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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. August 2017

Kulturstaatsministerin zeichnet Buchhandlungen aus

Kulturgut Buch - keine bloße Handelsware

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat 117 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Die drei ersten Preise, die mit je 25.000 Euro dotiert sind, gehen an die Buchhandlung "die schatulle lies - weise" bei Bremen, die Kinderbuchhandlung "Findus" in Tharandt in Sachsen sowie die "M. Lengfeld'sche Buchhandlung" in Köln. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro vergeben. Der Deutsche Buchhandlungspreis soll dazu beitragen, Online-Kunden in die Buchläden zurückzuholen, sagte Grütters bei der Vergabe im Schloss Herrenhausen: "Wir wenden uns gegen die Degradierung eines Kulturguts zur bloßen Handelsware, gegen die Bewirtschaftung einer geistigen Monokultur, in der nur noch das überlebt, was hohe Verkaufszahlen hat." Dafür seien neben der Buchpreisbindung die Buchläden "um die Ecke" mit ihren engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern nötig. Buchhandlungen aus Braunschweig, Dresden, Düsseldorf, Stralsund und Schmalkalden wurden mit einer Prämie von 15.000 Euro ausgezeichnet. Preise in Höhe von 7.000 Euro gingen an hundert weitere Buchhandlungen in ganz Deutschland. Alle Preisträger dürfen ein Gütesiegel tragen. Ein Sonderpreis für langjährige Verdienste um den deutschen Buchhandel ging an die älteste Buchhändlerin Deutschlands, Helga Weyhe (94) aus Salzwedel.

Uni Hildesheim wird zum "sicheren Hafen"

Andere Universitäten sollten dem Beispiel folgen

Die Universität Hildesheim wird zum sicheren Hafen für verfolgte Schriftsteller und Künstler. Neben der Einstellung des in der Türkei geschassten Philosophiedozenten Mesut Keskin wird man im kommenden Jahr außerdem eine Künstlerresidenz einrichten, um einem verfolgten Künstler einen temporären Zufluchtsort zu bieten. Das Institut für Kulturpolitik der Uni Hildesheim möchte damit einen Stein ins Rollen bringen. Es gebe mehr als 400 Hochschulen in Deutschland, die alle zu sicheren Häfen für Künstler und Wissenschaftler in Not werden könnten.

dpa-Reporterin Kristina Dunz ausgezeichnet

Der Preis der Bundespressekonferenz wird im November überreicht

Den diesjährigen Preis der Bundespressekonferenz erhält Kristina Dunz, die Kanzleramts-Korrespondentin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie erhalte den Preis nicht nur für ihre kritischen Fragen in Washington, ihre journalistisch sorgfältige Arbeit in Berlin und im Alltag der Bundespresskonferenz, sondern auch als Zeichen der Solidarität mit den vielen Journalisten in Ländern, in denen Politiker Journalisten ausgrenzten, ausschalteten und diffamierten. "Kristina Dunz hat im März im Weißen Haus in Washington ein weltweites Publikum auf die Vorzüge des Prinzips der Bundespressekonferenz aufmerksam gemacht, wonach nicht Politiker bestimmen, wer sie befragen darf, sondern die Journalisten das selbst entscheiden", sagte der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, zur Begründung. Die Auszeichnung wird am 24. November 2017 im Rahmen des 66.Bundespresseballs in Berlin überreicht. Kristina Dunz arbeitet seit 26 Jahren für die Nachrichtenagentur dpa. Seit 2000 im Bundeskorrespondenten-Team in Berlin. Über das Kanzleramt und die Union berichtet sie seit 2009.

Kugelkaryatide N.Y an 9/11-Gedenkort aufgestellt

Skulptur von Fritz Koenig konnte früher umgesiedelt werden, als geplant

Die weltberühmte Plastik "Kugelkaryatide N.Y." des Landshuter Bildhauers Fritz Koenig ist in New York im Liberty Park unweit der 9/11-Gedenkstätte aufgestellt worden. Das monumentale Kunstwerk stand einst zwischen den Wolkenkratzern des World Trade Centers. Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 wurde die Skulptur weitgehend unbeschädigt aus den Trümmern geborgen. Ein Jahr später wurde sie im nahe gelegenen Battery Park als Mahnmal aufgestellt und sollte dort an die Opfer des Anschlages erinnern.Statt - wie ursprünglich geplant - erst 2018 umzuziehen sei sie schon in diesem Jahr umplatziert worden - rechtzeitig vor dem Jahrestag in der kommenden Woche. Fritz Koenig war im Februar in Altdorf bei Landshut im Alter von 92 Jahren gestorben. Er galt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit. Seine Kunst findet sich im Park von Schloss Bellevue in Berlin oder vor der deutschen Botschaft in Madrid. Nach dem Olympia-Terroranschlag von 1972 fertigte er einen Granit-Klagebalken für das Münchner Olympiagelände.

Künstler ehren Uwe Timm und Burkhart Klaußner

Im Reigen großer Namen

Die Freie Akademie der Künste in Hamburg ehrt den Schriftsteller Uwe Timm für das Jahr 2016 und den Schauspieler Burghart Klaußner für das Jahr 2017 mit der Ehrenplakette. Der undotierte Preis ist die höchste Auszeichnung der Künstlerverinigung. Die Ehrenplakette wird jährlich an Mitglieder der Akademie vergeben, die sich durch ihr künstlerisches Wirken in außerordentlicher Weise ausgezeichnet haben. Zu den früheren Preisträgern gehören Thomas Mann, Siegfried Lenz, Günter Grass und Christa Wolf. Überreicht werden die Plaketten am 9. Oktober in der Akademie.

Filmregisseur Egon Günther ist tot

Er wurde 90 Jahre alt

Der Filmregisseur und Schriftsteller Egon Günther ist tot. Er starb heute in Potsdam nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren, wie der Aufbau Verlag unter Berufung auf die Familie mitteilte. Günther wurde in Schneeberg im Erzgebirge geboren und mit Verfilmungen wie "Lotte in Weimar" oder "Der Dritte" bekannt. Zu seinen wichtigsten Romanen gehören „Die Reitschule und „Der Pirat. Egon Günther wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen geehrt,  zuletzt erhielt er die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt. Nach Auseinandersetzungen mit der DDR-Führung arbeitete er ab Ende der 1970er Jahre im Westen.

Anklage wegen Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Vorwurf lautet auf fahrlässiger Tötung und Baugefährdung

Im Fall des eingestürzten Kölner Stadtarchivs müssen sich sechs Angeklagte demnächst vor Gericht verantworten. Das Landgericht Köln habe die Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung in vollem Umfang zugelassen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Demnach könnte der Mammutprozess im Januar 2018 beginnen. Das Historische Archiv war 3. März 2009 eingestürzt. Zwei Anwohner kamen ums Leben, der Sachschaden belief sich auf mehr als eine Milliarde Euro. Schon bald wurde vermutet, dass unterirdische Bauarbeiten für eine U-Bahn das Unglück ausgelöst haben könnten. Im Mai dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sieben Personen erhoben, die an dem U-Bahn-Bau beteiligt waren. Einer der Beschuldigten ist inzwischen gestorben.

Umstrittenes Müll-Haus von HA Schult in Köln

"Save The World Hotel" gegen Vermüllung der Welt

Das Müll-Haus des Aktionskünstlers HA Schult steht jetzt am Rheinufer in Köln. Mit dem "Save The World Hotel" möchte der 78-jährige auf die Vermüllung der Welt aufmerksam machen. Für das Projekt hat HA Schult die Außenwände eines Holzhauses mit Müll verkleidet, den freiwillige Helfer an europäischen Stränden eingesammelt hatten - Plastikflaschen, Lumpen, Zeitungen, aber auch ein alter Roller oder kaputte Stofftiere. Zuvor hatte das Haus bereits in Rom und Madrid gestanden. In Köln ist das Projekt umstritten. Der Kunstbeirat der Stadt hatte das Müll-Haus, das nun auf der rechten Rheinseite an prominenter Stelle schräg gegenüber vom Kölner Dom steht, einstimmig abgelehnt. Die Aktion sei eine "kampagnenartige Illustration recht einfacher Gedanken" und könne einen "Rückschlag für das Ansehen der Stadt bedeuten". Die Bezirksvertretung Innenstadt sah das anders und genehmigte die Aufstellung: "Es ist ein super Projekt für die Stadt Köln", sagte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne). Das "Save The World Hotel", das einem Obdachlosen-Projekt gewidmet ist, kann bis zum 17. September in Köln besichtigt werden.

Gaensheimer übernimmt Kunstsammlungen NRW

Neue Direktorin - neue Akzente

Mit Frauenpower, Performance und internationaler Kunst setzt Susanne Gaensheimer zu ihrem Amtsantritt neue Akzente in der Kunstsammlung NRW.
Die erste Ausstellung unter Gaensheimers Ägide wird ab Dezember eine große Retrospektive der 102 Jahre alten kubanisch-amerikanischen Künstlerin Carmen Herrera sein. Die 1915 geborene Herrera zählt zu den Pionierinnen des abstrakten Expressionismus in Amerika, wurde aber ähnlich wie Agnes Martin und andere Frauen in der Kunst lange Zeit kaum wahrgenommen. Flankiert wird die Herrera-Schau durch Performances des Kollektivs der zypriotischen Künstlerin Maria Hassabi, die auf der laufenden documenta 14 in Kassel Aufsehen erregt hat. Damit öffnet sich die Kunstsammlung einer neuen Kunst, die Gattungsgrenzen sprengt. Die vom Museum für Moderne Kunst in Frankfurt gewechselte Gaensheimer tritt heute offiziell ihr neues Amt in Düsseldorf an.

Besucheranstieg bei Kinder- und Jugendtheatern

Große Nachfrage bei Rahmenprogrammen

Die öffentlich getragenen Kinder- und Jugendtheater erleben wachsenden Zuspruch. In der Spielzeit 2015/2016 besuchten fast drei Millionen junge Zuschauer die rund 14.400 Vorstellungen bundesweit, wie der Deutsche Bühnenverein in Köln mitteilte. Das seien fast fünf Prozent mehr gewesen als in der Saison zuvor. Die Gesamtbesucherzahl der öffentlich getragenen Theater und Orchester sei mit rund 21 Millionen Zuschauern stabil geblieben, hieß es bei der Vorstellung der jährlichen Theaterstatistik. Um fast 10 Prozent deutlich angewachsen ist das "theaternahe Rahmenprogramm" mit Vermittlungsveranstaltungen, Stück-Einführungen und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen. Mit diesem Engagement würden die Theater ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht, erklärte der Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne.

Berliner Volksbühne ist Theater des Jahres

Theaterkritiker kommen zu besonders eindeutigem Ergebnis

Die Berliner Volksbühne ist zum Theater des Jahres gewählt worden. Frank Castorf und sein Team kamen im jährlichen Bühnenranking der deutschsprachigen Theaterkritiker auf Platz eins, wie die Fachzeitschrift "Theater heute" mitteilte. Castorf hat seine Intendanz an der Volksbühne mit der abgelaufenen Spielzeit nach 25 Jahren beendet. Sein Nachfolger ist der umstrittene belgische Museumsexperte Chris Dercon. Diesen Wechsel macht Franz Wille, Redakteur von Theater heute für dieses klare Ergebnis mitverantwortlich, fast die Hälfte der Theaterkritiker hatte für die Berliner Bühne gestimmt. Zur Schauspielerin des Jahres wurde Valery Tscheplanowa gekürt, die in Castorfs letzter großer Volksbühnen-Inszenierung "Faust" mitspielte. Schauspieler des Jahres ist Joachim Meyerhoff. Er erhält die Auszeichnung für seine Rolle in "Die Welt im Rücken" nach Thomas Melles gleichnamigem Roman am Wiener Akademietheater.

Jamie Foxx plant Spendenaktion für Flutopfer

Katastrophenhilfe von Schauspielern und Musikern

Mehrere US-Stars organisieren für die Opfer der Flutkatastrophe in Texas einen Spendenmarathon. Der aus Texas stammende Oscar-Preisträger Jamie Foxx kündigte in einer Videobotschaft auf Instagram an, dass am 12. September eine große Fernseh-Spendengala geplant sei. Er habe einer Hilfsorganisation bereits 25 000 Dollar zukommen lassen. Zahlreiche Künstler haben in den letzten Tagen ihre Hilfsbereitschaft bekundet, darunter die Schauspieler Sandra Bullock, Kevin Hart, Amy Schumer und die Sängerin Beyoncé. Bullock, die selbst ein Haus in Texas hat, wollte eine Million Dollar spenden.

Schriftsteller schicken Flaschenpost

Zu den ersten vier Autoren gehört Dogan Akhanli, der in Madrid festsitzt

"Flaschenpost" heißt das literarische Projekt, das die drei Zeitungen "Berliner Zeitung", "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Frankfurter Rundschau" am Samstag starten. Dabei sollen Schriftsteller kurze literarische Botschaften verfassen und an ihrem Wohn- oder Arbeitsort als Flaschenpost auf die Reise schicken. Die Texte sind dann auch in den drei Zeitungen zu lesen, wie die DuMont Mediengruppe mitteilte. Zu den ersten vier "Flaschenpost"-Autoren gehört der Kölner Dogan Akhanli, der seit dem 19. August in Madrid festsitzt. Der türkischstämmige Deutsche darf wegen eines türkischen Haftbefehls und Auslieferungsgesuchs Spanien nicht verlassen. "Ich sehe meine Flaschenpost (...) als Symbol für die Freiheit der Gedanken und des Wortes, die an so vielen Orten der Welt bedroht, missbraucht und beschnitten wird," so Akhanli. Weitere Texte schreiben unter anderem Can Dündar, Elisabeth Herrmann, Magnusson, Tilman Röhrig, Frank Schätzing und Ilja Trojanow.

Lenin-Statue soll 2019 nach Potsdam zurückkehren

Potsdam-Museum bekommt neue Dauerleihgabe

13 Jahren stand die denkmalgeschützte Lenin-Statue in einem Garten in Niedersachsen - 2019 soll sie wieder nach Potsdam zurückkehren. Das Denkmal stand in der DDR vor dem Potsdamer "Haus der Offiziere" der Roten Armee. Nun soll es in einer Ausstellung zum 25. Jahrestag des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte im Potsdam-Museum gezeigt werden. Der Eigentümer Dirk Onnen will die Bronzestatue des russischen Revolutionsführers und späteren Regierungschefs der Sowjetunion dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen. Die Lenin-Statue wurde 1961 in Potsdam aufgestellt und steht seit 1987 unter Denkmalschutz. 2004 verschwand sie von ihrem Standort, der damals vom neuen Eigentümer Onnen mit Wohnungen bebaut wurde. Der Projektentwickler hatte sie ohne Rücksprache mit der Denkmalpflege entfernt. Die Potsdamer CDU versucht seit längerem, die Lenin-Statue von der Denkmalliste streichen zu lassen. Die linksalternative Fraktion "Die Andere" will die Statue wieder an ihrem früheren Ort oder einem anderen öffentlichen Standort aufstellen lassen, ist aber bislang ebenfalls mit ihren Anträgen gescheitert.

Literaturarchiv Marbach bekommt Direktorin

Sandra Richter soll auf Ulrich Raulff folgen, meldet die "Südwest Presse"

Zum ersten Mal wird eine Frau das Deutsche Literaturarchiv in Marbach leiten. Es ist die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter. Die 43-jährige soll das Amt der Direktorin im kommenden Jahr antreten. Nach Angaben der Zeitung muss die Entscheidung der Findungskommission im Oktober noch durch das Kuratorium des DLA bestätigt werden. Sandra Richter ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart.

Filmfest in Venedig eröffnet

21 Filme konkurrieren um den Goldenen Löwen

Mit der Science-Fiction-Satire "Downsizing" hat die 74. Ausgabe des ältesten Filmfestivals der Welt begonnen. Neben diesem Wettbewerbsfilm des zweifachen Oscarpreisträgers Alexander Payne, konkurrieren unter anderem Filme von George Clooney, Darren Aronofsky, Guillermo del Toro, Andrew Haigh und Ai Weiwei um einen Goldenen Löwen. Einen deutschen Wettbewerbsbeitrag gibt es in diesem Jahr nicht. Am 9. September wird die Jury unter Vorsitz der US-Schauspielerin Annette Bening die Preise vergeben. Ausgezeichnet für ihr Lebenswerk werden Jane Fonda und Robert Redford.

Unvollendete Romane von Terry Pratchett vernichtet

Damit ist der letzte Wunsch des Fantasy-Autors erfüllt

2015 ist der britische Schriftsteller gestorben. Zehn Romane, die er nicht zuende geschrieben hat, lagen in einer digitalen Schublade. Vergangene Woche wurden sie von Terry Pratchetts Computer-Festplatte gelöscht, teilte sein Nachlassverwalter Rob Wilkins mit. Zum Einsatz kam dabei eine historische Dampfwalze. Die Reste von Pratchetts Festplatte sollen von September an in einer Ausstellung über den Schriftsteller im Salisbury Museum zu sehen sein. Pratchett ("Die Farben der Magie") hatte im Laufe seiner Karriere mehr als 70 Romane veröffentlicht.

Studentenprotest gegen Gomringer-Gedicht

Alice Salomon Hochschule in Berlin reagiert auf Kritik

"...ein Mann, der auf die Straßen schaut und Blumen und Frauen bewundert". Das ist die deutsche Übersetzung einer spanischen Gedichtzeile aus "avenidas" von Eugen Gomringer. Weil er eine "klassische patriarchale Kunsttradition" reproduziere, in der Frauen ausschließlich die schönen Musen seien, wie Studierende in einem Brief befanden, wird die Fassade des Hochschulgebäudes neu gestaltet. "Wir nehmen die kritischen Stimmen der Studierenden ernst und möchten diesen Rechnung tragen", teilte Rektor Uwe Bettig mit. Die Hochschulleitung bemühe sich um den Erhalt des Gedichts, eventuell mit einem erklärenden Zusatz zur Einordnung. Er persönlich empfinde das Gedicht und die Anbringung auf der Fassade als gelungenes Kunstwerk. Gomringer hatte 2011 den Alice Salomon Poetik Preis der Hochschule erhalten. Bis Mitte Oktober können nun Vorschläge zur Neugestaltung eingereicht
werden.

Bilder von Gerhard Richter im Reichstag

Der 85-jährige übergibt den Bilder-Zyklus "Birkenau" am Montag dem Bundestag

Motive von Fotografien, die 1944 heimlich im Vernichtungslager Birkenau aufgenommen wurden, waren für den Maler Vorlage, sie in mehreren Arbeitsgängen immer wieder zu übermalen, zu verändern, diese erneut abzufotografieren und hinter Acrylglas zu versiegeln. Diese späte Arbeit von Gerhard Richter wird ab nächster Woche in der Westeingangshalle des Berliner Reichstags zu sehen sein. Der Kunstbeirat des Deutschen Bundestages hatte sich im Juni nach einem Vorschlag von Bundestagspräsident Norbert Lammert für das Werk entschieden. Richter gestaltete im Reichstag bereits eine Wand in der Eingangshalle zum Parlament mit einer schwarz-rot-goldenen Farbkomposition. "Nunmehr erinnern auf der gegenüberliegenden Wand Bilder aus Birkenau, verfremdet im Prozess der Übermalung, an die Barbarei des Holocaust", heißt es in der Mitteilung des Bundestags.

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