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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.12.2010

"Last Night"

Unterhaltsamer Beziehungsfilm von Massy Tadjedin

Von Hans-Ulrich Pönack

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In "Last Night" gerät ein junges und glückliches Ehepaar in emotionale Unruhe, weil die Versuchungen außerhalb ihrer Beziehung einfach zu groß sind. Die Drehbuchautorin Massy Tadjedin gibt ihr Debüt als Regisseurin mit guter Erwachsenenunterhaltung.

"Last Night" von Massy Tadjedin (B+R; USA/Fr 2010; 90 Minuten); das ist der Debütfilm einer in Kalifornien aufgewachsenen iranischstämmigen Drehbuch-Autorin. Hochkarätig besetzt und als "Beziehungskammerspiel" auf niveauvoller Unterhaltungsbasis entwickelt. Weg von den herkömmlichen filmischen "Beziehungskisten" mit Akrobatik-Puff. Männlein und Weiblein haben sich also gefunden. Fanden sich anziehend, haben sich zusammengerauft, haben sich das Versprechen für ewige Treue gegeben, also geheiratet. Soweit so gut.

Nun ist es aber so, dass es außer ihnen noch viele weitere interessante wie attraktive Erdenbewohner gibt. Sozusagen Verlockungsangebote zuhauf. Die tagtäglich umherpirschen, locken, für emotionale Unruhe sorgen.

Das junge Ehepaar-Glück Joanna (Keira Knightley, "Abbitte") und Michael (Sam Worthington, "Avatar"). Man liebt sich, versichert sich dies auch immer wieder. Der ewige Bund, seit drei Jahren existiert er. Als er mit der (außerordentlich) attraktiven Kollegin Laura (Eva Mendes) auf Geschäftsreise düst, läuft ihr wacher femininer Instinkt eifersüchtig Amok. Zugleich trifft sie zufällig ihren französischen Ex-Lover Alex (Guillaume Canet, "Zusammen ist man weniger allein") wieder, der ihr erneut auffällige Avancen macht. Währenddessen hat sich fernab Michael den eindeutigen Angeboten von Single Laura nach Feierabend zu stellen. Die Gefühlsk(r)ämpfe können beginnen. Sensibel wie vehement. Prickelnd wie verlockend. Reizvoll wie spannend.

Die Autoren-Regisseurin Massy Tadjedin breitet knisternde Gefühlsspannung aus. Lässt ihre Protagonisten porentief denken wie intelligent argumentieren. Kein 08/15-Gewäsch, sondern pointierte Wortduelle mit weiblichem Woody-Allen-Charme (die Schnitt-Chefin hier ist Susan E. Morse und arbeitet in dieser Funktion auch seit zwei Jahrzehnten mit Woody Allen zusammen). Sowie einer atmosphärischen, angenehm "behutsamen" Musikalität (von Clint Mansell) und überzeugendem, exzellentem Personal. Wobei die Vorzeige-Modell-Attraktion Eva Mendes (zuletzt in "Die etwas anderen Cops" als Ehefrau von "Trottel" Will Ferrell) nicht nur über ihren Körper verführt, sondern auch mit Wortwitz und Schlagfertigkeit brilliert.

"Last Night" ist gutes erwachsenes Unterhaltungskino.

USA / Frankreich 2010, Regie: Massy Tadjedin, Darsteller: Keira Knightley, Eva Mendes, Sam Worthington, Guillaume Canet, Griffin Dunne, Anson Mount, Scott Adsit, ohne Altersbeschränkung, 90 Minuten

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