Donnerstag, 14. Dezember 2017

  • Wechsel an der Spitze der "New York Times"

    Sohn übernimmt Posten des Vaters

    Der 37 Jahre alte Arthur Gregg Sulzberger wird zum 1. Januar 2018 der neue Herausgeber der "New York Times". Er löst damit seinen 66 Jahre alten Vater Arthur Sulzberger Jr. ab. Das teilte der Verlag in New York mit. Damit wird die "New York Times" bereits in fünfter Generation von derselben Familie geführt, seit Adolph Ochs sie 1896 kaufte. Der junge Sulzberger studierte an der renommierten Brown University in Providence und arbeitete unter anderem als Reporter beim "Providence Journal" und dem "Oregonian", bevor er Büroleiter des "New York Times"-Büros in Kansas City wurde. In den vergangenen Jahren gestaltete er den digitalen Wandel entscheidend mit.

  • Nachrichtenagenturen pochen auf ihre Rechte

    Internet-Unternehmen sollen Nachrichtenlieferanten anerkennen

    Neun europäische Nachrichtenagenturen verlangen von großen Internet-Unternehmen wie Facebook und Google eine Anerkennung ihrer Rechte als Nachrichtenlieferanten. Die Agenturen wünschen eine entsprechende Änderung im Urheber- und Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene. Zurzeit diskutieren EU-Parlamentarier darüber. Die klassischen Nachrichtenmedien argumentieren: die Internet-Konzerne würden von der Arbeit der Agenturen profitieren, dies aber nicht entsprechend finanzieren. Heutzutage seien die Grundlagen für das Nachrichtengeschäft bedroht, ließen die Agenturen wissen. "Es stelle sich die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, dass Internet-Giganten denjenigen einen fairen Anteil zurückgeben sollten, die tatsächlich die Nachrichtenberichterstattung übernehmen, die Nachrichtenagenturen eingeschlossen." Unterzeichnet haben neben der Deutschen Presse-Agentur und der österreichischen APA, die französische AFP, die Press Association aus Großbritannien, die spanische Agentur EFE, die italienische Ansa, die TT aus Schweden, die niederländische ANP und die belgische Belga.

  • Deutsches Filminstitut erhält Curd-Jürgens-Rechte

    Stieftochter stimmt Rechteübertragung zu

    Das Deutsche Filminstitut in Frankfurt erhält sämtliche Nutzungsrechte an dem künstlerischen Werk des Schauspielers Curd Jürgens, außerdem werden dem Institut die Persönlichkeitsrechte des 1982 verstorbenen Schauspielers übertragen. Mit Jürgens' Stieftochter Miriam Duncan sei eine entsprechende Vereinbarung über die Rechte am Werk von Jürgens getroffen worden, teilte das Deutsche Filminstitut mit. Bereits 1997 hatte Jürgens' Witwe dem Deutschen Filmmuseum den gesamten künstlerischen Nachlass des Künstlers geschenkt. Curd Jürgens war auch international als Schauspieler erfolgreich - unter anderem als Gegenspieler von "James Bond" Roger Moore in "Der Spion, der mich liebte". Darüber hinaus führte Curd Jürgens Regie und verfasste den autobiografischen Roman "...und kein bisschen weise".

  • EU-Abgeordnete: Netzneutralität in EU nicht gefährdet

    In den USA wurde heute die Netzneutralität gekippt

    Der Grundsatz der Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleich behandelt werden müssen. Für die Regulierung der Netzneutralität in den USA ist die Telekommunikationsaufsicht FCC zuständig. FCC-Chef Ajit Pai verspricht höhere Investitionen in die Telekom-Infrastruktur durch die Lockerung der Regulierung. Die Abgeordnete der Piratenpartei im Europäischen Parlament, Julia Reda sieht es als Vorteil, dass die EU die Netzneutralität gesetzlich festgelegt und nicht vollständig einer Regulierungsbehörde überlassen habe. Gegenüber Deutschlandfunkkultur sagte sie: " Insofern glaube ich nicht, dass die FCC-Entscheidung jetzt eine Signalwirkung hat und dazu führt, dass es auch in Europa zu Rückschritten bei der Netzneutralität kommt, sondern im Gegenteil, meine Hoffnung ist, dass man die Folgen der Abschaffung der Netzneutralität sehr bald sehen wird und letzten Endes der öffentliche Druck in den USA dazu führt, dass auch dort ein Netzneutralitätsgesetz eingeführt wird."

  • Spiegel: Widerstand gegen Gebühr für Bestseller-Siegel

    Buchbranche wehrt sich

    Die Buchbranche wehrt sich gegen Pläne des Magazins „Spiegel", die Nutzung des „Spiegel-Bestseller"-Siegels kostenpflichtig zu machen. Laut Torsten Casimir, Chefredakteur des Fachmagazins boersenblatt.de, sah die die Reaktion der Buchbranche selten so deutlich und Zitat „noch seltener so einhellig aus wie in diesem Fall." Vergangene Woche hatte das Hamburger Magazin mitgeteilt, die Nutzung seines Logos ab Anfang 2018 kostenpflichtig machen zu wollen. Allerdings solle die Kostenpflicht nicht sofort greifen. Das stellte laut Bericht ein Sprecher des „Spiegel"-Verlags klar. "Alle bereits produzierten oder aktuell in Produktion befindlichen Materialien sind von dem Modell ausgenommen", hieß es.

  • Kündigung von Rostocks Ex-Intendant unwirksam

    Seine öffentlichen Äußerungen fallen unter Meinungs- und Kunstfreiheit

    Das Oberlandesgericht in Rostock hat die im Juni 2016 ausgesprochene Kündigung des ehemaligen Intendanten des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, für unwirksam erklärt. Latchinian war von der Volkstheater Rostock GmbH unter anderem wegen des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht und öffentlicher Kritik an der geplanten Umstrukturierung des Theaters gekündigt worden. Schon vor dem Landgericht Rostock hatte Latchinian erfolgreich gegen die Kündigung geklagt. Öffentliche Äußerungen seien vom Grundrecht auf Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt. Der Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht rechtfertige nicht die Kündigung, hieß es im vergangenen Dezember. Dieser Meinung schloss sich das OLG in dem am Donnerstag verbreiteten Urteil an. Das OLG-Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

  • Disney will Großteil der Fox-Gruppe kaufen

    Fox News und Fox Business bleiben bei Murdoch

    Disney hat sich mit 21st Century Fox auf den Kauf einer Beteiligung am TV-Konzern Sky und großer Geschäftsbereiche des von der Familie Murdoch kontrollierten Medienunternehmens geeinigt. Disney werde Fox übernehmen, doch zuvor würden Fernsehsender in ein neues börsennotiertes Unternehmen ausgegliedert und auf die Aktionäre übertragen, teilte Fox mit. Für den Rest von Fox bezahlt Disney 52,4 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) in eigenen Aktien. Wenn die Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen, erhält Disney auch einen 39-Prozent-Anteil am britischen Fernsehkonzern Sky, zu dem auch der deutsche Bezahlfernsehanbieter gehört. Fox News wird Teil des abzuspaltenden Unternehmens und geht damit nicht an Disney. Auch Fox Business und mehrere Sport- und andere Fernsehsender verbleiben unter Rupert Murdochs Kontrolle, der den Konzern über Jahrzehnte aufgebaut hatte.

  • Eulenspiegel Verlagsgruppe insolvent

    Vorläufiger Insolvenzverwalter hofft auf Investor

    Die Berliner Eulenspiegel Verlagsgruppe hat wegen Zahlungsschwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Torsten Martini zeigte sich zuversichtlich, einen Investor zu finden. Er versicherte: „Der Betrieb ginge weiter und die Leute bekämen ihr Geld". Auslöser der finanziellen Schwierigkeiten soll eine Forderung der Verwertungsgesellschaft Wort sein. Nach eigener Darstellung haben sich in der Eulenspiegel-Gruppe mehrere kleinere Verlage zumeist mit linken oder DDR-Wurzeln zusammengefunden, die Belletristik und Sachbücher anbieten.

  • Tenor Bruce Rankin verstorben

    Düsseldorfer Oper trauert um langjähriges Ensemblemitglied

    Der britische Tenor Bruce Rankin ist tot. Er sei bereits am vergangenen Montag im Alter von 65 Jahren gestorben, teilte die Deutsche Oper am Rhein mit. In Düsseldorf war Rankin langjähriges Ensemblemitglied gewesen. Der Sänger hätte in der kommenden Spielzeit sein 20-jähriges Jubiläum am Rhein gefeiert. Bruce Rankin kam nach ersten Engagements an britischen Opernhäusern und in Bremen 1998 an die Rheinoper. In den letzten Jahren habe er sich "zu einem großartigen Charaktertenor" entwickelt und ein besonderes Talent für skurrile Figuren gezeigt. "Der plötzliche Tod von Bruce Rankin trifft uns tief im Herzen", sagte Generalintendant Christoph Meyer.

  • Unesco: Angriffe auf Künstler nehmen zu

    UN-Kulturorganisation kritisiert weiterhin Benachteiligung von Frauen

    Künstler werden nach Angaben der Unesco zunehmend Opfer von Angriffen. Im Jahr 2016 seien 430 Angriffe verzeichnet worden, so ein Bericht der UN-Kulturorganisation. Als Gegenmaßnahmen verzeichnete der Bericht "Kulturpolitik neu gestalten - Kreativität fördern, Entwicklung voranbringen" gesetzliche Änderungen, das Schaffen von sicheren Rückzugsorten in Künstlerresidenzen, die Aufnahme von Kunstschaffenden durch Städte sowie die Einrichtung von Notfallfonds und Hilfen durch über 100 Organisationen weltweit. Außerdem kritisieren die Autoren des Berichts die Benachteiligung von Frauen in nahezu allen Bereichen der Kulturbranche weltweit. Zwar sei das Bewusstsein für die Bedeutung der Geschlechtergleichstellung in den vergangenen Jahren gestiegen, das reiche jedoch nicht aus. Frauen seien in Schlüsselpositionen weiterhin unterrepräsentiert, beklagte die Unesco.

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