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Freitag, 15.12.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 23. Juli 2017

Lasker-Schüler-Preis an Flüchtlinge

"Erschütternde Schicksalsbeschreibungen"

Der Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis 2018 geht an das Berliner "ThePoetryProject" in Berlin. Sechs junge afghanische Flüchtlinge verarbeiten darin lyrisch ihre Todesängste, Sehnsüchte und Fremdheit, wie die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft am Sonntag in Wuppertal mitteilte. Es seien erschütternde, erstaunlich reife lyrische Schicksalsbeschreibungen dieser geschundenen Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die die Geschichte ihrer Flucht dokumentieren. "Das sind fernab von einem pubertierenden Gehabe Erkenntnisse von Menschen, die ihrer Kindheit und Teenager-Jahre brutal beraubt wurden. Und übergangslos als Erwachsene vor einem stehen in einem neuen, für sie fremden Land", urteilte die Jury. Die Preisverleihung des mit 3.000 Euro dotierten Preises findet im kommenden Frühjahr in Wuppertal-Elberfeld statt, der Geburtsstadt der Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945). Der Preis wurde bisher an Thomas Kling (1994), Friederike Mayröcker (1996) und Safiye Can (2016) vergeben.

Gothaer Tafelaltar wird gezeigt

Einzigartige Bilderbibel

Die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha präsentiert ab Ende Juli den um 1540 geschaffenen Gothaer Tafelaltar. Das Kunstwerk aus rund 160 Bildtafeln mit unzähligen fein gearbeiteten Figuren gelte als bildreichstes Kunstwerk der Reformationszeit, teilte die Stiftung mit. Der aufwendig restaurierte Altar werde nach Abschluss der Arbeiten erstmals wieder in Deutschland gezeigt. Das Kunstwerk, auf dem auch Teufelsgestalten in Mönchskutten und Heilige ohne Heiligenschein dargestellt sind, spiegele als einzigartige Bilderbibel die konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit vor 500 Jahren wieder, hieß es. Die Ausstellung wird am 29. Juli eröffnet und ist bis zum 5. November im Herzoglichen Museum Gotha zu sehen.

Prozess gegen "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Zwölf der Angeklagten in Untersuchungshaft

An diesem Montag beginnt der Prozess gegen 17 Mitarbeiter der türkischen Zeitung "Cumhuriyet". Ihnen wird Unterstützung von Terrororganisationen wie der kurdischen Arbeiterpartei PKK, der Gülen-Bewegung (Fetö), die die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht, oder der linksextremen DHKP-C vorgeworfen. Zwölf der Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft - unter anderem Journalisten, Anwälte, ein Karikaturist und der Herausgeber. In der Anklageschrift wird Ex-"Cumhuriyet"-Chefredakteur Dündar - der inzwischen im Exil in Deutschland lebt - unter anderem beschuldigt, die Blattlinie geändert zu haben. Die Zeitung habe unter seiner Führung die "Terrororganisationen" PKK, die Gülen-Bewegung und die DHKP-C verteidigt, heißt es. Als Indizien werden unter anderem Artikel angeführt. Etwa ein Bericht aus dem Jahr 2015, in dem die "Cumhuriyet" geheime Informationen veröffentlichte, die Waffenlieferungen der Regierung an Rebellen in Syrien belegen sollen. Die Zeitung nennt die Vorwürfe "absurd".

Bonner Münster für zwei Jahre geschlossen

Statische Probleme, Risse, Feuchtigkeit und veraltete Technik

Das Bonner Münster, eines der ältesten Baudenkmäler der Bundesstadt, ist nach einem feierlichen Gottesdienst für mindestens zwei Jahre wegen einer anstehenden Generalsanierung geschlossen worden. Statische Probleme, Risse, Feuchtigkeit und veraltete Technik machen nach Angaben des Erzbistums Köln eine umfassende Renovierung der fast 1.000 Jahre alten Basilika notwendig. Den Großteil der Kosten von rund 22,2 Millionen Euro trägt das Erzbistum. Nach dem Gottesdienst zog eine Prozession mit den Reliquiaren der Stadtpatrone Cassius und Florentius sowie mit dem Schrein der Heiligen Helena nach Sankt Remigius. Dort und in der evangelischen Schlosskirche werden künftig die Gottesdienste stattfinden. Die Münsterbasilika wurde im 11. Jahrhundert als romanische Stiftskirche Sankt Cassius und Florentius des damaligen Cassius-Stiftes erbaut. Nach dessen Säkularisation im 19. Jahrhunderts kam das Münster in den Besitz der Pfarrei Sankt Martin. Der WDR hat 360-Grad-Aufnahmen erstellt, die eine digitale Besichtigung während der Schließungszeit ermöglichen.

BBC-Frauen: gleiches Geld für gleiche Arbeit

Journalistinnen verlangen sofortige Gleichbehandlung

Einige der bekanntesten weiblichen Stars der BBC fordern in einem offenen Brief, die Gehälter der Mitarbeiterinnen an die der Mitarbeiter anzupassen, darunter die Moderatorinnen Clare Balding, Victoria Derbyshire und Emily Maitlis. In dem Brief drängen sie BBC-Generaldirektor Tony Hall, die Missstände jetzt zu beseitigen und nicht, wie vorgeschlagen, erst im Jahr 2020. Die BBC hatte vor wenigen Tagen die Gehälter ihres Spitzenpersonals veröffentlicht. Dabei zeigte sich, dass die bekanntesten Männer bei Radio und Fernsehen erheblich mehr Geld bekommen als die wichtigsten Mitarbeiterinnen. Die bestbezahlte Frau bekommt demnach nur ein Viertel dessen überwiesen, was der Spitzenverdiener der BBC einstreicht. Balding erinnerte daran, dass das Gesetz zur gleichen Entlohnung von Frauen und Männern in Großbritannien schon 1970 beschlossen wurde.

Affleck will weiter Batman spielen

"Coolste Rolle im ganzen Universum"

US-Schauspieler Ben Affleck will weiter die Batman-Rolle spielen und hat Berichte von einem möglicherweise bevorstehendem Abschied zurückgewiesen. "Batman ist die coolste (...) Rolle im ganzen Universum (...). Sie ist unglaublich. (...). Ich bin so begeistert, sie spielen zu können", sagte er laut Angaben von CNN am Samstag vor 6000 Fans auf der Messe Comic-Con in San Diego. Er sei der glücklichste Kerl auf der Welt. Zuvor hatte der "Hollywood Reporter" eine Geschichte veröffentlicht, nach der die Zukunft des Schauspielers in der Rolle mit dem Fledermauskostüm infrage gestellt worden war. Affleck war als Regisseur für den Film "The Batman" im Januar zurückgetreten. Er hatte den Schritt damit begründet, nicht beide Jobs gleichzeitig machen zu können. Später war dann Matt Reeves, dessen neuer Film "Planet der Affen" bald in die Kinos kommt, als sein Nachfolger benannt worden.

Till Brönner: Lippen des Trompeters versichert

Höher als sein Instrument

Die Lippen des Startrompeters Till Brönner sind höher versichert als sein Instrument. Das sagte der Musiker der "B.Z.". "Aber es ist der hilflose Versuch, sich überhaupt gegen etwas zu versichern", fügte Brönner hinzu. Er hoffe, er werde auch noch spielen können, wenn er alt sei. Auf die Frage, ob er Angst vor Lippenverletzungen habe, sagte der Jazz-Musiker: "Ich passe auf. Zum Beispiel beim Essen, dass ich mir nicht die Lippen verbrenne." Brönner lebt in Berlin und Los Angeles. In Berlin möchte der 46-Jährige ein "House of Jazz" schaffen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte dafür Ende vergangenen Jahres überraschend 12,5 Millionen Euro. Berlins Kultursenator Klaus Lederer kündigte allerdings an, sich für eine Umwidmung der Mittel und ein "Haus der Basiskultur" einzusetzen.

Gedenken an Loveparade-Unglück

Lichternacht und öffentliche Gedenkfeier

Mit einer "Nacht der 1000 Lichter" wird am Abend in Duisburg der Opfer des Loveparade-Unglücks vor sieben Jahren gedacht. Das Gedenken findet am Vorabend des Jahrestages in dem Straßentunnel statt, der damals zum Veranstaltungsgelände führte. Ein Saxophonspieler begleitet die Nacht musikalisch. Morgen gibt es um 17 Uhr eine Gedenkfeier an der Unglücksstelle. Diese Feier ist erstmals öffentlich. Nach Musik und Worten des Gedenkens erklingen 21 Glockenschläge. Ein weiterer Glockenschlag soll an das Leid der verletzten und traumatisierten Opfer erinnern. Am 24. Juli 2010 waren an einer Engstelle im Zugangsbereich des Technofestivals 21 Menschen erdrückt worden. Mindestens 652 wurden verletzt.

Berliner Staatsoper bekommt erste Stühle

Nach ergonomischen Erkenntnissen neu entworfen

Der Wiedereinzug der Berliner Staatsoper in ihr historisches Haus Unter den Linden nimmt weiter Gestalt an. Nach Freigabe der Fassade werden an diesem Mittwoch die ersten Stühle im Zuhörersaal montiert. In den kommenden Wochen sollen insgesamt 1356 Sessel eingebaut werden, wie die Staatsoper mitteilte. Die Bestuhlung sei nach ergonomischen Erkenntnissen neu entworfen worden. Die Staatsoper Unter den Linden soll nach siebenjähriger Renovierung am 3. Oktober wieder für das Publikum öffnen. In den kommenden Wochen ziehen nun Musiker, Verwaltung und Technik in ihr Stammhaus ein. Die Rückkehr hatte sich wegen Pannen, Unstimmigkeiten und Überraschungen bei der Renovierung um vier Jahre verzögert.

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Fazit

Kunsthalle MannheimEin neues Haus für die Kunst
Besucher betrachten am 15.07.2017 in Mannheim durch ein Panoramafenster des Neubaus der Kunsthalle den Mannheimer Wasserturm.  (dpa / picture-alliance / Uwe Anspach)

Es gibt sie noch, die Großprojekte, die wie geplant zum Abschluss kommen. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Kunsthalle Mannheim fertig gestellt. Mehr als 50 der 68 Millionen Euro Baukosten wurden gespendet. Die Architektur wurde von Künstlern beeinflusst.Mehr

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