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Montag, 20.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 24. Oktober 2017

Leipziger Uni-Bibliothek ist "Bibliothek des Jahres"

Preis für innovative Angebote

Die Universitätsbibliothek Leipzig ist als "Bibliothek des Jahres" 2017 ausgezeichnet worden. Das Haus bringe laufend Innovationen auf allen wichtigen Bibliotheksfeldern hervor und nutze digitale Methoden, um die Zugänglichkeit zu verbessern, hieß es zur Begründung. Bibliotheksdirektor Ulrich Johannes Schneider und seine Stellvertreterin Charlotte Bauer nahmen die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung des Deutschen Bibliotheksverbandes in der Bibliotheca Albertina entgegen.

Werke der Brüder Grimm auf digitaler Plattform

grimm-portal.de soll Recherche vereinfachen

Ein neues Onlineportal der Universität Kassel bündelt erstmals digitalisierte Werke der Brüder Grimm. Die unter grimm-portal.de abrufbare Website soll die Suche nach Werken der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm und nach Schriftstücken aus deren familiärem Umfeld vereinfachen. Das Grimm-Portal ist eine Kooperation des Hessischen Staatsarchivs Marburg, der Universitätsbibliothek Kassel und der Stadt Kassel. Das Portal führt die digitalisierten Werke verschiedener Archive zusammen und strukturiert sie thematisch. Wissenschaftler, aber auch Laien sollen sich so gezielt zu den sogenannten Grimmiana aus Nordhessen informieren können. Die Nutzung ist kostenlos. Zu finden sind neben Briefen auch etwa Visitenkarten, Bilder und Aufsätze. Bislang umfasst das Portal 54 000 digitalisierte Seiten, es soll aber weiter ausgebaut werden.

Aborigine-Gebeine kehren nach Australien zurück

Deutscher Minenpächter hatte sie 1909 unerlaubt mitgenommen

In einer feierlichen Zeremonie hat das Landesmuseum Hannover die sterblichen Überreste einer vor rund 100 Jahren gestorbenen indigenen Australierin zurückgegeben. Ein deutscher Minenpächter hatte die Tote 1909 in Queensland im Nordosten des Kontinents in einem Sarg ohne Erlaubnis mitgenommen. Die Rückkehr der sterblichen Überreste ihrer Vorfahren sei für die Aborigines von immenser Bedeutung, sagte die australische Botschafterin Lynette Wood in Hannover. Seit 25 Jahren unterstützt die australische Regierung solche Rückführungen aus internationalen Sammlungen. 1475 Tote wurden bereits in ihre Heimat zurückgebracht, davon 52 aus Deutschland.

Verhoevens Hartmanns bei Europäischem Filmpreis

"Willkommen bei den Hartmanns" neben drei anderen Produktionen nominiert

Die deutsche Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" von Simon Verhoeven hat Chancen auf einen Europäischen Filmpreis. Die Produktion ist in der Sparte Comedy dabei. Ebenfalls im Rennen sind der Cannes-Gewinner "The Square" sowie "King of the Belgians" und "Vincent", wie die Veranstalter mitteilten. Die 3000 Mitglieder der Europäischen Filmakademie küren die Gewinner. Die Verleihung ist am 9. Dezember in Berlin. "Willkommen bei den Hartmanns» war im vergangenen Jahr mit 2,1 Millionen Besuchern einer der erfolgreichsten Filme in Deutschland.

Schauspielverband reagiert auf Weinstein-Skandal

Betroffenen wird auf Internetseite geholfen

Der Bundesverband Schauspiel wendet sich auf seiner Internetseite an Opfer sexueller Belästigung. Beim Unterpunkt "Unter der Gürtellinie" sind jetzt mehrere Anlaufstellen aufgelistet, an die sich Betroffene im Fall einer Belästigung wenden können. Zudem bestehe die Möglichkeit, anonym den eigenen Fall zu schildern und auch persönliche Gespräche zu führen, sollte dies von Opfern sexueller Belästigung gewünscht werden. Das teilte ein Sprecher mit. Damit reagiert der Verband auf die öffentliche Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche, die in den USA den Anfang nahm.

Millionenschaden in Staatsoperette Dresden

16 000 Liter Wasser hatten sich über den Bühnenbereich ergossen

Ein durch einen Test der Sprinkleranlage verursachter Wasserschaden in der Staatsoperette Dresden beträgt nach Schätzungen mindestens fünf Millionen Euro. Das teilte die Stadt mit. Noch sei die Schadensaufnahme im Gange. Erste Gutachten sollen Ende der Woche vorliegen. Am vergangenen Mittwoch hatten sich 16 000 Liter Wasser über den Bühnenbereich ergossen und Scheinwerfer, Audio- und Videoanlage, Bühnenboden, Instrumente und Unterbühnenmaschinerie beschädigt. Bis zum Ende dieser Woche wolle Intendant Wolfgang Schaller den Interimsspielplan für November abstimmen. Es lägen bereits Angebote anderer Spielstätten als Ausweichorte vor.

Deutscher Musikrat: Piendl wird Geschäftsführer

Stefan Piendl übernimmt Mitte 2018 die Alleingeschäftsführung

Der Deutsche Musikrat hat Stefan Piendl zum neuen Geschäftsführer ernannt. Piendl werde zum 1. Juli 2018 die Alleingeschäftsführung übernehmen und das Unternehmen in künstlerischer und kaufmännischer Hinsicht leiten, teilte der Musikrat in Bonn und Berlin mit. Präsident Martin Maria Krüger lobte Piendl als "gleichermaßen erfahrenen wie engagierten Mitstreiter für die Gestaltung des Musiklebens in Deutschland", der die geplante Strukturreform vorantreiben könne. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung hatten Piendl in getrennter Wahl je einstimmig zum neuen Geschäftsführer gewählt. Dem Rat gehören den Angaben zufolge über 100 Dachverbände des Musiklebens an, die rund acht Millionen Menschen repräsentieren.

Beginn der Hofer Filmtage mit neuem Chef

Festival steht erstmals unter der Leitung von Thorsten Schaumann.

Die Neubesetzung an der Spitze war notwendig geworden, weil 2016 überraschend Heinz Badewitz, Gründer und langjähriger Chef der Filmtage, gestorben war. Nach einem Übergangsjahr mit einem Kuratorium in der Verantwortung übernahm zum 1. September nun Schaumann, der bereits für Bavaria Film und Sky tätig war. Eröffnet werden die Filmtage am Abend mit dem Spielfilm «Drei Zinnen» von Jan Zabeil, zu den Höhepunkten des Programms zählt aber auch die Deutschland-Premiere von «The Shape of Water» von Guillermo del Toro. Das Märchen gewann im September den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. Die Filmtage in der oberfränkischen Stadt mit 40.000 Einwohnern zählen zu den wichtigen Filmfestivals im deutschsprachigen Raum.

Neue Leiterin für Käthe-Kollwitz-Museum

Zukunft des Berliner Museums weiter ungewiss

Das Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin bekommt eine neue Direktorin. Die Kunsthistorikerin Josephine Gabler, derzeit Leiterin des Museums Moderner Kunst Wörlen in Passau, übernimmt die Aufgabe im kommenden April, wie das Kollwitz-Museum mitteilte. Die bisherige Leiterin Iris Berndt hatte das Amt den Angaben zufolge Ende August aus persönlichen Gründen abgegeben. Das renommierte Museum in der Fasanenstraße, das an die Grafikerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) erinnert, steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Besitzer des Hauses erwägt, statt der Kollwitz-Sammlung künftig einem Exil-Museum Raum zu geben. Die Angelegenheit sei vorerst aber weiter in der Schwebe, sagte eine Museumssprecherin auf Anfrage.

Hawkings Doktorarbeit im Netz

Webside wegen Ansturms abgestürzt

Der Ansturm auf die erste kostenlose Online-Veröffentlichung der Doktorarbeit des britischen Astrophysikers Stephen Hawking hat die Website zum Absturz gebracht. Schon am ersten Tag sei das Portal der britischen Universität Cambridge vorübergehend nicht mehr zugänglich gewesen, teilte die Hochschule mit. Die 134 Seiten umfassende Arbeit "Merkmale sich ausdehnender Universen" , die der Astrophysiker mit 24 Jahren schrieb, wurde binnen Stunden über 60 000 Mal abgerufen. Hawking gehört zu den größten Wissenschaftlern aller Zeiten. Die Fachwelt schätzt ihn wegen seiner Theorien zum Ursprung des Alls und zu Schwarzen Löchern. Spätestens seit seinem 1988 erschienenen Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" ist Hawking auch bei Laien populär. Der seit Jahrzehnten durch die Muskel- und Nervenkrankheit ALS fast vollständig gelähmte Hawking prophezeit der Menschheit, etwa wegen des Klimawandels, eine düstere Zukunft und setzt sich für die Besiedlung anderer Planeten ein.

Anna Amalia Bibliothek setzt auf Digitalisierung

Bibliothek in Weimar ist auf Weiterentwicklung und Zukunft ausgerichtet.

Ohne Forschungen, Digitalisierung und Erweiterung des Bestandes bestehe die Gefahr der Musealisierung, sagte Bibliotheksdirektor Reinhard Laube. Man müsse sich ablösen von dem furchtbaren Ereignis des Brandes vom September 2004. Die Forschungsbibliothek der Klassik Stiftung war am 24. Oktober 2007 der Öffentlichkeit wieder übergeben worden. Bei dem verheerenden Feuer drei Jahre zuvor waren 50.000 Bücher und 23 Gemälde verbrannt, 118.000 Bücher wurden durch Feuer, Ruß oder Löschwasser beschädigt. Auch der berühmte Rokokosaal nahm großen Schaden.

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