschauer Aufstand gestorben war, sein Foto hing in der Eingangshalle der elterlichen Wohnung in der Bronx. "Wir haben nur Emigranten zu Hause gehabt in New York, kein Amerikaner, und keiner hat englisch gesprochen. Das Englisch, das sie gesprochen haben, war ein komisches Ding."

Als College-Präsident legt Botstein großen Wert auf eine humanistische Bildung und die Künste. Als Musiker widmet er sich vor allem den vergessenen Komponisten, wie auch in seinem jüngsten Konzert in Poznan, das Deutschlandradio Kultur übertrug. Die Posener Philharmoniker spielten unter der Leitung von Leon Botstein Werke von Ernst Toch, Ignatz Waghalter und Aaron Copland.

"Ich wollte schon als Kind die Vergessenen verteidigen." Einige Komponisten, aber auch Schriftsteller, seien aus politischen Gründen vergessen. "Mein Lebenswerk ist wunderbare Musik zu verteidigen. (…)  Das Unrecht Recht zu machen."

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