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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 06.10.2012

Lang lebe die Lyrik! Über Sinn und Unsinn der Poesie

Gast: Der Verleger, Schriftsteller und Lyriker Michael Krüger

Moderation: Gisela Steinhauer

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Der Verleger Michael Krüger (picture alliance / dpa / Martin Schutt)
Der Verleger Michael Krüger (picture alliance / dpa / Martin Schutt)

Sind Gedichte altmodisch oder zeitlos schön? Warum sollten wir heute noch Lyrik lesen? Darüber sprechen wir mit Michael Krüger, dem langjährigen Verleger des Hanser-Verlags. Sein Motto lautet "Kein Tag ohne Gedicht".

Könnten Sie gar aus dem Stand einen Vers von Heine oder Morgenstern zitieren?
Lyrik war immer schon Nischen-Ware, viele Verlage machen lieber einen Bogen um sie, andere können sie sich nur aus Liebhaberei leisten und durch die "Querfinanzierung" durch Prosa-Bestseller. Dennoch gilt die Lyrik vielen als Königsdisziplin, im Internet wächst die Gemeinde der Lyrik-Liebhaber und der Poesie-Portale. Und wer heute noch Gedichte rezitieren kann, sorgt für Bewunderung.

Sind Gedichte altmodisch oder zeitlos schön? Warum sollten wir heute noch Gedichte lesen?

"Kein Tag ohne Gedicht!" So lautet das Motto von Michael Krüger. Gegen die hektische Welt der neuen Medien und der sich überbietenden Bestsellerlisten setzt der langjährige Verleger des Hanser-Verlages nicht nur seine eigenen Gedichte. Für den Schriftsteller, der auch mit seinen Romanen Erfolge feierte, ist die Lyrik "vornehmste Literatur" und "intellektuelle Herausforderung".

Der umtriebige Literat möchte den Menschen die Schwellenangst vor der Lyrik nehmen: "Viele Leute, wenn man das beobachtet in der Bahn oder im Flugzeug, sitzen und lesen dicke, unerträglich langweilige, sich wiederholende, furchtbare Kriminalromane und anderen Schrott, während sie in einem Gedicht von Paul Celan oder Hans Magnus Enzensberger oder Rühmkorf einen viel leichteren Zugang zur Welt haben könnten."

Der 68-Jährige sieht "Literatur als Lebensmittel" – so lautet auch der Titel eines seiner Bücher, sein Instinkt für zukünftige Bestseller und auch Nobelpreisträger ist legendär. Kein deutscher Verlag hat so viele aktuelle Literaturnobelpreisträger unter Vertrag wie Hanser – derzeit 14. Darunter auch der letztjährige Preisträger, der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer, mit dem Michael Krüger seit Langem befreundet ist.

Seine Überzeugung:"Die Welt sähe ganz anders aus, wenn die Menschen, bevor sie ihren Tag beginnen, ein Gedicht läsen."

Michael Krüger ist heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr zu Gast bei Gisela Steinhauer. Er wird eigene Gedichte lesen, aber auch Verse anderer Lyriker – und er freut sich darauf, mit den Hörerinnen und Hörern zu diskutieren.

Beteiligen können Sie sich unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.

Im Gespräch

Nino Haratischwili"Heimat ist immer etwas Ambivalentes"
Die Autorin Nino Haratischwili (imago stock&people)

Nino Haratischwili ist 34 Jahre alt und bereits eine sehr erfolgreiche Theaterautorin, Regisseurin und Schriftstellerin. Im Gespräch erzählt sie über die Geschichten ihrer Kindheit, ihr Regiestudium - und warum sie trotz ihrer georgischen Muttersprache auf Deutsch schreibt.Mehr

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