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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. Juli 2017

Haus Hohenzollern erzielt Millionen bei Kunstauktion

Grütters' Sprecher bedauert die Auktion

Das Haus Hohenzollern erzielte bei einer Versteigerung von Familienbesitz 6,4 Milllionen Euro. Zu den knapp ein Dutzend beim Auktionshaus Sotheby's verkauften Kunstwerken gehörte ein vergoldetes Trinkgefäß in Form eines Hirsches, das am Mittwoch für 2,6 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Außerdem kamen zwei Kandelaber aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses und fünf Gemälde, unter anderem mit Ansichten des Berliner Stadtschlosses untre den Hammer. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte den Entschluss, "national wertvolle Kunstwerke" im Ausland zu versteigern, bedauert. Die Hohenzollern seien nicht bereit gewesen, mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten direkte Verkaufsverhandlungen zu führen und die Objekte damit für die Allgemeinheit zu sichern. Die Familie habe bewusst allen Interessierten die Gelegenheit zum Kauf geben wollen, hatte der Prinz von Preußen, Chef des Haus Hohenzollern, der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Kleeberg verteidigt umstrittene Äußerungen

Geschäftsführung der Uni Frankfurt war auf Distanz gegangen

Der Berliner Schriftsteller Michael Kleeberg hat seine umstrittenen Äußerungen zum Islam während seiner Poetik-Dozentur an der Goethe-Universität Frankfurt als "Denkbewegung" bezeichnet. Die Aufnahme von einer Million Flüchtlingen in Deutschland habe Fragen und Ängste "aufgeworfen", sagte Kleeberg ("Vaterjahre") zum Abschluss seines Zyklus. Auf einer Podiumsdiskussion hatte zuvor der Frankfurter Germanistik-Professor Heinz Drügh den Autor mit umstrittenen Zitaten aus dessen dritter Vorlesung konfrontiert. Kleeberg habe von einer deutschen Mehrheitskultur gesprochen, die hoffe, dass sich irgendwann das "Nazi-Gen" in einem "Multi-Kulti-Gen" aufgelöst haben werde. Kleeberg entgegnete, dies seien "isolierte Zitate". Ihm sei es um die Darstellung einer "Denkbewegung" gegangen. Die Geschäftsführung der renommierten Poetikdozentur war nach der Vorlesung in einer Erklärung auf Distanz zu Kleeberg gegangen.

Amnesty-Direktorin in Istanbul festgenommen

Außer ihr sind noch mehrere Menschenrechtsaktivisten betroffen

In Istanbul sind die örtliche Amnesty-Direktorin und andere Menschenrechtsaktivisten festgenommen worden.Nach Angaben von Amnesty nahm die Polizei insgesamt zehn Aktivisten bei einer Schulung in einem Hotel auf einer Insel im Marmara-Meer vor Istanbul fest. Darunter seien neben der Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser, sieben weitere Vertreter von Menschenrechtsgruppen sowie zwei Ausbilder. Einer der Trainer sei deutscher Staatsbürger, der andere Schwede. Das teilte die Organisation in Berlin mit und verlangte die unverzügliche Freilassung. Die Grünen forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Fall beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan anzusprechen. Der Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty äußerte sich "beunruhigt und empört" über die "grundlosen" Festnahmen. Sie seien ein "grotesker Machtmissbrauch" durch die türkischen Behörden, der die prekäre Lage von Menschenrechtsaktivisten in dem Land verdeutliche. Am 9. Juni war bereits der Amnesty-Vorsitzende in der Türkei, der Anwalt Taner Kilic, in Untersuchungshaft genommen. Wohin die Menschenrechtler gebracht wurden und was ihnen vorgeworfen wird, war zunächst nicht bekannt. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die deutschen Vertretungen in der Türkei hätten "Kontakt zu den türkischen Behörden aufgenommen, um gegebenenfalls eine Bestätigung der Festnahme des deutschen Staatsangehörigen zu erhalten". In der Türkei sitzen bereits neun Deutsche oder Deutsch-Türken in Haft, darunter der Journalist Deniz Yücel. Die Kanzlerin wird Erdogan heute abend im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel treffen. In einem Interview mit der "Zeit" hatte dieser zuvor jede Kritik an der Inhaftierung von Journalisten zurückgewiesen und Unverständnis über die Aufmerksamkeit geäußert, die der Fall des "Welt"-Korrespondenten Yücel in Deutschland erregt.

Techno-Pionier Pierre Henry ist tot

Der Komponist wurde 89 Jahre alt

Der französische Komponist Pierre Henry, ein Wegbereiter der elektroakustischen Musik, ist tot. Er starb in der Nacht im Alter von 89 Jahren in Paris. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Assistentin. Henry gilt als ein Pionier der "musique concrète", die aus Kompositionen vorab aufgenommener Klänge besteht und dabei auch Alltags-Geräusche verwendet. Manche bezeichnen ihn auch als "Großvater des Techno". Henry war 1927 in Paris zur Welt gekommen. Nach einem klassischen Musikstudium träumte er davon, "die Musik zu zerstören". In seinem programmatischen Text "Um an eine neue Musik zu denken" schrieb er: "Wir müssen unverzüglich eine Richtung einschlagen, die zum rein Organischen führt." Mit dem französischen Ingenieur und Musiker Pierre Schaeffer schuf er 1950 die "Sinfonie für einen einzigen Musiker" ("Symphonie pour un homme seul"), die als Gründungsakte der "musique concrète" gilt.

Nuran David Calis erhält Mülheims-Theaterpreis 2017

Preis für religiöse Dramatik ist mit 25.000 Euro dotiert

Der Autor und Regisseur Nuran David Calis erhält den mit 25.000 Euro dotierten Ludwig-Mülheims-Theaterpreis für religiöse Dramatik. Der deutsch-armenische Autor frage mit seinen Arbeiten "nach den gesellschaftlichen Flieh-, aber auch Bindekräften, die von sozial und kulturell aufgeladenen Gemengelagen hervorgebracht werden", teilte das Erzbistum Köln zur Begründung mit. Calis erklärte in einer ersten Reaktion, er habe in den vergangenen Jahren gemerkt, dass die Aufklärung die "großen Fragen des Lebens" für ihn nicht beantworten könne. Dieser würden wieder wichtiger für die Gesellschaft. Die Preisverleihung findet am 27. November in Köln statt. Die seit 1991 vergebene Auszeichnung soll die Begegnung zwischen Religion und gegenwärtiger Theaterszene fördern. Sie wird über den Nachlass des katholischen Schauspielers Ludwig Mülheims finanziert, den das Erzbistum Köln verwaltet.

Theaterpreis des Bundes für acht Bühnen

Von Naumburg bis Hamburg

Acht kleine und mittlere Bühnen sind in diesem Jahr Träger des Theaterpreises des Bundes. Zu den Gewinnern gehören das Theater Naumburg und das Hamburger Lichthof Theater ebenso wie die Berliner Sophiensäle und die Berliner Schaubude. Ausgezeichnet wurden auch das E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg, das TJG. Theater Junge Generation aus Dresden, das Tanzhaus NRW in Düsseldorf sowie Theater& Philharmonie Thüringen, Gera/Altenburg. Überreicht werden die Preise am Abend im Theater der Altmark in Stendal von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, da das Theater im Norden Sachsen-Anhalts im vergangenen Jahr einer der Preisträger war. Die Höhe der Dotierung orientiert sich an der übrigen öffentlichen Förderung der ausgezeichneten Theater. Das Lichthof Theater erhält 50 000 Euro, alle übrigen Häuser jeweils 115 000 Euro.

Schmidt bleibt Chef im Friedrichstadt-Palast

"Das ist nach wie vor ein Traumjob für mich"

Berndt Schmidt bleibt bis 2024 Intendant und Geschäftsführer des Berliner Friedrichstadt-Palastes. Schmidts Vertrag werde vorzeitig um fünf Jahre verlängert, teilte die Senatskulturverwaltung am Donnerstag mit. Der derzeitige Vertrag von Schmidt läuft noch bis Mitte 2019. "Das ist nach wie vor ein Traumjob für mich", erklärte Schmidt. Der Friedrichstadt-Palast ist mit rund 700 000 Besuchern jährlich die meistbesuchte Bühne der Hauptstadt. Das Haus mit rund 1900 Plätzen zeigt vor allem aufwendig gestaltete, farbenfrohe Shows mit Tanz, Akrobatik und extravaganten Kostümen.

Cern-Forscher weisen neues Teilchen nach

Es besteht aus drei Quarks

Am Kernforschungszentrum Cern in Genf haben Physiker ein neues Teilchen entdeckt. Es gehört zur Familie der Baryonen und besteht aus drei sogenannten Quarks. Entstanden sei das Teilchen bei der Kollision von Protonen, sagte Forschungsdirektor Giovanni Passaleva der Deutschen Presseagentur. Es habe nur 0,0000000000005 Sekunden existiert und sich dabei etwa um ein 50 bis 100-millionstel eines Meters bewegt, hieß es. Das war genug für die Physiker, um seine Existenz nachzuweisen. Sie konnten die Bestandteile, in die das Teilchen zerfallen war, aufspüren und so eindeutige Rückschlüsse ziehen. Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt ist seit 2009 in Betrieb. Neben vielen anderen Experimenten sind die Physiker einem der größten Rätsel der Physik auf der Spur: der dunklen Materie.

Preis für Pressefreiheit an Yücel und Erdogan

Beide waren wegen kritischer Berichterstattung verhaftet worden

Mit dem Leipziger "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" 2017 wird der in der Türkei inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ausgezeichnet. Auch die türkische Journalistin Asli Erdogan wird geehrt. Zur Begründung teilte die Medienstiftung der Leipziger Sparkasse mit, Yücel und Erdogan gingen ernsthaft und streitbar ihrer Arbeit nach. Beide nähmen das "einstige Demokratieversprechen der türkischen Republik" ernst und würden wegen ihrer kritischen Berichterstattung verfolgt. Der 43 Jahre alte "Welt"-Korrespondent Yücel sitzt seit rund vier Monaten ohne Anklage wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in der Türkei in Einzelhaft. Asli Erdogan arbeitete laut Medienstiftung fast 20 Jahre für die linksliberale türkische Medienstiftung "Radikal" und war vergangenes Jahr ebenfalls für einige Monate in der Türkei in Haft. Die Preise sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Ehrungen sollen am 6. Oktober in Leipzig überreicht werden. Zu den früheren Preisträgern zählen die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül, die Russin Anna Politkowskaja und der US-amerikanische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald.

Wiener Stadtzentrum auf der roten Unesco-Liste

Komitee mischt sich auch in den Streit um die Wälder von Bialowieza ein

Das historische Stadtzentrum von Wien wird künftig auf der roten Liste des bedrohten Welterbes geführt. Das gab die Unesco auf Twitter bekannt. Ein wuchtiger Neubaukomplex am Rande der Altstadt gefährdet nach Einschätzung der Kulturorganisation den Welterbestatus. Das bedrohte Gebiet umfasst die mittelalterliche Kernsubstanz der österreichischen Hauptstadt, die großen Bauführungen der Barockzeit sowie die Ringstraßenzone. Außerdem mischte sich die Welterbekomitee in den Streit zwischen der EU und Polen um die ostpolnischen Wäder von Bialowieza ein. Es forderte die polnische Regierung auf, das Abholzen Jahrhunderte alter Bäume unverzüglich einzustellen. Teile des Urwalds stehen auf der Welterbe-Liste. Neben bedrohten Welterbestätten stehen bei der Tagung in in Krakau auch die Neuzugänge auf der Tagesordnung, 35 Stätten sind in diesem Jahr nominiert, aus Deutschland die baden-württembergische Höhlen der ältesten Eiszeitkunst, der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut.

Aufkleber auf Beuys-Kunstwerk entfernt

Er hat keinen Schaden auf dem "Rudel" hinterlassen

Das Kunstwerk "Das Rudel" von Joseph Beuys in Kassel ist wieder intakt. Ein Unbekannter hatte einen Aufkleber auf der Windschutzscheibe des VW- "Bulli" angebracht, der Teil des Kunstwerks ist. Ein Restaurator entfernte den Aufkleber und die Schaumstofffläche unter dem Bild, ohne dass dabei Schaden an dem Werk entstand. Das sagte Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel und fügte hinzu, es habe eine "unbestimmte Kombination aus Malerei und Zeichnung" gezeigt. "Das Rudel" des 1986 verstorbenen Künstlers entstand im Jahr 1969. Es besteht aus einem alten VW-Bus und Schlitten, die sich scheinbar in die entgegengesetzte Richtung bewegen. "Das Rudel" steht in der Neuen Galerie, die auch ein Standort der Kunstausstellung documenta ist.

Kranichsteiner Literaturpreis für Nico Bleutge

Lyriker bekommt 20.000 Euro

Der Lyriker Nico Bleutge erhält den diesjährigen Kranichsteiner Literaturpreis. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung werde ihm für sein bisher vier Bände umfassendes Werk verliehen, teilte der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt mit. Besonders steche Bleutges neueste Sammlung "nachts leuchten die schiffe" hervor. Bleutge verstehe sich auf eine "poetische Erkundung, vornehmlich von Licht und Wasser, auf die Verwandlung poetischer Romantik ins Gebrauchsformat", begründete die Jury ihre Wahl. Bleutge wurde 1972 in München geboren und lebt in Berlin. Den Kranichsteiner Literaturpreis wird er am 17. November in Darmstadt entgegen nehmen. Der Deutsche Literaturfonds war 1980 gegründet worden, um die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu fördern.

Heute ist der Internationale Tag des Kusses

Adrenalin - Glückshormone - Bakterien

Heute ist der Internationale Tag des Kusses. Es gibt neben vielen anderen den Friedenskuss, den politischen Bruderkuss, den erotischen Kuss, den zärtlichen Elternkuss, den Handkuss, den Luftkuss und auch den Judas-Kuss. Der Kuss ist eine universale Geste, die über das Menschsein hinausgeht: Nach Ansicht des Verhaltensforschers Irenäus Eibl-Eibesfeldt hat das gegenseitige Berühren der Lippen seinen Ursprung in der Nachwuchspflege von Menschen und Tieren. Bei einem hingebungsvollen Kuss sind mehr als 30 Gesichtsmuskeln in Bewegung, haben Mediziner herausgefunden. Adrenalin und Glückshormone werden ausgeschüttet. Allerdings auch Bakterien. Küssen stärkt aber zugleich das Immunsystem und schränkt die Produktion von Stresshormonen ein. Geküsst wird rund um den Globus. Wenn auch längst nicht überall öffentlich. Die westliche Kusskultur des 20. Jahrhunderts ist stark vom Kino geprägt. Und Platon glaubte, dass sich bei einem Kuss von Mund zu Mund die Seelen berühren.

Nachwuchs-Literaten lesen wieder in Klagenfurt

Der Bachmannpreis mit seiner 41.Ausgabe

In Klagenfurt hat wieder das öffentliche Zerpflücken von Nachwuchs-Literaten beim Bachmann-Preis begonnen. Eröffnet wurde die 41. Ausgabe des Wettbewerbs mit einer engagierten, vorwurfsvollen und hochpolitischen Rede des österreichischen Schriftstellers Franzobel. Sie hatte den vielversprechenden Titel "Seelenfutter oder das süße Glück der Hirngerichteten". Am Klagenfurter Wettlesen beteiligen sich in diesem Jahr 14 Autorinnen und Autoren aus sechs Ländern. Vier stammen aus Deutschland, vier aus Österreich, drei aus der Schweiz und jeweils eine(r) aus Serbien, Italien und den USA. Das Festival ist das vermutlich wichtigste Forum der deutschsprachigen Literatur und generiert jedes Jahr jede Menge öffentliche Aufmerksamkeit - auch dadurch, dass die Lesungen im Fernsehen übertragen werden. Der Preis selbst ist mit 25.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr hatte ihn die in Berlin lebende Autorin Sharon Dodua Otoo bekommen.

Künstler protestieren mit Kunst gegen G20-Gipfel

Eine Sonderausgabe des Literaturfestivals "Lesen ohne Atomstrom"

Künstler und Aktivisten wie Auma Obama, Konstantin Wecker, Günter Wallraff, Mathieu Carrière und Samy Deluxe haben kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg eine klare Botschaft an Donald Trump und Co. gesendet. Bei einer Sonderausgabe des Literaturfestivals "Lesen ohne Atomstrom - Die erneuerbaren Lesetage" lasen sie gestern abend im kleinen Saal der Laeiszhalle aus den Werken "Empört Euch!" und "Engagiert Euch!" von Stéphane Hessel. Der französische Widerstandskämpfer und UN-Diplomat kritisierte in der Schrift von 2010 mit Vehemenz zahlreiche gegenwärtige politische Entwicklungen, insbesondere in Hinsicht auf die damalige Finanzkrise und deren Folgen, und rief zum politischen Widerstand auf. Am Ende der Veranstaltung sangen Konstantin Wecker sowie die Beginner und Samy Deluxe. "Ich will keinen Stress, ich bin Pazifist. Ich will nur, dass Donald Trump sich schnell aus meiner Stadt verpisst", hieß es in einem Statement des Rappers. Anschließend zogen die Teilnehmer friedlich zu den Messehallen, wo sich am Freitag und Samstag die Staats- und Regierungschefs der 20 Top-Wirtschaftsmächte treffen.

Great Barrier Reef kommt nicht auf Rote Liste

Entscheidung ein "großer Gewinn für Australien"

Das für seine einzigartige Unterwasserwelt berühmte Great Barrier Reef kommt vorerst nicht auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Der Aktionsplan der australischen Regierung zum Schutz des weltgrößten Korallenriffs habe das zuständige Unesco-Komitee überzeugt, sagte Australiens Umweltminister Josh Frydenberg dem Radiosender ABC. Die Entscheidung sei ein "großer Gewinn für Australien". Das Riff ist eine der größten Touristenattraktionen des Landes und damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Aktionsplan sieht verschiedene Maßnahmen vor, mit denen das Ökosystem des Great Barrier Reefs bis 2050 besser geschützt werden soll. Seit 2016 sind auf einer Fläche von Hunderten Quadratkilometern unzählige Korallen vor Australiens Nordostküste wegen extrem warmer Temperaturen abgestorben. Das Great Barrier Reef ist seit 1981 offizielles Weltnaturerbe der Unesco. Die UN-Behörde hatte in den vergangenen Jahren immer wieder damit gedroht, das Riff auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen, da sich die australische Regierung nicht ausreichend um den Schutz bemühe.

Muti dirigiert iranisches Symphonieorchester

Das erste Konzert von zweien findet am 6. Juli in Teheran statt

Der italienische Stardirigent Riccardo wird in Teheran im Rahmen des Ravenna Festivals und zum 20. Jahrestag des Projekts "The Roads of Friendship" - Wege zur Freundschaft" ein gemeinsames Konzert mit Musikern des iranischen Sinfonieorchesters geben. Der Auftritt am 6. Juli. Am 8. Juli spielen die iranischen und italienischen Musiker ein weiteres Konzert im norditalienischen Ravenna. Das berichtet die Nachrichtenagenur "Mehr". Der Iran versucht seit Jahren seine politischen Differenzen mit dem Westen über Kulturveranstaltungen auszugleichen. 2015 plante Daniel Barenboim mit der Berliner Staatskapelle ein ähnliches Konzert in Teheran. Wegen der israelischen Wurzeln Barenboims scheiterte das Projekt aber. Iran und Israel sind seit fast 40 Jahren politische Feinde.

Daniil Granin mit 98 Jahren gestorben

Der russische Schriftsteller debütierte 1949

"Mit seinem Tod verlässt uns eine ganze Epoche. Die Epoche der Klassiker". Die Reaktion des russischen Kulturministers Wladimir Medinski, nachdem Daniil Granin in einem Krankenhaus in St. Petersburg gestorben ist. Am 1. Januar 1919 in Wolyn geboren, war Granin zunächst einer der Autoren des "Blockadebuches" mit Erinnerungen an die Belagerung von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In Erzählungen wie "Die eigene Meinung" kritisierte er als Mitglied der KPdSU die Politik am Beispiel des sowjetischen Beamtentums. Früh in der DDR gelesen, fanden seine Bücher nach dem Fall der Mauer auch im Westen ein größeres Publikum. 2011 veröffentlichte er den Roman "Mein Leutnant", in dem er beschreibt, wie er als junger Mann nur mit einem Moltowcocktail bewaffnet in den Kampf zog. Das Buch erschien 2015 mit einem Vorwort von Helmut Schmidt in Deutschland. 2014 hatte Granin mit einer Rede im Bundestag an die Schrecken des Krieges erinnert.

"Google Maps" und "-Earth" zeigen indigene Gebiete

Beitrag zum Erhalt indigener Kultur

Der US-Internetkonzern Google wird Medienberichten zufolge auf seinen digitalen Landkarten "Google Maps" und "Google Earth" künftig die indigenen Gebiete in Brasilien anzeigen. Der Konzern kündigte an, dafür mit der brasilianischen staatlichen Indigenenbehörde Funai zusammenarbeiten zu wollen. Rund 500.000 Indigene leben in ganz Brasilien in knapp 500 Schutzgebieten. Die Initiative sei ein Beitrag zur Erhaltung der indigenen Kultur in den Gebieten, außerdem wolle man die Verwaltung der teils riesigen Gebiete erleichtern und zeigen, wie die indigenen Völker zum Erhalt der Natur beitragen. So werde mit den neuen Karten klar, dass die indigenen Gebiete die am besten erhaltenen Waldflächen darstellen. Oft sind sie grüne Inseln in einem Meer der Abholzung und Zerstörung. Kritiker glauben, dass die Regierung von Staatschef Michel Temer absichtlich den Schutz der Indigenengebiete lockert, um so das Vordringen des Agro-Business, also von wirtschaftlichen Aktivitäten rund um die Landwirtschaft, zu erleichtern.

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