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Donnerstag, 26.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 12. Januar 2018

Kulturstaatsministerin soll Kudamm-Bühnen retten

Darum bitten Kulturschaffende in einem Brief

Der Liedermacher Wolf Biermann und der Dramatiker Rolf Hochhuth haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters um die Rettung der Berliner Kudamm-Bühnen gebeten. "Es darf in Deutschland nicht möglich werden, bedeutende Kultureinrichtungen abzureißen, um Einkaufsmöglichkeiten zu vermehren", heißt es in einem Brief, den der Berliner Rechtsanwalt und frühere CDU-Abgeordnete Uwe Lehmann-Brauns verfasst hat. Zu den Mitunterzeichnern gehört auch die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh. Die von dem jüdischen Architekten Oscar Kaufmann errichteten Bühnen am Kurfürstendamm sollen nach fast 100 Jahren einem Einkaufscenter weichen. Nach jahrelangem juristischen Tauziehen hatte sich die Theaterfamilie Wölffer mit dem Investor allerdings darauf verständigt, stattdessen ein neues Theater im Keller des künftigen Neubaus zu akzeptieren.

Diebe stehlen Skulptur von Kunstgießerei-Gelände

Es handelt sich um "Athene", eine Skulptur von Markus Lüpertz

Direkt vom Hinterhof einer Kunstgießerei haben unbekannte Täter eine 230 Kilogramm schwere Bronzeskulptur des Künstlers Markus Lüpertz gestohlen.
Nach Auskunft des Galeristen handelt es sich bei der abgebildeten Skulptur um "Athene", eine Bronzeskulptur, die es in mehreren Ausführungen gebe. Der Wert des Kunstwerkes könnte im sechsstelligen Bereich liegen - ein x-Faches des Materialwertes, unterstrich er.

Baguette soll Kulturerbe werden

Das wünscht sich die französische Bäckerinnung

Französischen Bäcker wollen, dass das Stangenweißbrot auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UN-Kulturorganisation Unesco kommt. Der Vorsitzende der nationalen Bäckerinnung sagte, er werde Staatspräsident Emmanuel Macron bitten, den Vorstoß zu unterstützen. Im Dezember hatte die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) bereits die "Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers" in die Liste aufgenommen. Auch deutscher Orgelbau und Orgelmusik, die Baseler Fasnacht und das niederländische Müller-Handwerk gehörten zu den 24 Neuzugängen auf der Liste.

Französische Sängerin France Gall in Paris beigesetzt

1965 gewann sie für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson

Fünf Tage nach ihrem Tod ist die französische Sängerin France Gall ("Ella, elle l'a") in Paris beigesetzt worden. An der Beerdigung auf dem Friedhof von Montmartre nahmen nur die engsten Verwandten und Freunde der Sängerin teil. Unter den Trauergästen waren die Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin, der Sänger Matthieu Chedid und der Fotograf Yann Arthus-Bertrand. Gall wurde in einem Familiengrab beigesetzt, in dem bereits ihr Mann und ihre Tochter Pauline bestattet sind. Vor den Toren des Friedhofs erwiesen auch hunderte Fans der Sängerin die letzte Ehre. Sie applaudierten, als der Trauerzug mit dem Leichenwagen und sieben Limousinen mit verdunkelten Scheiben den Friedhof erreichte. Die Fans konnten bereits zuvor in einer Trauerhalle in Nanterre bei Paris von ihr Abschied nehmen. Gall war am Sonntag vergangener Woche im Alter von 70 Jahren in Paris einem Krebsleiden erlegen.

Journalist in Aserbaidschan zu Haftstrafe verurteilt

Aserbaidschan geht systematisch gegen unabhängige Medien vor

In Aserbaidschan ist ein investigativer Journalist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach Afgan Muchtarli wegen Schmuggels, illegalen Grenzübertritts und Widerstands gegen seine Festnahme schuldig. Menschenrechtsaktivisten bezeichneten die Vorwürfe als erfunden und forderte die umgehende Freilassung des Verurteilten. Der Journalist beteuerte seine Unschuld. Sein Anwalt kündigte Berufung an. Muchtarli erklärte, er sei im Mai vor seinem Haus im benachbarten Georgien niedergeschlagen und nach Aserbaidschan gebracht worden. Seine Kidnapper hätten ihm außerdem 10 000 Euro zugesteckt. Muchtarli hatte in Aserbaidschan über Korruption berichtet und war 2015 nach Georgien geflüchtet, weil er eine Strafverfolgung wegen seiner Arbeit befürchtete. Menschenrechtsorganisationen beschreiben seinen Fall als Teil eines systematischen Vorgehens gegen Kritiker und unabhängige Medien.

Journalistin Tolu fordert mehr Druck auf Ankara

Etwa 150 Journalisten sitzen in der Türkei im Gefängnis

Die kürzlich aus türkischer Haft entlassene Journalistin Mesale Tolu hat Deutschland aufgerufen, den Druck auf die Türkei aufrecht zu halten. Die Türkei werde weiterhin durch Notstandsdekrete regiert. Auch säßen der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel und etwa 150 weitere Journalisten noch immer in der Türkei im Gefängnis, sagte Tolu. "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt." Ein Gericht hatte am 18. Dezember entschieden, Tolu aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Sie darf aber das Land nicht verlassen, ihr Prozess wird im April fortgesetzt. Den türkischen Behörden warf Tolu vor, die Untersuchungshaft zu missbrauchen, um Regierungskritiker zu bestrafen. Das türkische Verfassungsgericht entschied am Donnerstag in einem potentiell bedeutenden Urteil, dass die lange U-Haft von zwei Journalisten deren Rechte verletze. Zwei untergeordnete Gerichte weigerten sich aber zunächst, ihre Freilassung anzuordnen. Die Regierung warf dem Verfassungsgericht Kompetenzüberschreitung vor.

Nolde-Gemälde nach Lösegeld-Erpessung zurück

Nolde-Gemälde "Christus zu Emmaus" war 2014 in Dänemark gestohlen worden

Nach einer gescheiterten Lösegeld-Erpressung haben die Täter ein 2014 aus einer dänischen Kirche gestohlenes Gemälde von Emil Nolde (1867-1956) ohne Zahlung zurückgegeben. Das auf einen Wert von 1,3 Millionen Euro geschätzte Bild "Christus zu Emmaus" sei bereits am 22. Dezember in Gegenwart einer Mitarbeiterin der Nolde Stiftung Seebüll an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die Flensburger Polizei am Freitag mit. Vorausgegangen waren umfassende Ermittlungen. Im März 2014 war das Gemälde aus der Kirche in Ølstrup bei Ringkøbing entwendet worden.

Union und SPD wollen mehr Kultur für alle

Für die Kulturförderung des Bundes ist "Agenda für Kultur und Zukunft" geplant

Die Spitzen von Union und SPD wollen mehr Menschen den Zugang zu Kultur ermöglichen - unabhängig von Einkommen und Herkunft, egal ob in Stadt oder Land. Das ist Kernpunkt des Sondierungsergebnisses im Bereich Kunst und Kultur, auf das sich beide Seiten in der Nacht zum Freitag verständigten. Zudem will sich eine mögliche große Koalition für den Erhalt von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt einsetzen. Den freischaffenden Künstlern und Kreativen wird weiterer sozialer Schutz zugesagt. "Mit einer fortschrittlichen Kulturpolitik nach Innen und Außen fördern wir Dialog, Austausch, Verständigung und Kooperation und stärken den Zusammenhalt in einer offenen und demokratischen Gesellschaft", heißt es in dem insgesamt 28-seitigen Papier. Trotz der Kulturhoheit der Länder soll ein "gesamtstaatliches Bündnis" helfen, den Zugang zu Kunst, Kultur, Bildung und Medien zu stärken und mehr Verteilungsgerechtigkeit zu erreichen.

Geheimnis um Alter der Porta Nigra gelüftet

Römisches Stadttor in Trier ist 1848 Jahre alt

Das Geheimnis um das Alter der Porta Nigra in Trier ist gelüftet: Das römische Stadttor wurde im Jahr 170 nach Christus gebaut - es ist also 1848 Jahre alt. Wissenschaftler haben bei einer Grabung an der römischen Stadtmauer nahe der Porta Nigra antikes Eichenholz entdeckt, das genau datiert werden konnte. "Das ist ein Meilenstein für die Trierer Stadtgeschichte", sagte der Direktor des Rheinischen Landesmuseums in Trier, Marcus Reuter. Das "Schwarze Tor" gilt als das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und als ältestes Baudenkmal seiner Größe in Deutschland. Es sei schon "bitter gewesen", dass im Grunde vorher niemand wusste, wann das weltberühmte Tor gebaut wurde, sagte Reuter. Die Vermutungen der Forscher reichten bisher von 150 bis 320 nach Christus. Um Klarheit zu bekommen, war daher im vergangenen Herbst an einer vielversprechenden Stelle gegraben worden.

Facebook will Algorithmen ändern

Facebook hatte Meldungen priorisiert, die zum Teilen eines Beitrags anregen

Facebook-Nutzer sollen künftig mehr Beiträge von Freunden und der Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Damit solle Facebook wieder persönlicher werden, schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag. Dafür würden sukzessive die Algorithmen verändert, die für die Anordnung der einlaufenden Neuigkeiten im zentralen "News Feed" verantwortlich seien. Jahrelang hatte das weltgrößte Online-Netzwerk mit fast 2,1 Milliarden Nutzern die Meldungen priorisiert, die Menschen zu Kommentaren oder zum Teilen des Beitrags anregen. Zuletzt hatte es immer wieder Kritik an Facebook und anderen sozialen Medien wie Snap und Twitter gegeben. Den Netzwerken wird vorgeworfen, bei ihren Nutzern Abhängigkeiten zu fördern. An Zuckerbergs Plänen regt sich erste Kritik. Facebook habe sich zu einem wichtigen Lieferanten von Nachrichten und Informationen für die Nutzer entwickelt, schreibt der US-amerikanische Journalistik-Professor Jeff Jarvis in einem Blog-Beitrag. Facebook könne seine Verantwortung nicht einfach aufkündigen, die die Plattform als wichtiger Lieferant von Nachrichten und Informationen in der Gesellschaft inzwischen eingenommen habe, so Jarvis.

"Aus dem Nichts" gewinnt weiteren Hollywood-Preis

Drama von Fatih Akin erhält Critics' Choice Award

Der Film "Aus dem Nichts" des deutschen Regisseurs Fatih Akin hat in Hollywood einen weiteren Preis gewonnen. Bei der Verleihung der Critics' Choice Awards wurde das NSU-Drama zum besten nicht-englischsprachigen Film gekürt. Es setzte sich in dieser Sparte unter anderem gegen die schwedische Satire "The Square", das französische Aids-Aktivisten-Drama "120 BPM" und das Kambodscha-Kriegsdrama "First They Killed My Father" von Regisseurin Angelina Jolie durch. Die Critics' Choice Awards sind wichtige Kritiker-Filmpreise. Akin hatte bereits am Sonntag in Beverly Hills den Golden Globe für den besten Auslandsfilm in Empfang genommen. "Aus dem Nichts" steht in diesem Jahr auch auf der Shortlist für den Oscar.

Türkisches Verfassungsgericht ordnet Freilassung von Journalisten an

Istanbuler Gericht lehnt Freilassung trotzdem ab

Das türkische Verfassungsgericht hat die Freilassung von zwei prominenten Journalisten angeordnet, weil ihr anhaltender Verbleib in Untersuchungshaft ihre Rechte verletze. Beobachter äußerten die Hoffnung, dass das Urteil einen Präzedenzfall schaffen und auch für den inhaftierten Korrespondenten Deniz Yücel von Bedeutung sein könnte. Das zuständige Gericht in Istanbul widersetzte sich jedoch dem Urteil und entschied, die beiden Journalisten nicht aus der Haft zu entlassen. Eine Begründung gab es zunächst nicht.

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